Acqui Terme retour

Auf einem meiner Handys bekomme ich alle Monate Bericht darüber, wo ich mich in den vergangenen 30 Tagen aufgehalten habe. So im Frühling und Sommer sah dies noch recht interessant aus. Sehr oft Orte in der Deutschschweiz, ab und zu das Wallis, und einige Destinationen abseits unserer normalen Routen in Italien. Dies war einerseits meinen Arzt- und Spitalbesuchen in der Schweiz geschuldet, andererseits auch, weil wir schlichtweg durch die Coronamassnahmen keine Gäste begrüssen konnten.

Nun, der September liest sich völlig anders. Ich komme mit meinem Wägelchen kaum über das Einkaufsgeschäft Bennet in Acqui Terme und über den Markt im Städtchen im Besonderen nicht hinaus. Wenig Kilometer, viel zu tun, noch mehr zum Einkaufen. Beim Einkaufen gibt es auch noch eines zu beachten. Da wir ja - wie schon mehrmals erwähnt - als B&B nur Frühstück und sonst nichts an kulinarischen Köstlichkeiten anbieten dürften, gestaltet sich dieser relativ kompliziert. Wir können nur Fakturen zu den Einkäufen für einen Steuerabzug geltend machen, welche lediglich Waren für das Frühstück beinhalten. Das heisst, ich kaufe entweder zwei Mal hintereinander ein, oder trenne diese bei der Kasse, und zahle zwei Mal. Mit dem "Frühstückskassenzettel" kann ich dann zur Information gehen, und mir eine Rechnung ausstellen lassen. Diese kann man dann bei der Steuererklärung in Abzug bringen. Ich habe zu Beginn unseres Wirkens gedacht, ich könnte auf dem gesamten Einkaufszettel die anderen Dinge durchstreichen, und ein neues Total reinschreiben? Nein, leider nicht. Kurz: da wiehert der Amtsschimmel oder was immer für ein Esel. 

Wir erleben hier weiterhin einen farbig schönen Herbsttag nach dem andern. Wunderbar, wenn dies noch zwei Wochen anhalten wüde. Dann lassen wir zwangsläufig unsere Saison ausklingen. Das Beste waren unsere Gäste, sie haben viel Farbe und Fröhlichkeit in unsere Casa gebracht. Das Schönste sind die bereits getätigten Reservationen fürs nächste Jahr. Habt alle vielen Dank.

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Viel Fleisch und andere Dinge

"Also du hast schon etwas nachgelassen, was die Blogeinträge betrifft", stellte vor kurzem ein Gast fest. Und ja, er hat völlig recht. Ich bin nicht unbedingt schreibfaul geworden, ich greife immer wieder in die Tasten. Am liebsten natürlich, um Reservationsanfragen positiv zu beantworten. Darum werde ich euch hier und jetzt auf den neuesten Stand bringen. Zuerst das Neueste von der Gästefront. Es ist schlichtweg herrlich,  Rloberto und ich fühlen uns wieder wohl in unserer Haut. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen. Wir freue uns ob den liebgewonnen Gästen - ja Freunde - welche uns regelmässig besuchen, und sind gwundrig, wenn wir Gäste begrüssen dürfen, welche zum ersten Mal bei uns sind. Ihr könnt mir glauben, es ist immer wieder spannend, sich auf das Neue einzustellen. Spannend aber auch, zu erfahren, wie es den "Wiederkehrenden" im letzten Jahr so ergangen ist. Ich habe es sicherlich schon mehr als einmal erwähnt, ich könnte mir keine schönere Arbeit vorstellen, als bei uns Gäste willkommen zu heissen, und ihnen hoffentlich unvergessliche Tage zu bereiten.

Ihr werdet jetzt vielleicht denken: "und wo bleibt das mit dem Fleisch"? Das kommt jetzt. Unser riesengrosser Tirass hat vor rund 2 Wochen keinen Happen Trockenfutter mehr gegessen. "Gudis" schon noch ein bisschen, aber die Hauptmahlzeiten verschmähte er. Anderes Futter mit viel Brimborium serviert liessen ihn völlig kalt. Vielleicht ein bisschen davon, aber dann war auch gleich wieder fertig. Am vierten Tag wurde es mir etwas mulmig, und der Tierarzt wurde zu Rate gezogen. "Füttere ihm Frischfleisch mit Gemüse", war die kurze Antwort. Das funktionierte, und unser Hund kann es seitdem kaum mehr erwarten, bis der Topf mit frischem Fleisch, Fisch, Gemüse, Früchte etc. vor ihm steht. Kurz, wir "barfen" - und sind auf diesem Gebiet absolute Anfänger. Anstelle des Mittagsschläfchens hiess es nun, Lektüre über das Barfen zu suchen. Um ganz sicher zu sein, dass dem "Hundele" auch nichts fehlt, hat Roberto am Samstag einen Termin bei der Spezialistin. Ich darf derweil für unsere neuen Gäste zu den Töpfen greifen. Ach ja, und ins "Aquafit" geht Tirass auch noch. Ihr wisst ja, dass er an den Hinterläufen eine Schwäche hat. Das sollte sich hoffentlich mit dem Laufband im Wasser verbessern. Ihr seht, nicht nur unseren Gästen lassen wir nur das Beste angedeihen, auch unser Wächter der Casa Fossello soll fit sein. Und zum Schluss noch eine Erwähnung: der Herbst im Piemont ist schlichtweg sensationell.

 

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Gute Nachrichten

Heute Morgen früh ging ich relativ beschwingt noch vor Sonnenaufgang mit unserem Tirass auf Tour. So früh muss das im Moment sein, da es sonst für ihn zu heiss ist, um durch die Rebberge und Wälder zu streifen. Doch die Beschwingtheit hatte einen ganz besonderen Grund. Der Präsident des Piemonts, Alberto Cirio, hat heute Morgen bestätigt, dass über 83% der Piemonteser ab 12 Jahren ihren Impfzyklus abgeschlossen haben. Bei den über 60-jährigen sind es sogar über 90%. Und wohlbemerkt, das Piemont ist die grösste Region Italiens. Also für mich ein Grund zur Freude. Vor allem auch, weil die Zahlen für sich sprechen. Hoffen wir das Beste. Und das Ding mit dem Zertifikat beeinträchtigt nicht wirklich. Rasch das Handy gezückt, das Zertifikat geöffnet - und es hat sich. Oder halt das ausgedruckte Formular hergezeigt - und es hat sich auch.

Nun, ich habe ja im Titel von Nachrichten - also Mehrzahl - gesprochen. Die zweite "gute" Nachricht ist für die, welche noch freie Tage haben, und nicht genau wissen, wohin des Reiseweges. Aufgrund einer Stornierung haben wir vom 10. bis 14. September wieder zwei Zimmer frei. Wir freuen uns auf euch - a dopo :-)

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Personalsuche

Knapp zwei Wochen weilten wir in Montana. Unser Haus und Kater Alex wussten wir in guten Händen, und wir konnten der Sommerhitze entfliehen. Herrlich, die kühlen Nächte und die idealen Wandertemperaturen. Dass es zwischendurch regnete oder etwas neblig war störte uns überhaupt nicht. Nun sind wir wieder zurück, es ist immer noch heiss, und geregnet hat es auch schon seit einigen Wochen nicht mehr.

Bereits durften wir wieder Gäste beherbergen, in einer Woche geht es dann in die gut gebuchte Herbstsaison. Vorher jedoch möchten wir noch gerne ein Problem lösen. Es ist so, wenn wir lediglich ein oder zwei Zimmer besetzt haben, dann kann ich das Putzen der Zimmer mit etwas Organisation um die anderen Dinge herum die es zu tun gibt, relativ gäbig erledigen. Wenn dann aber An- und Abreisen sich rege abwechseln, alle Zimmer belegt sind, und noch Nachtessen gekocht werden müssen, dann bin ich froh, wenn ich die Zimmer einer guten Fee übergeben kann. Dies ist eigentlich Diana, aber sie kann nur Samstag und Sonntag. Aber was schreibe ich da von "müssen" Nachtessen kochen. Das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Ich meinte natürlich, jemanden zu finden, sei keine Hexerei. Oh, wie ich mich geirrt hatte. Da kam als erstes Tiziana, empfohlen von den Besitzern des Dorfladens. Voller Elan schaute sie sich das Ganze an, und ich dachte schon, dass Problem wäre erledigt. Doch, ich hatte die Rechnung ohne Ferrero gemacht. Die suchten nämlich auch Leute fürs Weihnachts- und Ostergeschäft. Klar, dass wir mit dem Angebot von ein paar Stunden in der Woche und auch nur während der Saison das Nachsehen hatten. Doch Tiziana hörte sich um, und empfahl uns Svetia. Sie sei wirklich "brava". So kamen heute beide angefahren. Doch schon vor dem ersten Cafe meinte Svetia bedauernd, sie könne nicht zu uns kommen, da ihr Chef das nicht möchte. Es ist so, sie arbeitet bei einem Weinbauern, und die Arbeit in den Rebbbergen ist wirklich anstrengend. Svetia hätte dann während der Mittagspause bei uns die Zimmer reinigen wollen. Wir verstehen den Chef von Svetia sehr gut, und bedauernd verabschiedeten wir Svetia. Doch nächste Woche sollte es klappen, wurde uns versprochen.Silvia sei auch "brava" und kenne die Materie. Auf jeden Fall mache ich wieder Cafe und ein paar Güetsis dazu. Vielleicht klappt es ja wirklich.

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Unter südlicher Sonne

Vom Sommer mit seinen vielen Sonnenstunden und hohen Temperaturen trennen euch nur etwa 5 Stunden. Wer schon bei uns war, weiss, dass bei uns alles andere als Gedränge herrscht. Ruhe, absolute Alleinlage, max. 6-7 Gäste. Trotzdem ist das schöne Städtchen Acqui Terme in nur 10 Autominuten erreichbar. Wir haben seit Wochen herrliches Sommerwetter, so wie es sein sollte. Selten ein Gewitter, dafür ein angenehmes Lüftchen, gegen abend manchmal etwas auffrischend, was einem erholsamen Schlaf zuträglich ist. Unsere Zimmer sind - bis auf das Terra - mit Klimaanlagen ausgestattet. Noch mehr Entscheidungshilfen? Nachfolgend ein paar Einträge aus dem Gästebuch. Bis zum 26. Juli haben wir noch freie Zimmer - also, auf in den Sommer.

 

Ein Paradies auf Erden

Hier stimmt einfach alles! Nur ungern verliessen wir nach einer Woche diesen Ort im Piemont. Das Frühstück ein Traum, Apéros und Abendessen eine kulinarische Tour durch die piemontesische Küche. Beatrice ist eine ausgezeichnete Köchin und auf Roberto ist Verlass, wenn es um die Weine und Destillate geht. Nochmals vielen Dank, Beatrice und Roberto, ihr seid ein wunderbares Gastgeberpaar, das die Casa Fossello mit seiner Herzlichkeit zu einem ganz besonderen Ort macht.

Regina und Aschi

 

Traumhafte Aussicht

Eingebettet in die wunderbare hügelige Landschaft des Piemont mit traumhafter Aussicht liegt die Casa Fossello. Ein Ort der Ruhe und Besinnung. Ein südliches Ambiente in Zimmer und Garten, sehr sauber und gepflegt. Die kulinarische Seite lädt zum feinem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit selber gebackenem Brot, zu gluschtigem Apero riche und bei Anreise  zum Nachtessen mit italienischen Spezialitäten aus der Gegend.

 

Bereits zum 3. Mal durften wir die Gastfreundschaft von Beatrice und Roberto erleben – ganz gemäss ihrem Motto «wir lieben was wir tun» - und wir freuen uns schon wieder auf das nächste mal.

 

„Wir lieben was wir tun“

  Dies durften wir einmal mehr erfahren.

 Ein netter Empfang, geschmackvoll eingerichtete Zimmer, das liebevoll zubereitete und sehr leckere Essen.  Die Gastgeber Bea und Roberto  lassen keine Wünsche offen. In der ruhigen und idyllischen Umgebung von Montabone genossen wir erholsame Tage.

 Herzlichen Dank - wir kommen wieder.

 

Nach Hause kommen

Der herzliche Empfang im Casa Fosello war wie "nach Hause kommen" und wir fühlten uns sofort wohl und gut aufgehoben. Das feine Essen war eine kulinarische Überraschung und verdient Höchstnoten.

 Herrlich am Morgen zu Erwachen und zu Wissen, dass ein reichhaltiges Frühstück "casa Fosello" mit selbst gemachten Broten (inkl. Zopf!), selbstgemachten Confitüren und einer Käse-Auswahl (die einem 5 Sterne Haus den Rang abläuft) auf uns wartet.

 Die wunderbare Lage, die bestens eingerichteten Zimmer, das riesige Badezimmer lässt keine Wünsche offen.

 Wir bedanken uns bei Euch beiden für Eure herzliche Gastfreundschaft, für die guten Ideen und für die Zeit, die wir zusammen verbringen konnten. Auf ein Wiedersehen - die Aussicht geniessen wir das nächste Mal :-)

 Casa Fosello: ihr seid eine Bereicherung.

 

 

 

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Wägeligschicht

Ihr habt das sicher auch schon erlebt. Da geht ihr im Supermarkt einkaufen, legt eure Waren ordentllich in den Einkaufswagen, und unverhofft bemerkt ihr, dass da noch andere Dinge drin sind. Folgende Ueberlegung liegt nahe: "Ist das jetzt mein Wagen, in welchen jemand etwas reingelegt hat? Oder habe ich jetzt etwas von meinen Dingen in einen fremden Wagen gelegt?" Die nächste Phase ist ein etwas unsicherer Blick nach links und rechts, mit einer weiteren Frage: "Wo ist mein Wagen, resp. mein restlicher Einkauf?" Manchmal löst sich das Problem relativ schnell, wenn  man den Fokus auf eine andere etwas unsicher dreinschauende Person mit Einkaufswagen setzt. Bis jetzt war das Ganze relativ einfach. Doch wartet, bis ich einkaufen gehe . . .

Ich hatte viele Posten auf meinem Einkaufszettel, und bemächtigte mich eines grossen Einkaufswagens. Nicht wie normalerweise einem Wägeli, welches mehr oder weniger stabil auf seinen kleinen Rollen hinter mir her holperte. Bei der Fleisch- und Käsetheke klappte alles noch wunderbar, da waren lediglich Mortadella, Salame und etwas Käse drin. Beim Gemüse schob ich plötzlich einen Wagen mit ganz anderen Dingen vor mir her, die Spargeln waren aber eindeutig meine. Rasch die Spargeln aus dem fremden Wagen entfernt, und los ging die Suche nach meinem Vierräder - ich fand ihn neben den Himbeeren. Das kommt davon, wenn man so zwischen den verschiedenen Angeboten flaniert, und sich nicht achtet, wo man den Wagen stehen gelassen hat. Es kommt aber noch "besser".  Zwischen den Himbeeren für den Zmorge, und Trutenhälse für unseren Tirass sowie Mehl für die Brötchen hatte ich wieder etwas verwechselt. Denn urplötzlich begleitete micht eines dieser holperndend Wägelchen. Aber ich hatte doch extra einen grossen Wagen, passend zu meiner Einkaufsliste, genommen. Etwas versteckt entnahm ich dem Wägelchen meine Einkäufe, platzierte es neben einem Pfeiler, und machte mich mit Truthahnhals und Mehl auf die Suche nach meinem Wagen. Da stand er. Nun nicht mehr neben den Himbeeren, sondern bei den Tiefkühlprodukten, wo gerade ein Herr sein Sorbet reintischte. Da stand ich nun - mit Truthahn und Mehl in der Hand - vor dem Herrn. Er wirft einen kurzen Blick in den Wagen, sagt erschrocken "Scusi", und nimmt rasch sein Sorbet wieder aus meinem Wagensortiment. Meine Antwort: ein grosszügigs "non fa niente" (das macht nüt). Das Lächeln hinter der Maske konnte er wohl nur erahnen.

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Risikofrei

Endlich hat das BAG ganz Italien als risikofreies Gebiet erklärt. Wobei, wir ja schon seit einiger Zeit kein Risikogebiet mehr sind. Aber, was sölls . . . .

Wir hoffen natürlich, dass diese Einschätzung auch unserer Casa etwas Schub verleiht. Im Moment tröpfeln die Gäste spärlich rein - aber immerhin. Ja, und um ganz ehrlich zu sein, die ganze Situation in den letzten eineinhalb Jahren ohne Einkommen war nicht einfach. Und ihr wisst ja vielleicht, wir, als kleine Struktur, erhalten absolut keine staatliche Hilfe. Natürlich haben wir uns schon das eine oder andere überlegt, um wieder auf die Beine zu kommen. Was geblieben ist: wir können nur auf eine etwas bessere Buchungslage hoffen. Den letzten Jocker setzen wir erst dann ein, wenn nichts anderes mehr geht. Verzeiht, wenn dieser Eintrag nicht wie gewohnt locker erscheint.

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Viele Wegen führen zu uns

Viele unserer Gäste wählen, um nach Italien, oder genauer zu uns zu gelangen, die Gotthardroute. Wohl eine der schnellsten Wege, wenn es denn am Gotthard nicht klemmt, und in Chiasso kein Stau herrscht. Wenn schon Gotthard, dann empfehlen wir unseren Gästen, die Autobahn in Stabio zu verlassen, und den Grenzübergang Gaggiolo zu benutzen. Da lässt man die lästigen Zahlstellen und vor allem Milano sprichwörtlich links liegen. Dann nur noch Genua folgen, und - voilà - ist man "im Schnuss" bei uns.

Natürlich gibt es noch die Route über den Grossen St. Bernhard. Meine Lieblingsstrecke ist die Fahrt durch den Lötschberg und über den Simplon. Natürlich kann man in Brig wieder durch den Simplon den Zug nehmen. Das rentiert zeitlich aber nur, wenn man nicht länger als 20 Minuten auf den Zug warten muss. Schon nur die fahrt bis nach Kandersteg ist wunderbar, die gut ausgebaute Simplon-Passstrasse bietet ein reines Vergnügen. Und dann geht es auch nur noch geradeaus bis Alessandria süd. Doch das Beste kommt zum Schluss. Falls ihr während der Hochsaison in den Süden fahren möchtet, dann kann man sogar von Kandersteg direkt bis Iselle den Autozug nehmen - durch den Lötschberg und Simplon, ohne einmal den Motor zu starten. Gäbig, oder? Derweil kann man dann genüsslich die Staumeldungen vom Gotthard hören. Für diese Luxusroute braucht es allerdings eine Reservation übers Internet. Wer zu uns kommt, und es auf den Zügen noch Platz hat, dem erledigen wir die Reservationen selbstverständlich, und senden das E-Ticket per Mail.

Warum ich das alles so genau erzähle? Wir haben gestern leider eine Absage über das Pfingstwochenende bekommen - aus familiären Gründen. Also liebe Bloglesenden, ihr seht, es ist gar nicht so schlimm, an einem Pfingstwochenende nach Italien zu gelangen. Probieren Sie es aus.

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Es kommt noch besser

Gestern verbreitete ich die frohe Kunde über das Grossmutter werden. Das ist aber noch nicht alles, vor rund zwei Wochen wurde ich auch noch Schwiegermutter, und Roberto - ihr wisst schon - Chläbschwieger...... Aber ich lass das jetzt mal so bleiben, ihr kennt ja die Erklärung schon.

Einige werden vielleicht jetzt etwas müde abwinken und sich sagen: "Na ja, da werden wohl die werdenden Eltern sich das Ja-Wort gegeben haben." So einfach ist das dann doch nicht. Mein jüngerer Sohn hat geheiratet, und das, ohne dass seine Braut und er gemeinsam vor dem Standesamt waren. Reibt euch nicht die Augen, das geht wirklich. Die Erklärung.

Christoph und Nana mit ihrem kleinen Sohn Kota. Sie haben schon viel Zeit bei uns verbracht, und ich bin überzeugt, dass mir der Himmel Marielle und Nana für meine Söhne Thonas und Christoph geschickt hat.

Anfang Jahr war die Aufenthaltsbewilligung für Nana in den Niederlanden abgelaufen. In Zeiten von Corona ist es schwierig, beruflich in einem fremden Land Fuss zu fassen. Was tun? Natürlich dachten wir alle "Alten" alle an Heirat, aber einfach so wegen dem Virus wollten die Zwei sich das Ja-Wort nicht geben. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns im Februar von Nana und Kota, die Reise ging für sie zurück nach Japan. Christoph hat keine Möglichkeit nachzufolgen, obwohl sich die beiden ja für die kommenden Jahre eine gemeinsame Zukunft in Japan vorgestellt haben. Nun wurde Kota eingeschult, und an eine Reise in die Schweiz kann erst im kommenden Winter gedacht werden. Und Christoph hat keine Chance, nach Japan reisen zu können. Nun, dann also doch Heirat. Aber sie in Japan, er in Zürich? Das geht. Nachdem Christoph alle erforderlichen Papiere ins ferne Japan geschickt hatte, und diese als vollständig befunden wurden, stand einer standesamtlichen Trauung nichts mehr im Wege. Ich habe ja gedacht, dass man diese "Zeremonie" eventuell über Skipe macht oder so. Nichts dergleichen, vor zwei Wochen kam die Nachricht, dass Christoph und Nana nach japanischem Recht nun verheiratet seien, und ich eine Schwiegertochter habe - und - auch so etwas wie eine "Chläbgrossmutter" bin. Auf diese Weise kann nun Christoph ein Visum für Japan beantragen, und hoffentlich bald zu seiner Nana reisen, und dort als Architekt ETH auf Stellensuche gehen. Nun dauert es noch einige Monate, bis diese Vermählung auch in der Schweiz seine Gültigkeit hat. Und das rauschende Fest, das holen wir irgendwann nach.

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Ich lag im Grase und . . .

Dieser Spruch werden wohl alle in meinem Alter auswendig fertig schreiben können. Damals schrieb man sich noch ins Poesiealbum, und wenn es dann höchste Zeit wurde, das Album zurückzugeben, kam dann dieser Spruch rein.

Nun, ich schreibe nicht gerade in ein Album, aber es ist höchste Zeit, wieder was von uns hören zu lassen. Wir haben eine Zeit von Auf und Ab's hinter uns. Vor Ostern wurde entschieden, dass die Einreise nach Italien nur mit einer 5-tägigen Quarantäne möglich ist. Ihr könnt euch ja vorstellen, dass da gar niemand mehr Lust auf eine Auszeit bei uns hatte. Nach Ostern, kurzfristig das gleiche Quarantänespiel bis Ende April. Und nun wurde das Ganze noch bis zum 15. Mai verlängert. Für uns verheerend, für unsere Gäste einfach nur mühsam. Wir hoffen nun, dass das Versprechen von Seiten des Staates endlich eingehalten wird, und ab 16. Mai nur noch ein negativer Schnelltest für die Einreise nötig ist.

Aber nun zu etwas, was die ganze Misere bei weitem überstrahlt. Als Mitte März mein Sohn Thomas mit seiner Marielle zu Besuch waren, brachten sie wirklich frohe Botschaft mit. Ich werde Grossmutter, Freudentränen wurde vergossen, und die werdenden Eltern - nicht gerade coronakonform - geherzt. Roberto wird "Chläbgrossvater". Ihr wisst nicht, was dieser Ausdruck bedeutet? Also das ist so. Wenn beispielsweise meine Schwester in Kind hat, dann bin ich die rechtmässige Tante, mein Mann hingegen wird dann "Chläbonkel" betitelt - wenigstens in einzelnen Teilen der Schweiz. Wenn nun ich als Mutter meines Sohnes Grossmutter werde, dann wird logischerweise mein Lebenspartner "Chläbgrossvater". Er tut sich noch etwas schwer mit dem Grossvater werden, aber wer hat wohl schon ein Käppchen für das Enkelkind ausgesucht, und der werdenden Mutter etwas Feines vom Einkauf mitgebracht?

Morgen erzähle ich euch von der wohl ungewöhnlichsten Hochzeit in unserer Familie.

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Wandern auch ohne Kunst

Ihr wisst, wir haben einen Hund, und der muss natürlich täglich seine Portion Ausgang bekommen. Und da wir im Moment viel Zeit haben, sind wir täglich auf Erkundungstour auf den meist gut ausgeschilderten Wanderwegen in unserer Region. Da hat es für alle etwas dabei. Ob gemütlich auf dem Hügel entlangschlendern, oder dann die anspruchsvolleren Varianten, wo es doch ab und zu etwas ruppig aufwärts und wieder abwärts geht. Eines haben alle Wege gemeinsam, irgendwann steht man ganz oben, und man kann sich der Faszination dieser einmaligen Aussicht nicht entziehen. Uns geht es nach all den Jahren immer noch so. Auswählen kann man von knapp zwei bis zu 15 und mehr Kilometern.

So sind wir auch in der aktuellen Situation eine gute Destination, um ein paar Tage auszuspannen, denn Wandern ist wie Velofahren etc. erlaubt. Das Piemont zeigt sich im Moment in voller Blüte. Wie in der Schweiz sind momentan auch hier die Restaurants und Bars geschlossen, Take-away ist zwar möglich, aber wir haben neben der Möglichkeit, täglich bei uns zu essen, auch ein Picknick im Angebot. Und zur Erinnerung: mit einem negativen Schnelltest ist man relativ rasch bei uns. Natürlich hoffen wir auch, dass wir nach Ostern bessere Nachrichten verbreiten können. So, und nun mache ich euch mit den folgenden Bildern noch etwas gluschtig.

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"Wanderkunst"

Vor ein paar Tagen haben wir den Quarelli-Park besucht  - ein Erlebnis. Da reiht sich, entlang einem Hügel im nahen Roccaverano, Kunstwerk an Kunstwerk - vorwiegen von Turiner Künstlern. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und all die Objekte und das Gelände sind frei begehbar. Obwohl, man für die faszinierenden Einrücke gerne bezahlen würde. Wir sind rund 3 Stunden über die in dieser Gegen typischen Terrassen gewandert, und haben bei weitem noch nicht alles gesehen. Ich lege ein paar Bilder bei, damit ihr einen Eindruck von diesem schönen Flecken Piemont bekommt. Ja, und wenn man schon in Roccaverano ist, dann wäre es schade, den aus frischer Ziegenmilch hergestellten und weltweit bekannten Robiola di Roccaverano nicht zu probieren. Den gibt es auch bei uns.

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Müde?

Seid ihr auch etwas coronamüde? Mögt ihr die Nachrichten darüber schon gar nicht mehr lesen? Also mir geht es momentan so. Manchmal rechne ich sogar die Zahlen auf ein verständliches 1000 herunter - Italien hat ja immerhin über 60 Mio. Einwohner - und da kann ich mir nach dem Rechnen ein Achselzucken nicht ganz erwehren.

Aber, "sigs wis well", hüben wie drüben kann man gegen die staatlichen Verordnungen nichts tun und müssen uns fügen. Wenn ihr aber wie ich das Bedürfnis habt, mal was ohne Corona zu lesen, dann empfehle ich euch dringend meine drei Bände "Ein Stück Himmel auf Erden". Da ist bis auf die letzte Seite des dritten Bandes garantiert kein Virus drin, sondern nur "Wohlfühlschreibe". Die nächste Lieferung versende ich am 26. März, dann bin ich nämlich wieder in der Schweiz. Der Preis für alle drei Bände? 30 Franken. Bestellen kann man gleich mit dem "Kommentar", per Mail: casafossello@gmail.com, facebook oder +41 79 678 66 41.

Bis bald

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Höhenflüge

Ich bin neugierig, was Ihr bei diesem Titel denkt, zu lesen. Nun, Purzelbäume schlagen wir im Moment nicht gerade, aber wir freuen uns bereits jetzt auf unsere ersten Gäste, welche voraussichtlich Mitte März ein paar Tage bei uns die Ruhe und Abgeschiedenheit geniessen möchten. Das ist es ja, was in der jetzigen Zeit viele Suchen: Abgeschiedenheit, weit weg vom Rummel, und sich in Sicherheit fühlen. Nein, diese Situation hat nichts mit einem Höhenflug zu tun. Die Erklärung: Im Moment pendle ich relativ häufig zwischen dem Piemont und der Schweiz hin und her. Bei der Einreise sind keine Unterlagen erforderlich, die Italiener hätten dann aber gerne einen negativen Schnelltest. Nur, kontrolliert wurde ich noch nie.

Zurück zum Höhenflug. Unser Auto ist am Heck mit dem Text: "Ihre Auszeit im Piemont, www.casafossello.it" angeschrieben. Wenn ich dann wieder zuhause bin, und mir die Klicks auf unserer Homepage ansehe, dann sind da wirkliche Höhenflüge zu erkennen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass stockender Kolonnenverkehr, Staus, aber auch der Weg mit dem Autozug durch den Simplon und den Lötschberg etwas ausmacht. So bin ich wohl eine der Wenigen, welche ganz gerne die A1 in der Schweiz bei starkem Verkehr benutzt - immer die Klicks im Hinterkopf. Und ich bin sicher, die einen oder anderen werden unsere Seite speichern. Und dann, wenn bessere Zeiten kommen . . .

Ach ja, die besseren Zeiten. Ich will euch jetzt nicht mit meinen unproblematischen Reisen über die Grenzen langweilen. Aber wenn Ihr eine Reise zu uns ins Auge gefasst habt, dann fragt doch uns betreffend den aktuellen Vorgaben etc. Die sind garantiert klarer und aktueller, als das, was man so vorgesetzt bekommt.

 

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"Wir haben fertig"

Ich habe euch ja versprochen, den Rest der Test- und Quarantänegeschichte noch zu erzählen. Nun, hier ist sie. Nach dem Ende der Isolation von Roberto in Montana haben wir uns überlegt, wie er am besten wieder nach Italien zurückreist. Denn, das Corona-Tracing-Büro verlangte nach der Isolation keinen Test mehr, sondern entliess ihn einfach mit einer Bestätigung, dass er die Isolation absolviert hätte. Jedoch, dieser Attest interessierte die Italiener herzlich wenig. Wir entschieden uns dafür, dass ich Roberto in Brig abholte, und wir uns dann unverzüglich wieder auf den Weg nach "Penisola" machten. Ich  begab mich vor rund einer Woche auf den Autozug in Iselle nach Brig um 10.36 Uhr, und wir reisten - nach einem kurzen Einkauf im Coop am Bahnhof Brig  - um etwa 12.00 Uhr mit dem Zug nach Iselle zurück. Also, ich war eine gefühlte Stunde in Brig. Zudem: wenn ich die Grenze nach Italien oder umgekehrt überschreite, will keine Menschenseele was von mir. Das war auch so, als ich in Brig vom Zug fuhr.

Aber auf dem Rückweg hatte ich Roberto mit dabei. Und er scheint die Polizei - dann war es die Guardia di Finanza - wie die Fliegen auf dem Mist anzuzuiehen. Da standen sie nun neben unserem Auto, geschniegelt und geschönt in ihren hohen Stiefeln und dem überheblichen Gesicht. "Haben Sie einen Test"? Nein, das hatten wir nicht. Denn, der von Roberto wäre so oder so positiv gewesen, und ich war ja nur eine Stunde in der Schweiz. Was folgte war ein mittelgrosser Papierkrieg mit der Anweisung, uns unverzüglich in die Quarantäne zu begeben, und uns beim ASL - der örtlichen Gesundheitsbehörde - zu melden.

All dies haben wir gemacht. Jedoch vom ASL kam niemals eine Antwort. Sie nahmen wahrscheinich an, dass wir so obrigkeitsgläubig wären, und uns freiwillig 14 Tage in Quarantäne begäben. Was meint ihr? Auf jeden Fall haben wir heut Abend die Quarantäne beendet, und freuen uns auf morgen Abend. Da sind wir zum Nachtessen bei Bekannten eingeladen.

Am kommenden Donnerstag, wenn ich in die Schweiz reisen muss, wird es anders funktionieren. Ich teste mich am Mittwoch hier, reise am Donnerstag mit einem negativen Test in die Schweiz - ist zwar nicht nötig -- und komme dann am Freitag wieder zurück. So habe ich die von Italien geforderten 48 Stunden eingehalten und bin  - so hoffe ich - negativ getestet. Ja, meine Lieben, so ist es halt, zu Zeiten von Corona. Aber wir werden uns alle irgendwie daran gewöhnen. Ich werde dies in den nächsten Wochen noch einige Male infolge Arztbesuche praktizieren. Tut nicht weh, ist nicht schlimm, jedoch gewöhnungsbedürftig.

 

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Robertos längere Auszeit

Am 6. Dezember der letzte Eintrag, das ist ganz schön lange her. Aber irgendwie ging die Zeit so schnell vorbei, und es war auch etwas turbulent. Aber der Reihe nach. Wir hatten wunderbare Tage in der Schweiz. Meine Geburtstagsfeier im ganz kleinen Familienkreis in unserem schon fast zweiten Daheim in Rupperswil, und dann die wahrhaften Wintermärchentage im Wallis. Auch da fühlen wir uns jedes Mal rundum wohl und daheim. Meine Söhne mit Partnerinnen kamen nach Weihnachten für wenige Tage auf Besuch, eine Zeit voller guter Augenblicke. Auch Tirass genoss den Winter sichtlich - Schnee und die Berge scheinen seine Elemente zu sein. Ja, und dann ging am 5. Januar ziemlich alles drunter und drüber. In der Annahme, dass bei Roberto der Test sowieso negativ ausfallen würde, da er gemäss dem Antikörpertest bereits an Covid erkrankt war, gingen wir relativ locker zum Testen. Ich wurde negativ getestet, Roberto hingegen positiv; wir verstanden die Welt nicht mehr. Was wir nicht wussten. Wenn man eine Coviderkrankung durchgemacht hatte, kann der Test bis zu 3 Monaten danach positiv ausfallen, ohne dass man das Virus noch weitergeben könnte. 

Da hatten wir also den Salat. Roberto wurde trotz dieser Tatsache zu 10 Tagen Isolation "verdonnert". Das Hin und Her beim Contact Tracing, die ziemlich und freundliche und schleppende Abwicklung will ich hier nicht weiter erläutern. Die Wohnung war ab dem 8. Januar bereits wieder vergeben, und so zügelte Roberto für die 10 Tage in eine neue Bleibe. Kein einfaches Unterfangen, wenn man mitteilt, dass man in Isolation müsse. Aber es klappte dann doch recht rasch. Und so fuhren Tirass und ich zurück nach Italien. Denn bleiben wäre keine gute Lösung gewesen. Was, wenn ich nach dieser Zeit plötzlich positiv getestet würde? Dann ginge das Ganze wieder von vorne los. Ganz alleine war ich jedoch nicht, mein Sohn kam mit Partnerin und ihrem Sohn mit. Das war gut so. Und wie gewohnt stand am Zoll auf schweizerischer wie auf italienischer Seite keine Zöllnerseele. Niemand wollte unsere Testergebnisse etc. sehen.

Roberto ist nun wieder da, und mein Sohn bleibt uns auch noch ein paar Wochen treu. Also eine sehr gute Zeit. Wie sich aber die Heimreise von Roberto wirklich gestaltete, das erzähle ich euch später. 

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Die Krux mit der Quarantäne

Ihr hattet einen schönen zweiten Advent? Vielleicht sogar mit einem frischen Grittibänz gepaart? Unser Adventssonntag war neblig trüb und ohne Grittibänz. Diese mache ich dann morgen, denn sie sollen beim Adressaten auch ganz frisch ankommen. Das heisst jetzt aber nicht, dass wir auf Besuchstour gehen, da sind wir hier etwas vorsichtig. Aber dem Weinbauern mit der Begleichung der Jahresrechnung an seiner Haustüre abgeben, im Lädeli beim Einkaufen einen zurücklassen, und Stevo bei seinem morgendlichen Rundgang bei uns einen in die Hand drücken, das geht.

Am nächsten Sonntag reisen wir dann in die Schweiz, etwas später als sonst. Denn eigentlich wäre vor Weihnachten die Masterfeier meines Sohnes an der ETH in Zürich gewesen, diese wird nun übers Internet übertragen. Aber auch vor dem Bildschirm werde ich mit grossem Stolz der Feier zusehen. Ich habe mit meinen zwei Jungs solches Glück gehabt, immer wieder ein Aufsteller in dieser verrückten und oft bedrückenden Zeit.

Wobei wir beim Thema wären, unsere etwas komplizierte Reise-, respektive Rückreiseplanung. Es ist so. Ab dem 10. bis 20. Dezember könnten wir von der Schweiz nach Italien mit einem negativen Covidtest wieder einreisen. Ab dem 21. Dezember bis zum 6. Januar nützt auch der Test nichts, da müssten wir hier in Italien für 14 Tage in Quarantäne. Vom 7. Januar an bis zum - glaube ich - 15. Januar genügt dann wieder ein negativer Test, danach ist wieder gut, da auch hier die Skigebiete öffnen und die Feiertage vorbei sind. So standen wir vor dem Problem, unsere Ferien auf 7 Tage zu beschränken, und dann wirklich "musbeiallei" hier Weihnachten etc. zu feiern. Denn uns ist es am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Januar verboten, die Gemeinde zu verlassen.

Nun, wir bleiben also bis kurz vor Weihnachten in Rupperswil, und bis zum 7. Januar sind wir im Wallis, und lassen uns vor der Rückreise testen, damit wir wieder einreisen können. Da wir weder Skifahren noch andere Pisten- und Après-Ski-Gelüste haben, geht der eventuelle Trubel an uns vorbei. Wir feiern zwar auch dort Weihnachten und den Jahreswechsel alleine, aber es wird doch nicht so still sein, wie momentan hier. Ihr spürt, auch uns "gnüegelets" langsam, wie so vielen anderen Menschen überall. Dank Stevo können wir unsere Ferien so planen, denn er verreist dieses Jahr nicht in seine Heimat. So ist unser Haus- und Hof und unser Büssi bestens versorgt.

All denen, welche bei mir die 3 Bände "Ein Stück Himmer auf Erden - Geschichten aus der Casa Fossello" bereits bestellt haben, danke ich herzlich. Wer diese noch ergattern möchte, der kann mir entweder über die Möglichkeit des Kommentars eine Nachricht senden, oder dann unter casafossello@gmail.com. Die Bücher werden garantiert vor Weihnachten bei euch ankommen, alle drei Bände kosten zusammen 30 Franken. Nun geht es ans Organisieren und Packen, denn es muss auch noch die eine oder andere Bestellung abgearbeitet werden. Auf jeden Fall freuen wir uns riesig auf den Tapetenwechsel.

 

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Antikörper

Roberto ist wieder gesund und munter, die "Erkältung" hat ihm aber arg zugesetzt. Zwei Aerzte haben Corona ausgeschlossen, der serologische Test zeigte jedoch Antikörper. Roberto hatte wohl doch diesen Virus. Ich hingegen habe nichts und zeige auch keine positive Reaktion auf den serologischen Test. Und wir sind nun wirklich tagtäglich zusammen.

Inzwischen hat der Winter das Zepter übernommen, wir sind immer wieder für einige Zeit eingeschneit, bis der Schneepflug kommt. Das passiert meist am frühen Morgen und am Abend. Da müssen wir jeweils pressieren, denn wir können wegen einer Baustelle nur "obsi" nach Montabone rausfahren. Und wer schon bei uns war, weiss, wie steil es ist. Etwas ungemütlich war es beim ersten Schnee. Die ganze Nacht über fiel immer wieder für kurze Zeit der Strom aus, bis er sich morgens um 6 Uhr ganz verabschiedete. So gegen acht Uhr nahmen wir den Holzofen im Wohnzimmer in Betrieb, da es doch langsam kühl wurde. So war wenigstens ein Raum wohlig warm. Zum Glück haben wir einen Gasherd, so war das Kochen kein Problem, und auch in der Küche stiegen die Temperaturen etwas. Zudem mussten wir immer wieder die Wege frei schaufeln, das wärmte zusätzlich. Die morgendlichen zwei Tassen Kaffee fehlten mir sehr, und ich setzte eine "italienische" Kaffeemaschine auf den Einkaufszettel. Ihr wisst, die zum Aufschrauben. Das Elektrizitätswerk versprach, sich um das Problem zu kümmern, welches wahrscheinlich ein grösseres war. Denn wir waren erst nach rund 8 Stunden wieder am Netz. Natürlich stand zuerst einmal eine Tasse Kaffee auf dem Tisch.

Wie wir in Anbetracht des strengen Feiertagsregime hier unsere alljährlichen Dezemberferien in der Schweiz planen, erzähle ich euch morgen.

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Heisse Kartoffeln

Roberto ist erkältet, er hat eine veritable Bronchitis, welche ihn nun die vierte Nacht kaum schlafen lässt. Natürlich waren wir beim Arzt, haben Corona ausgeschlossen, und die notwendigen Medikamente für das Uebel bekommen. Aber, das eine oder andere Hausmittelchen bekommt mein Roberto halt auch noch - zur Linderung und vor allem als "Streicheleinheit". Beispielsweise ist das die Brustauflage mit zerdrückten, geschwellten Kartoffeln. Das tut wirklich gut, und beruhigt auch - eines der wichtigsten Punkte beim Reizhusten. Aber unser "Tirass" mag ihm das überhaupt nicht gönnen. Da sitzt Roberto mit dem Umschlag auf der Brust auf dem bequemen Sofa, vor ihm Tirass, welcher zu gerne etwas von diesen Kartoffeln hätte. Alle Verlockungen und "Gudis" von meiner Seite ignoriert er - der Tirass. Er sitzt wie hypnotisiert vor Roberto, und schnuppert immer wieder an der Kartoffelauflage. Etwas lästig für Roberto, für mich die ideale Gelegenheit, euch diese Geschichte zu erhählen.

Ansonsten kennen wir die Geschichte mit dem Lockdown, jetzt anscheinend nur die sanfte Version. Ich gehe also wie vorher mit Tirass auf den umliegenden Hügeln meine Wanderungen machen - diesmal ohne Selbstdeklaration. Auch ist die Personenzahl, welche sich im Supermarkt aufhalten darf, nicht beschränkt, und der gegenüberliegende Kleiderladen hat auch geöffnet. Wenn ich dann lese, was alles geschlossen bleiben muss, staune ich. Vor allem dann, wenn meine "Nageltante", welche immer nur eine Kundin empfängt, ihr Geschäft schliessen muss. Indessen der Coiffeur seinen Laden mit einigen Kundinnen auf einmal, den Laden geöffnet halten darf. Aber stiller, ja, das ist es geworden. Die Menschen halten sich hier wieder diszpliniert an die Vorgaben, und hoffen auf etwas familiäre Weihnachten.

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Finito

Die diesjährige Saison begann kaum, und schon ist sie beendet. Uns bleibt nichts anderes übrig, als das Jahr 2020 als riesigen Verlust zu vergessen. Es ging in der Schweiz, bei uns und wohl auf der ganzen Welt allen so. Und doch sind wir zufrieden, dass wir die wenigen Gäste bei guter Gesundheit bei uns begrüssen durften, und unsere abgeschiedene Lage dazu beitrug, dass so der eine oder andere unsichere Gast sich bei uns sehr wohl und sicher fühlte. Wir danken allen, welche die Reise zu uns gewagt haben. Wir können aber auch verstehen, dass - nachdem die Covid-Zahlen wieder stiegen - man auf entspannte Tage bei uns verzichtete. Auch wenn wir immer noch die besseren Zahlen als die Schweiz aufweisen, fühlt man sich daheim doch am sichersten. Mir geht es auch jetzt so. Ich war vor wenigen Tagen auf Stippvisite in der Schweiz, und freute mich wieder auf unser relativ abgeschiedenes Leben in der Casa Fossello.

Anders als in den vergangenen Jahren kann ich euch keine grossen Bauprojekte vorstellen, wir sind mit den Investitionen etwas vorsichtig geworden. Wir tun, was nötig ist, aber mit der "Vergolderei" warten wir in diesem Jahr. Die ganze Casa ist gut in Schuss, so der eine oder andere Farbklecks oder da und dort ein anderes Möbel wird es schon geben.

Ja, und auch in der Schweiz hat vielleicht der Online-Einkauf von Weihnachtsgeschenken Priorität. Da wären doch meine drei Bände "Ein Stück Himmel auf Erden - Geschichten aus der Casa Fossello" eine gute Idee. Die Kurgeschichten erzählen von unseren ersten drei Jahren hier, und enden im Januar 2020. Wie bestellen? Einfach im Kommentar, oder eine Mail an mich unter casafossello@gmail.com. Die Kosten: 30 Franken exkl. Versandgebüren für alle drei Bände. Ich würde mich freuen.

Ich wünsche euch bis zum nächsten Mal alles Gute - und - blibet gsund.

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Bilder aus Fontanile

Ich habe sie euch schon lange versprochen, eine kleine Auswahl der Wandbilder von Luigi Amerio aus Fontanile.

Er hält Szenen des Alltags auf Hauswänden und auch auf der Stadtmauer fest. Manchmal muss man schon genau schauen, ob da nicht wirklich ein Blümchen oder die holde Schönheit am Fenster echt sind. Aber schaut doch gleich selber. Zum Schluss gibt es noch ein bisschen Herbst dazu. Ihr wisst ja, für mich die schönste Jahreszeit im Piemont. Die Farbenpracht dauert noch rund 10 Tage.

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Unglaublich

Ich glaube es kaum, dass ich in diesem besonderen Jahr aufgrund der Reservationen kaum dazu komme, den Blog zu füttern. Wir freuen uns wie Honigkuchenpferde über die tolle Buchungslage in diesem Herbst,  habt alle vielen Dank. Zum allerersten Mal durften wir auch ein Paar aus den Niederlanden begrüssen, sie folgten spontan unserem Wegweiser. Zuerst war die Rede von einer Nacht, ein paar Stunden später war auch die zweite Nacht gebucht. Schlussendlich wurden dann sieben Tage daraus. Das ist wohl ein untrügliches Zeichen dafür, dass es ihnen gefallen hat. Ausgerüstet mit einem Couvert voller Prospekte fuhren sie wieder heim. Mal schauen . . .

Geschaut haben wir etwas bange, als gestern ein Gewitter mit "Allerta rossa" über uns zog. Viel Kies wurde weggeschwemmt, und der eine Parkplatz war geflutet. So, dass Stevo ein Loch durch das Mäuerchen machen musste, dass das ganze Wasser wieder abfloss. So ist es halt, wenn man am Hang mit toller Fernsicht wohnt.

Natürlich ist unsere Strasse teilweise wieder schlammig, dafür ist die Sicht wieder staubfrei. Nach einer so langen Zeit ohne Regen freut man sich auch, endlich wieder vom Staub befreit zu sein. Zum Glück hat die Barberatraube nicht gelitten, denn diese ist noch die einzige, welche auf die Lese wartet. Diese wird in den kommenden Tagen beginnen. Warum ich das so genau weiss? Nun ja, meine gute Seele Diana - sie reinigt die Zimmer - kann an den Lesetagen jeweils nicht zu mir kommen. Da liegt es dann an mir, dass die Gäste ein gemachtes Bett, ein sauberes Bad etc. vorfinden.

Nun hoffen wir auf tolles Herbstwetter für unsere Gäste, und ich pilgere endlich nach Fontanile, um die versprochenen Wandbilder zu fotografieren. Das gibt dann den "Stoff" für den nächsten Blog. Und auf den müsst ihr nicht sooo lange warten - versprochen.

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Der Künstler aus Fontanile

 

Es hat lange gebraucht, bis ich ihn endlich zu Gesicht bekam. Luigi Amerio ist Kunstmaler und wohnt in Fontanile. Für unsere Gäste ist dieser Ort bekannt, bei der Anreise ist die Barockkirche mit ihrer Kuppel sehr präsent. Die Gemälde von Luigi Amerio kenne ich schon seit drei Jahren. Ich müsste viel mehr sagen, das Fortschreiten seiner Galerie an den Mauern von Fontanile durfte ich in den letzten drei Jahren mitverfolgen. Am Auffälligsten ist wohl das Bild an der alten Stadtmauer, welches ungefähr 100 Meter lang ist. Letztes Jahr stiess ich bei einer Treppe auf ein neues Gemälde. Alle halten Momente des Lebens auf dem Lande fest.

Und gestern traf ich ihn endlich an, er war an der Arbeit, eine weitere Momentaufnahme an einer Hausmauer festzuhalten. Zwei ältere Männer, sitzend auf einer Bank, und wohl in die Betrachtungen des eigenen, langen Lebens vertieft, meinte ich aus dem noch nicht fertigen Werk herauslesen zu können. Luigi Amerio erzählt, dass die Konterfeis der Menschen nicht seiner Fantasie entsprungen sind, sondern er Menschen aus der Umgebung, welche er fotografiert hat, auf den Hausmauern von Fontanile verewigt. Ich werde euch in den nächsten Tagen noch die einen oder anderen Bilder nachliefern. Jedoch ist es viel eindrucksvoller, wenn man selber durch den kleinen Ort mit der alles beherrschenden Kirche schlendert, und immer wieder auf Momentaufnahmen des Lebens, festgehalten von Luigi Amerio, trifft. Die Erholung von den Reisen durchs wunderbare Piemont gibt es mit Sicherheit bei uns. Ja, und denkt daran, meine Geschichten von den ersten drei Jahren in der Casa Fosello gibt es in drei Bänden zu kaufen.

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Traritraraa

Lesefutter
Lesefutter

Endlich kann ich mit Neuigkeiten aufwarten. Ich habe nach langem Ueberlegen meine Herzensangelegenheit vollendet, und - während des Lockdowns - meine Blogeinträge aufgearbeitet, gebündelt, gestrichen, hinzugefügt. Entstanden sind drei Bände mit Geschichten aus unserer Casa Fossello. Also, mir gefällts, und auch unser Drucker ist des Lobes voll. Ob nun von seiner Arbeit oder ob des Inhaltes, sei dahingestellt.

Die Geschichten vermitteln kurze Einblicke in unser Leben im Piemont, und meinen sprachlichen Anfangsschwierigkeiten mit all seinen humorvollen Facetten. Vor allem auch erzähle ich über die Herausforderungen, welche ein rund 250 jähriges Gebäude - unser Gästehaus - an uns und vor allem an unseren guten Geist, Stevo, stellt. Ob wir ohne ihn überhaupt so weit gekommen wären? So leichten Schrittes wohl kaum. Es gab anderes, was uns bremste. Ich war gerade auf der Suche nach einer Geschichte, welche ich euch sozusagen als "Versuecherli" anbieten könnte. Aber es ist so schwierig. Schaut selber rein, bestellt euch einen, zwei oder alle drei Bände. Und wenn ihr euch jetzt schon Gedanken über Weihnachten macht - voilà, das wäre doch was.

Der Preis? Der einzelne Band kostet 10 Franken, alle drei Bände gibt es für 28 Franken, zzgl. Versandgebühren. Ich freue mich über eure Bestellung.

 

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Ohne Traraa

Eigentlich wollte ich meine selbst auferlegte Schreibpause mit einem grossen "Traraa" beenden. Doch es bleibt beim wollen, das oder gar die "Traraas" sind noch nicht fertig. Dazu gesellt sich noch der Ferragosto. Das heisst, ich werde mit dem "Traraa" wohl bis Ende August warten müssen - und notgedrungen auch ihr.

Ihr fragt euch vielleicht, was es mit der selbst auferlegten Schreibpause auf sich hat. Ich hatte mich da etwas versteift, verrannt, oder was auch immer. Corona war omnipräsent. Dazu kam, dass wir die eine oder andere Absage bekamen von Gästen, welche sich nicht getrauten zu kommen. Da machte sich einerseits Frustration und eine leise Verzweiflung  breit, dem ganzen Geschehen ausgeliefert zu sein, ohne auch nur etwas dazutun zu können, um es besser zu machen. Und all diese Dinge sind keine guten Begleiter, wenn man erzählen möchte, wie es hier so geht. Denn, es geht gut, und der Herbst lässt von den Buchungen her Freude aufkommen. Daher war eine Pause ganz gut. Gerade für mich, welche manchmal etwas gar zu impulsiv in die Tasten greift.

Der Juli und August bescherte uns die einen oder anderen Gäste, und das meist im "Zweierpack". Zu Coronazeiten ist das noch ganz gäbig, die Gäste hatten bei uns somit keine Einschränkungen am Frühstücksbuffet etc. Sohn Christoph war für fast zwei Wochen mit Nana und Kota bei uns - wiederum eine herrliche Familienzeit - unbeschwerte und heitere Tage mit Sonne pur.

Zeitweise war es sehr sehr heiss, mit fast 40 Grad im Schatten, und auf die nächtliche Abkühlung wartete man vergebens. In den Gästezimmern kein Problem, die sind allesamt klimatisiert. Unser Haus jedoch verfügt über keine Klimaanlage. Während Roberto im kühlen Wohnzimmer nächtigte, zog ich für einige Nächte kurzerhand in ein Gästezimmer - es schlief sich herrlich. Nach dem 1. August kam die ersehnte Abkühlung, in der nächsten Woche soll das Thermometer wieder gegen die 40 Grad Marke klettern.

So gönnen wir uns wieder ein paar Tage Bergsommer im Wallis, Tirass wird es uns danken, und Stevo schaut derweil fürsorglich zu unserem Kater sowie zu Haus und Hof. Ueber Ferragosto läuft hier eh nichts, so können auch wir guten Gewissens verreisen. Stevo wäre eigentlich mit seiner Familie normalerweise von Ende Juli bis Anfangs September in Mazedonien. Verständlicherweise wird er dieses Jahr darauf verzichten, eine Quarantäne bei der Rückreise bedeutet ein zu grosser finanzieller Verlust. Zudem beginnt bald die Lese, da ist jede Hand gefragt.

Nun hoffe ich, dass ich nach den Wandertagen dann wirklich mit dem "Traraa" überraschen kann.

A dopo

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"Il Belpaese" hätte es verdient

In letzter Zeit werden wir immer wieder aus der Schweiz angefragt, wie denn die Situation in Italien sei.  Anfänglich haben wir etwas erstaunt darüber reagiert. Wir waren der Meinung, dass man doch sehr gut informiert sei. Doch, wir sind seit Juni mittlerweile zum zweiten Mal im Wallis in Kurzferien, sind wir eines anderen belehrt worden. Keine Information über den Belpaese, höchsten im Fernsehen Reklame über Oesterreich. Da sind wir doch etwas konsterniert, weil – aktuell – sind die Fallzahlen in Italien besser als in der Schweiz; gemessen an der Bevölkerung. Hat das System? Steckt da Kalkül dahinter? Wenn ja, ist das sehr schade, dass man mit dieser Fehl-, Falsch- oder gar keiner Information die Bevölkerung im Land behalten will. Haben denn die Eidgenossen keine Angst vor den Touristen aus dem Ausland? Da atmen Belgier, Holländer, Franzosen, Deutsche, Italiener und viele mehr die gleiche Luft ein und aus wie die Schweizer. Ob im Einkaufszentrum, in der Seilbahn, im Restaurant etc. Und ja, im Restaurant gelten ja anscheinend kaum mehr Einschränkungen. In Italien? Da ist man nach wie vor sehr vorsichtig. Seit Wochen sind wir auf stets gleich tiefem Niveau. Natürlich tragen wir Masken im Einkaufszentrum und im öv. In den Restaurants gilt immer noch die Zweiertischregelung – ausser bei Familien. Bei Freunden wird ein grösserer Tisch beispielsweise für 4 Personen mit gebührendem Abstand angeboten. Immer noch nah und gemütlich. Ebenfalls bleiben die Discos und Clubs bis auf weiteres geschlossen.

 

Nochmals zur Erinnerung; Italien hat wohl den härtesten Lockdown in Europa durchgemacht. Es war kein Spaziergang. Ueber zwei Monate waren Millionen von Menschen in ihren Wohnungen eingesperrt, nur eine Person durfte nur mit Zertifikat für die ganze Familie einkaufen gehen. Die Kinder? Ueber zwei Monate in ein und derselben Wohnung. In Wohnungen, welche einerseits klein, und anderseits kaum Balkone haben. Viele jedoch haben in den Hügeln Zweitwohnungen etc. Doch diese durften erst nach zwei Monaten wieder besucht, und die Gärten bewirtschaftet werden.

 

Und nun, nachdem das italienische Volk mit so viel Disziplin nach dem Lockdown die Zahlen auf ein sensationell tiefes Niveau gebracht hat? Da schweigen die Nachbarländer. Die Länder, welche es nicht versäumt haben, die Bilder von Bergamo immer und immer wieder in den Zeitungen abzudrucken, oder über den Bildschirm flimmern zu lassen. Da frage ich mich als Journalistin: wo ist da die gerechte Berichterstattung? Ausser den «Abgesang Italiens» lese ich keine einzige erfreuliche Zeile. Die Italiener hätten indes Applaus, ein Chapeau und viele Reisende in dieses wunderbare Land verdient.

 

Wir durften seit Mitte Juni bereits einige Gäste bei uns begrüssen, wir haben uns riesige gefreut. Und alle haben sich sicher und sehr gut aufgehoben gefühlt. Abschliessend noch eine Reaktion einer unsere Gäste:

 

«Kei Tag vergoht ohni en Rückblick uf die letschti Wo. Mer händ eus so sicher gfüehlt. Mer händs gnosse  vom morge bis am obe. Shoppe , Wydegustation, Käffele. Mer händ glücklechi Mensche,  ob ide Stadt oder ufem Land, dörfe erlebe. Ond au met wenig italienische Kenntnis hämmer do und det en Schwatz duregfüehrt. Freue eus scho ufe September.”

Noch nie, und wahrscheinlich nie wieder wird man so viel Platz an den Stränden haben, oder die Sehenswürdigkeiten in den Städten so ruhig besichtigen können – nutzen Sie die Möglichkeit.

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Wir starten

Endlich, am Samstag begrüssen wir unsere ersten Gäste in diesem Jahr – ein besonderer Augenblick. Die Freude ist gross, wir sind fast ein wenig nervös. In den letzten 10 Tagen haben wir Ferientage in der Schweiz genossen. Endlich konnte ich wieder meine Söhne und Schwestern sehen, es waren besondere Augenblicke. Mit einem etwas mulmigen Gefühl strebte ich am 7. Juni der Schweizer Grenze entgegen. Mulmig, weil die Grenze ja nur einseitig – von Italien – geöffnet war. Aber ich wusste, dass ich als Schweizerin so oder so einreisen durfte – ungewohnt war es trotzdem. Aber meine Sorgen waren unbegründet. Auf der italienischen Seite keine Grenzbeamtenseele, und am Schweizer Zoll wurde ich gefragt, ob ich für Einkäufe nach Italien gereist sei. Also, der Zöllner hat gar nicht darauf geachtet, dass ich mit einem italienischen Nummernschild anrollte.

 

Nach einer Stippvisite im Aargau ging die Reise weiter ins Wallis. In Montana stand natürlich das Wandern auf dem Tagesprogramm. Dank der momentan guten Verfassung von Tirass konnten wir grössere Touren unternehmen. Wir hoffen, dass es so bleibt. Er hat etwas an Gewicht zugelegt und ist auch kräftiger geworden. Die Anfälle kommen momentan so alle fünf Wochen. Immer noch recht häufig, aber wir haben uns an den Gedanken gewöhnt, dass unser Hund wohl zu denen gehört, welche nicht therapierbar sind.

 

Seit gestern sind wir wieder in unserer Casa, und die Arbeiten im und ums Haus sind fast beendet. Da es in der ganzen letzten Woche fast ausschliesslich geregnet hat, konnte Stevo erst heute die Einfahrt etc. neu einkiesen. Dem Unkraut wird morgen der Garaus gemacht, die Rosen bekommen den längst fälligen Schnitt, und am Freitag kommt dann der Rasenmäher zum Einsatz. Diana hatte während unserer Abwesenheit die Gästezimmer hergerichtet, am Freitag werden dann noch die Fenster geputzt. Hoffen wir, dass mit dem Regen nun Schluss ist. Schlussendlich pützeln auch wir uns raus, am Freitag ist Coiffeurtag. Nicht, dass man uns nicht mehr erkennen würde, es hat sich vom Tag her einfach so ergeben.

 

Wir wurden in der Schweiz immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie es denn mit dem täglichen Leben in Italien so sei. Kurz gesagt, wie beispielsweise in Deutschland. In den Geschäften muss man eine Maske tragen, die Temperatur wird nur noch selten gemessen. Ansonsten ist das Maskentragen nur noch dann nötig, wenn beispielsweise auf dem Markt der Abstand nicht eingehalten werden kann. Beim Restaurantbesuch braucht es die Maske nur beim Eintreten, am Tisch nicht mehr. Und wenn man draussen sitzt, erübrigt sich diese sowieso. Wir waren vor unseren Ferientagen noch auswärts essen, es war gemütlich und ausgezeichnet wie immer. Eigentlich müsste man jetzt die Strände und Städte besuchen, nie hat man mehr Platz als in diesem Sommer. Und bei uns? Da hat es wie gewohnt genügend Platz und wenn gewünscht jede Menge Privatsphäre.

 

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Gute Nachrichten

Tolle Neuigkeiten heute Abend. In ganz Italien hat es heute nicht mehr als 178 neue Fälle gegeben. Und das bei rund 60 Mio. Einwohnern. Das sind seit Ende Februar die besten Zahlen überhaupt - das macht Freude. Aber noch mehr Freude bereitet mir, dass ich am kommenden Sonntag für ein paar Tage in die Schweiz reise, um endlich meine Söhne und Schwestern zu sehen. Zwar hätte ich als Schweizer Bürgerin schon immer einreisen dürfen, jedoch die Ausreise wäre dann in Italien mit einer Quarantäne von zwei Wochen belegt gewesen. Das fällt am 3. Juni weg, dann sind die Grenzen zum Belpaese wieder offen. Und in Anbetracht der guten Nachrichten kann man wieder problemlos Ferien bei uns geniessen. Seien Sie willkommen, die Zeit ohne Gäste war schwierig.

Doch auch sonst haben wir Neuigkeiten. Bis anhin hatten wir im Dorf ein tolles Restaurant, nun kommt ab Mitte Juni ein zweites dazu. Sportliche Gäste können zu Fuss nach Montabone zum Essen pilgern. Wer es lieber bequem möchte, den führen wir natürlich hoch, und stehen später wieder bereit, um die zufriedenen Gäste nach Hause zu chauffieren. Und nach wie vor hat Acqui Terme kulinarisch so einiges zu bieten. Diese Woche gehen wir nach langer Abstinenz wieder auswärts essen, mal schauen wie es sich so anfühlt. Für den Vergleich zur Schweiz ist bereits gesorgt, der Tisch im alten Landgericht in Lenzburg ist reserviert.

Mit so viel positiven Nachrichten können wir gut gelaunt in die neue Woche starten. Wir wünschen auch euch einen guten Start und viel Gfröits.

 

 

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Gärn ha

"Auso, wett mi gärn hesch, denn . . . ." Kennen wir diesen Satz nicht alle, egal in welchem Zusammenhang. Bei uns kommt dieser äusserst selten vor, und wenn, dann von Roberto, und nur - also wirklich, nur - wenn er beim Kartenspiel verliert. Und natürlich lass ich ihn nicht gewinnen, trotz aller Liebe. Denn, mein Roberto gewinnt sonst meistens. Aber bein Jokerspiel war es beispielsweise heute Abend schon etwas bitter für ihn, 12:2

Sonst gewinnt er ja regelmässig. Sei es beim Mühlespiel, beim erwähnten Joker oder bei den im Moment rege gespielten Dinge auf Facebook. Obwohl, bei FB gewinne ich auch recht häufig gegen Roberto. Ihr ahnt es, wir spielen gerne gegen- und auch miteinander. Wobei, das Miteinander ist im Moment etwas schwierig, dazu fehlen die Partner, damit wir uns wieder zusammentun können. 

Da die Grenzen immer noch dicht sind, und wir offiziell erst am 18. Mai wieder öffnen dürfen, haben wir viel Zeit, um am Abend zu spielen. Der Tag ist nach wie vor angefüllt mit den täglich Arbeiten, um unser B&B bezugsbereit zu halten. Auch machen wir grosse Spaziergänge mit unserem Tirass, ihm geht es im Moment ziemlich gut. Aber nach dem Nachtessen möchten wir nicht nur vor dem Fernseher sitzen, und deshalb spielen wir. A-propos Spiele. Nächste Woche soll ein Bundesligaspiel übertragen werden. Dann wird Roberto ganz sicher hin und weg sein, und die 90 Minuten Spiel in vollen Zügen geniessen. Auf den Ausgang werde ich mit all meinem "Gärn ha" keinen Einfluss nehmen können. Hauptsache ist, der Fussball ist - wenigstens auf dem Bildschirm - zurück.

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Kochbücher lesen

Lieben Sie es auch, in Kochbüchern zu lesen? Also ich meine nicht in Kochfibeln, in welchen sich Rezepte an Rezepte reihen. Nein, ich meine diese, welche zwischendurch mit Informationen zu den Lebensmitteln und den Geschichten und Legenden, welche sich um Gerichte ranken, aufwarten. Darin kann ich mich stundenlang vertiefen. Oder besser gesagt, bis mein Hunger so gross ist, dass ich selber zu den Pfannen greifen muss. Heute hatte ich es bequem, während ich las, respektive immer wieder vorlas, kochte Roberto unser Nachtessen. Dies deckte sich - ausser dass es vorzüglich schmeckte - in keiner Art und Weise mit meinem Lesestoff. Während ich von dem nötigen Lüftchen las, welches durch verschieden Täler und über Hügel streift, um dann -  angelangt im Parmatal - mit seiner Würze den Parmaschinken zu trocknen, bereitet Roberto einen Merluzzo mit Kräuterkruste im Ofen zu, dazu gab es Peperonata. Wir geben uns lediglich am Freitag oder Samstag der "Völlerei" hin, ansonsten sind wir ziemlich "schlank" unterwegs. Aber zurück zum Lesen der Kochbücher. So las ich heute die hübsche Legende über die Entstehung der Tortellini, oder auch, dass der Sieg und der Erfolg der französischen Küche auf die Kultur der italienischen Renaissance zurückzuführen sei. Denn, Katharina von Medici, die Gattin Heinrichs II. von Frankreich, brachte ausser Musikern, Malern und Schauspielern auch Köche aus Italien in die Ehe mit und führte in der französischen Gesellschaft die gastronomische Tradition und Raffinesse festlicher Veranstaltungen ein. Auch weiss ich jetzt, woher die Pizza Margherita ihren Namen hat, und bin auf das älteste italienische Tomatenrezept gestossen. Natürlich bin ich bei den einen oder anderen Rezepten hängen geblieben, und mein Einkaufszettel für morgen wurde immer länger und länger; und ich bin erst beim Kapitel des Gemüses. Aber wir haben ja Zeit, obwohl wir am 18. Mai wieder offiziell den Betrieb aufnehmen. Aber bei geschlossenen Grenzen wird sich bei uns nicht viel tun. Doch auch was das Kochen anbelangt, wären wir bereit. Und wenn mir zwangsläufig noch mehr Zeit gegeben wird, dann wage ich mich an das Kochbuch, welches ich von meinem Sohn Christoph zu Weihnachten bekam. Darin sind vorwiegend alte piemontesische Rezepte, mit den nötigen Erklärungen zur Entstehung und den richtigen Produkten aus den Tälern und Dörfern des Piemonts.

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Woche acht

Wenn ich jetzt in die Tasten greife, und zu erzählen beginne, wie enttäuscht die Italiener, wir,  und ganz viele kleine Gewerbetreibende ob der so viel gepriesenen Phase 2 sind, dann kommt nichts Gutes dabei heraus. Unsere Hoffnung liegt nun auf dem öffentlichen und politischen Druck auf die Regierung, so doch die eine oder andere Massnahme zu lockern. Das Beispiel der Gärtnereien und der Baumärkte, welche - nach dem Entscheid, dass die Menschen wieder in ihre Gärten dürfen - unverzüglich öffnen durften, stimmt zuversichtlich.

Stattdessen gibt es nun viele Bilder von unseren Spaziergängen in der vergangenen Woche.

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Wir sind bereit

Unser Dialog neulich:

Ich: Ich ga mi no schnäll ga zwäg mache. (Anmerkungen: also das geschieht jeden Tag)

Roberto gibt sich erstaunt: Worum, wär chunnt?

Ich: Eh, hüt chömi üser Gescht.

Roberto: Ou, fasch vergässe. Was mache mer zum zNacht?

Ich: Diversi Vorspise, es Crostata mit Spargle, es Tagliata, zum Dessert en Bounet

Roberto: Guet, i höckle ou derzue.

 

Liebe Lesende, das kommt davon, wenn man seit Wochen keinen anderen Menschen zu Gesicht bekommt, als den Partner, da kann es schon vorkommen, dass die Fantasie mit uns durchgeht. Denn, erst jetzt können wir ganz leise hoffen, dass eventuell im Laufe des Mai wir wieder Gäste bei uns begrüssen dürfen - sofern die Grenzen wieder völlig offen sind. Bis zum 3. Mai haben wir noch Ausgangssperre, aber so nach und nach soll das eine oder andere gelockert werden. Es gibt das Gerücht, dass ab dem 4. Mai alles auf einen "Tätsch" wieder möglich sein soll. Da wüsste man nach 8 Wochen daheim kaum, wohin man zuerst soll. Ich persönlich hoffe, dass wir schon bald wieder ohne zwingenden Grund über die Gemeindegrenzen hinaus gehen können. Mir fehlen die wunderschönen Wanderungen durch die Weinberge und über die Hügel von Fontanile und Alice Bel Colle oder Strevi.

Aber es wird wohl sehr lange eine Zeit geben, in welcher hier wie in der Schweiz nichts sein wird wie vorher. So soll es beispielsweise in einzelnen Bereichen, Supermercato etc., eine Maskenpflicht geben. Ebenfalls ist das Distanz halten weiterhin vonnöten. Wir sind jedoch vorbereitet. Auf den Zimmern hat es nun neben Duschmittel, Haarshampoo und Zahnpasta auch noch Masken und Desinfektionsspray.

Bei uns fällt es ja nicht allzu schwer, Distanz zu halten, die diversen Tische oder Liegestühle weit genug voneinander entfernt lassen ein gemütliches Beisammensein zu, ohne wirklich nahe zu sein. Auch werden nur 3 Zimmer verfügbar sein, ausser, es hat sich eine Gruppe gemeldet. Und die Zimmer besitzen alle sowieso neben dem Schlafzimmer eine Stube, eine Terrasse oder eine Laube. Da ist Privatsphäre garantiert. Unsere Weinbauern kommen auch zu uns, wenn eine Degustation gewünscht wird, wobei es kleine, feine Güter sind, und keine anderen Reisenden zugegen sind, wenn wir angemeldet sind. Die Wanderwege sind ideal, da begegnet man eigentlich nie jemandem. Bleiben nur noch die Restaurants. Da werden sich die Wirte sicher etwas einfallen lassen. Und sonst kochen wir halt für unsere Gäste nicht nur am Ankunftstag. Ihr seht, wir sind gerüstet, und freuen uns auf euch. In der Zwischenzeit geniessen wir die Casa Fossello notgedrungen zu zweit. A dopo.

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Woche fünf und sechs

Derweil Roberte sich einen Fussballmatch aus früherer Zeit - 2006 Halbfinal Deutschland-Italien an der WM- anschaut, versuche ich, mich nicht allzu sehr über das Gebahren einiger weniger Eidgenossen aufzuregen. Seit vier Wochen herrscht bei uns absolute Stille. Höchstens am frühen Morgen - wenn ich mit dem Hund auf Tour bin - wird diese unterbrochen durch Lastwagen, welche im Tal auf der Hauptstrasse von und nach Acqui Terme fahren. Ab und zu ein PW, aber der Fahrer muss wohl zur Arbeit. Ehrlich, ich staune über die Disziplin der Italiener. Ich kann es zwar nur für unsere Region beurteilen, aber die ist musterhaft. Die Ausgangssperre ist ein eklatanter Eingriff in die Bewegungsfreiheit. Vor allem in den Städten ist dies wahrscheinlich schwer auszuhalten. Aber es funktioniert, und viele Stimmen haben sich via den sozialen Medien zu Wort gemeldet mit dem Aufruf, die kommenden zwei Wochen noch auszuharren. Chapeau den Italienern. Und die Zahlen lassen hoffen.

Heute beispielsweise war ein wunderbarer Frühlingstag. Ach was sage ich, es war bereits etwas Frühsommer in der Luft. Unter uns im Tal die Strasse, welche normalerweise in dieser Zeit von Motorradfahrern massenhaft befahren wird. Heute? Kein Ton. Und ich bin sicher, dass diesselbe Disziplin am kommenden Osterwochenende herrscht. Diese Nation, welche sich - nach Meinung von uns Schweizern - nicht allzu streng an das Gesetz hält. Aber, die Italiener wollen endlich aus der Ausgangssperre raus. Und das geht nur, wenn man sich im Moment wirklich daran hält.

Und genau das scheinen viele in der Schweiz nicht zu wollen. Die Zahl der Unfälle, Toten und Verletzte auf der Strasse, unterscheidet sich kaum von einem x-beliebigen Wochenende früher. Wir nehmen hier einen Teil der Schweizer Bevölkerung wahr als zwängelnde Kinder. Ist es denn so schwierig, für einmal auf den Ausflug zu verzichten. Ich weiss, viele sind der Meinung, da wo sie hingehen, sei sowieso keine Menschenseele. Die Bilder, welche heute in Umlauf waren, erzählen vom Gegenteil. Auch ich befürchte nicht, dass der Virus bei mir grossen Schaden anrichtet, aber das ist nie und nimmer ein Grund, weshalb ich mich nicht an die Empfehlungen des Bundesrates halten möchte - hier sind es Verbote mit Androhung von hohen Bussen oder Gefängnis. Aber wollen die Unbelehrbaren wirklich, dass ihre Partner, Eltern und Grosseltern länger als nötig in ihren Wohnungen ausharren müssen, damit man den eigenen Egoismus ausleben kann? Denn genau auf das läuft es hinaus. Die Auswüchse dieses und des nächsten Wochenendes sind `nicht sofort, sondern erst nach zwei oder drei Wochen ersichtlicht - wenn es für den einen oder anderen schon zu spät ist.

Entschuldigt bitte, dass ich mich gerade etwas echauffiere, aber auch wenn man das Gefühl hat, das Ganze sei nur Panikmache, könnte man sich doch einfach nur einmal an die Empfehlungen halten. Denn, je schneller wir aus dieser Situation raus sind, umso weniger "wirtschaftliche" Opfer gibt es. Und können wir abschätzen, wie viele Kinder Schaden nehmen wenn sie so lange Zeit ohne soziale Kontakte nach Aussen verbringen müssen? Sei es in der Schweiz oder in Italien. Und mal ehrlich, freut sich nicht der eine oder andere schon auf die Sommerferien an der Adria oder Riviera? Aber je länger, dass es dauert, um so weiter muss man dann dem Strand entlang marschieren, um ein noch funktionierendes Bagno zu finden oder eine Bar. Auch nächstes Jahr Nun - jeder einzelne hat es in der Hand.

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Albtraum

Wir können unverhofft endlich neue Gäste begrüssen. Wie bin ich nervös. Aber irgendwie will alles nicht wie gewohnt klappen. Mir zerreisst die Bettwäsche beim Anziehen - zu lange wurde sie nicht mehr gebraucht. Für den Willkommensaperitif können wir nur einen staubigen und dreckigen Schuppen anbieten, und das Gästehaus - ein Graus . . . .

Zum Glück erwache ich inmitten meines wirklich schrecklichen Albtraums. Und ja, zum Glück ist alles nur ein Traum. So sehr ich mir es wünsche, dass wir endlich wieder Gäste bei uns begrüssen dürfen; so darf es sicherlich nicht sein, und soweit wird es auch nicht kommen. Aber wir sind bereit, alles ist herausgepützelt, vieles neu gestrichen und ein Teil neu renoviert, und wir freuen uns, wenn es endlich wieder los geht. Wann das sein wird, wird sich zeigen. Aber man darf ja den Optimismus nicht verlieren. Und in Anbetracht der neuesten Zahlen, bin ich verhalten froh gestimmt, dass wir eventuell doch noch einen Teil der Frühlingsgäste bei uns begrüssen dürfen.

Hoffen Sie mit mir.

 

 

 

 

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Landleben

Zum ersten Mal in diesem Jahr schreibe ich den Eintrag draussen, wir geniessen Frühlings- ja fast Frühsommertage. Die Begleitmusik in der gewohnten Ruhe ist ein Weinbauer mit seinem Traktor, nichts Aussergewöhnliches. Man könnte fast vergessen, dass wir uns in einer ausserordentlichen Zeit befinden. Stevo ist an den Abschlussarbeiten, kein Problem, denn hier kann man sich sehr gut aus dem Weg gehen. Wir zupfen derweil Unkraut, mähen Rasen und Wege, und pützeln das Gästehaus heraus. Denn, irgendwann wird sich dieses wieder mit Leben füllen. Eigentlich Idylle pur. Wir wissen aber jetzt schon, dass wir die in den kommenden Wochen fehlenden Einnahmen bis Ende Saison nicht mehr generieren können. Aber das geht wohl den meisten so.

Zwar dürfen wir ausser für Einkäufe das Gemeindegebiet nicht verlassen, aber wer schon einmal bei uns war, weiss, wie weitläufig es bei uns ist. Es ist uns bewusst, dass wir uns in einer guten Situation an hervorragender Lage befinden. Ja, manchmal vergessen wir fast die Einschränkungen. Nicht so in den Städten. Wie beengend muss es sein, die Zeit in der Wohnung zu verbringen, und vor allem, die Situation den Kindern zu erklären. Im Moment darf man für sportliche Betätigung - aber nur einzeln ausgeführt - nach draussen, auch Spazieren ist erlaubt. Aber immer nur alleine, oder mit der Person, mit welcher man auch daheim zusammen ist. Spaziergänge mit Hunden sind ebenfalls erlaubt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich so mancher Hund in einer anderen Welt wähnt. Denn so oft, wie die Leute mit ihren Hunden in der Stadt Gassi gehen, ist das nicht üblich.

Unsere Ausflüge nach Acqui Terme beschränken sich auf das Minimum, nämlich, um die Dinge einkaufen zu gehen, welche im Dorfladen nicht erhältlich sind.  Das "uns" gibt es dabei nicht, nur eine Person pro Familie darf einkaufen, und auch das nur mit Ausgangsschein. Die Carabinieri kontrollieren häufig, sind aber sehr nett. Ihr seht, die Vorgaben sind happig - aber wenn sich der Erfolg in den nächsten Wochen einstellt . . .

Ich bin ja so verchlüpft, als ich die leergekauften Regale in den Schweizer Geschäften sah. Ist die Angst wirklich so gross? Vor zwei Wochen sah man hier vereinzelt Leute mit übervollen Wagen, aber nun ist der Alltag eingekehrt. Es fehlt an nichts, und die Stimmung ist ruhig. Na ja, wir sind euch punkto Einschränkungen etwas voraus, wir sind in der zweiten Woche. Etwas ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Im Supermarkt tragen sozusagen alle, Kunden wie Personal, Masken. Da kommt man sich ohne etwas deplatziert vor. Also stülpe auch ich mir eine über, die Handschuhe sind sowieso Standard. Aber ich sage euch, das Atmen fällt schon etwas schwer, und draussen ist das tief Luft holen eine Wohltat. Ich hoffe, dass auch euch das mit Abstand Zusammenstehen nicht allzu schwer fällt. Häbets guet.

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Immer um 18 Uhr

Seit vier Tagen leben wir sozusagen in Isolation, noch drei Wochen hat Italien vor sich. Man spürt, alle hoffen, dass die auferlegten Einschränkungen Wirkung zeigen. Aber noch ist es leider nicht soweit. Jeden Abend um 18 Uhr sitzen wohl viele im Belpaese vor den TV-Geräten um Signore Borrelli, dem Chef des italienischen Zivilschutzes zu lauschen. Es ist wohl eine der bekanntesten Stimmen in Italien im Moment. Er ist der, welcher mit seinen Nahrichten - im Moment noch - die Hoffnungen zunichte macht, dass die Ansteckungen gegenüber dem Vortag nicht zugenommen haben. Da braucht es Zeit, und die Hoffnung wird in den nächsten Tag weitergetragen. In den Städten und teilweise in den Dörfern organisiert man sich, dass zu einer bestimmten Stunde alle das Fenster öffnen, zu singen oder zu musizieren beginnen. Leider sind wir etwas zu abgelegen, als dass wir etwas von diesen Konzerten hören können, aber die sozialen Medien "berichten" uns davon. Mich rühren diese Aufnahmen ehrlich zu Tränen. Auch das ist eine Art Zusammenstehen in dieser schwierigen Zeit.

Mir wurde in den vergangenen Tagen so der eine oder andere Entscheid abgenommen. Von Samstag auf Sonntag kam die Nachricht, dass die Provinzen Alessandria und Asti zur roten Zone gehören. Also war, nach meinerseitigen Zweifeln,  klar, dass ich morgen Samstag nicht in die Schweiz reisen konnte, um mit meinem Sohn den 30sten Geburtstag zu feiern. Etwas verunsichert wusste ich auch nicht, ob denn der Besuch des Coiffeurs in Asti ein gescheites Unterfangen wäre, da man ja einen gewissen Abstand zu seinem Nächsten haben müsste. Und der ist beim Coiffeur mitnichten gegeben. Einen Tag später herrschte Klarheit - alle Geschäfte ausser Lebensmittelgeschäfte und Apotheken mussten geschlossen bleiben.

Und da habe ich eine Frage an euch: Wie haltet ihr es denn, so ohne generelle Geschäftsschliessungen mit solchen Terminen? Denn der Abstand beim Coiffeur, bei der Manicure, bei der Massage etc. ist ja auch in Anbetracht der Schweizer Empfehlungen nicht gegeben. Geht ihr trotzdem hin, oder verschiebt ihr diese Termine? Und: wie grosse Sorgen macht ihr euch?

 

 

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Abgeriegelt

Heute Morgen kamen wir uns so richtig gut betreut vor, um halb Neun stand unser Gemeindepräsident mit den Carabinieri vor dem Tor. Sie wollten wissen, wie die Lage betreffend der Gäste sei. Konkret, ob wir eventuell anwesende bereits in ihre Heimat geschickt und den bis zum 3. April zu erwartenden abgesagt hätten. Haben wir bereits schweren Herzens gemacht. Da wir in Montabone eine der wenigen Beherbergungsbetriebe sind, welche bereits anfang März die Tore wieder öffnet, konnten die Beamten ihre Runde wohl rasch beenden. Die meisten öffnen am 1. April oder an Ostern.

Es ist wirklich ein etwas beklemmendes Gefühlt, wenn man ausser zum Allernötigsten nicht mehr von Daheim weg darf. Wir gehen in der gästefreien Zeit zwar auch nicht jeden Tag nach Acqui Terme oder auf Besuch. Aber wenn das Zuhausebleiben zur Pflicht wird, dann ist das etwas ganz anderes. Für jede Tätigkeit ausserhalb unseres Grundstückes müssen wir eine "Autocertificazione"  dabei haben, welche aussagt, warum wir gerade nicht an unserem Wohnort sind. Sogar, wenn ich mit dem Hund auf Wanderung bin, wo ich eh niemanden antreffe. Auch fürs Einkaufen haben wir eine dabei. Im Supermercato hat sich einiges geändert. Das Personal an der Kasse ist mit Masken ausgerüstet, und alle haben Handschuhe an. Die sonst sehr nette und gesprächige Signora bei den Selbstzahlkassen machte heute einen sehr grossen Bogen um die Kunden und liess jede zweite Kasse sperren, um ja den Abstand von Kunde zu Kunde zu wahren.Auch wird man immer wieder dazu aufgerufen, den Abstand zum nächsten zu wahren.

Aber es geht ja Millionen von Menschen genau gleich im Belpaese. Standen am Sonntag, als über Nacht das Piemont zur roten Zone erklärt wurde, so ziemlich alle unter Schock, hat sich das etwas gelegt. Die Regale im Supermercato sind gut gefüllt, und von Hektik oder sogar Hamsterkäufe keine Spur (mehr). Die fanden vor rund zwei Wochen statt. Auch die Nespressolieferung ist gestern pünktlich einen Tag nach Bestellung eingetroffen. Einzig der Nachschub aus der Schweiz von Kaffeerahmfläschli und Le Parfait Portiönli kommt etwas ins Stocken, mit diesem Manko können wir leben.

Wir haben ja das Glück, ein grosses Grundstück zu haben, da fällt einem die Decke weniger auf den Kopf. Im Moment gibt es draussen genug zu tun, und auch das Wetter spielt mit. Aber äbe, freiwillig daheim zu bleiben ist was anderes als auferlegt.

Das Piemont hat zwar mit seinen Corona-Fällen gemessen an den über 4 Mio. Einwohner eine nicht gerade hohe Zahl, aber man versteht die Situation und fügt sich den Vorschriften. So ist es auf der Hauptstrasse sehr sehr ruhig, am frühen Morgen sieht man nur vereinzelt Lastwagen durchfahren. Alle haben die gleiche Hoffnung, dass die Einschränkungen bis zum 3. April Erfolge zeigen. Natürlich auch wir, neben den fehlenden Einnahmen fehlt uns vor allem der Kontakt mit den Gästen, das Kommen und Gehen, und die Freude, wenn es ihnen gefallen hat.

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Reisen ins Piemont

Täglich erreichen uns besorgte Nachrichten, wie es uns hier so gehe in der momentanen Situation. Uns geht es sehr gut, das Piemont ist vom Coronavirus kaum betroffen. Wir können nachvollziehen, dass ob den manchmal übertriebenen, ja zum Teil an den Haaren herbeigezogenen Medienmitteilungen die Unsicherheit wächst, ob denn eine Reise ins Piemont, oder auch zu uns ins Südpiemont überhaupt noch angezeigt ist. Wer sich über die Situation selber informieren möchte, kann dies unter www.regione.piemonte.it/Sanità tun. Die Seite ist nur auf Italienisch, aber Goggel übersetzt ziemlich wortgetreu. Diese offizielle Seite schaltet mehrmals täglich die neuesten Informationen auf.

Nach den ersten Nachrichten aus der Lombardei wurden auch hier Grosseinkäufe getätigt, jedoch waren nicht die Konserven, sondern die Teigwaren und Zitrusfrüchte heiss gefragt. Ihr seht, andere Länder, andere Sitten.

Mittlerweile haben wir wieder "Normalbetrieb", die Bars waren gestern Abend gut besucht, und auch die Restaurants wurden frequentiert. Dass unter der Woche die Strassen in der Altstadt relativ leer sind hat nichts mit dem Virus zu tun. Das ist normal, die Saison beginnt erst in ein paar Wochen - mit hoffentlich vielen Besuchern des Piemonts. Das ist wirklich alles, was uns im Moment bleibt - zu hoffen.

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Doch noch eine Baustelle

Was haben wir doch noch vor wenigen Wochen gesagt? "Dieses Jahr keine Baustelle mehr. Kein Staub, kein Schlamm." Nun ja, Staub wird es geben, aber Schlamm und Dreck ganz sicherlich nicht. Dies ist der Treppenaufgang zum Zimmer "Aldilà". Er ist zwar noch völlig in Ordnung, aber die Holzdecke zeigt doch langsam die eine oder andere Stelle, welche übermalt werden müsste. Zudem war der Stützbalken an seinem Fusse ziemlich morsch, er musste ausgewechselt werden. Und wenn Stevo schon das Gerüst aufstellt, dann machen wir auch Nägel mit Köpfen. Wie ihr seht, ist der neue Balken schon gesetzt, nun werden noch neue Dachrinnen und Abläufe montiert und die Decke beim Treppenaufgang und auch beim Sitzplatz auf der Laube wird neu - Stevo montiert eine neue Decke. Die rosafarbene Wand wird dann in Weiss gemalt, und noch die eine oder andere Kleinigkeit gemacht. Ich freue mich darauf, denn in diesem Teil war es immer schwierig, zwischen den Dachbalken die Spinnweben zu entfernen. Wenn dann wirklich alles bereit für die neue Saison ist, mache ich euch mit den Bilder etwas gluschtig. Wir sind zwar schon erfreulich gut durchs Jahr gebucht, aber ich kann bei dieser Sache kaum über den eigenen Schatten springen. Am liebsten wäre mir, ich könnte schon jetzt sagen: "Sorry, erst nächstes Jahr wieder". Da drückt halt wohl das Sicherheitsdenken der Schweizerin durch.

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Roberto ist nervös

Bekanntlich öffnen die Restaurants bei uns auch in den Wintermonaten erst um 20 Uhr. Jedoch in der einen oder anderen Bar ist das Aperoangebot ab 18 Uhr so gross, dass man mit einem oder auch zwei Gläser Wein genug vom Buffet naschen kann, dass der Hunger gestillt ist. So alle zwei Wochen einmal gönnen wir uns uns einen solchen reichhaltigen Apero, und sind dann auch nicht allzu spät wieder daheim. Wobei "sich gönnen" schon relativiert werden muss. Das Glas Wein kostet 5 Euro, und das Buffet ist dann mehr als reichhaltig. Aber das war es nicht, was meinen Roberto nervös machte. Erst auf dem Heimweg sagte er etwas verhalten: "I bi scho e chli närvös". Erstaunt schaute ich ihn an, denn ich wusste genau, ich konnte nicht der Auslöser sein. Da kennen wir uns schon etwas zu lange, als dass ein kleiner Aperitif mit lauter bekannten Gesichtern im beschaulichen Acqui Terme ihn auf ihrgend eine Weise nervös machen könnte.

"Säg, was isch denn?", fragte ich besorgt. "Eh, hüt faht ja San Remo a`" meinte er schmunzelnd. Ach ja, San Remo. Ich weiss ja nicht, wie weit ihr das ganze Brimborium mitbekommt. Aber bereits seit Tagen, ja Wochen, wird darüber berichtet. Wer wann was gesagt hat, wer ans Mikrofon treten darf, wie viel Gage da ausbezahlt wird - es sind horrende Summen. Im Vorfeld werden Wetten abgeschlossen, um wie viele Sendestunden heute überzogen wird. Letztes Jahr hat sich ob des Gewinners mit Migrationshintergrund sogar der Minister Salvini zu Wort gemeldet. Natürlich nicht lobend. Man bemerkt, dieser Anlass - übrigens heuer zum siebzigsten Mal - bewegt bis ganz oben in die Regierungskreise. Mich kümmert das nicht gross, wenn die Sendung endet, werde ich schon sehr lange in tiefem Schlaf liegen. Roberto übrigens auch. So nervös kann er gar nicht werden, als dass ihn eine Schlagershow so lange wach hält. Ah ja, San Remon ist ja nicht nur heute, das dauert die ganze Woche, bis endlich der Sieger oder die Siegerin erkoren ist. Da kommt dann ob der vielen nicht enden wollenden Zwischenwerbung schon eher etwas Langeweile auf.

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Viel viel Schnee

Nicht, dass ihr jetzt denkt, wir versinken im Schnee. Aber das kann in den nächsten Wochen gut möglich sein. Denn, heute war ein richtig warmer Frühlingstag. Bei 18 Grad war es um die Mittagszeit so richtig schön, um draussen den Kaffee zu trinken. Aber dieser warme Frühlingstag hat auch seine Schattenseite. Denn, wenn es am 2. Februar, oder auch am 1. Sonntag im Februar - so genau weiss ich das nicht mehr - warm ist, dann soll der Winter mit viel Schnee nochmals Einkehr halten. Ob diese Regel in Anbetracht der so viel zitierten Klimaerwärmung noch Gültigkeit hat, weiss ich nicht. Auf jeden Fall versorge ich weder Schneeschuhe noch Schlitten für die nächsten paar Wochen. Und unsere Weinbauern? Die sind sich einig, dass der Schnee nochmals kommen wird. Sie hoffen, dass dies natürlich bald geschieht, damit sich die Weinstöcke dann dem Frühling zuwenden können.

Wir indessen hoffen, dass das sonnige und vor allem trockene Wetter andauern wird. Denn der Weinkeller ist nach wie vor etwas feucht. Kein Wunder, nach dem achtwöchigen Dauerregen. Mittlerweile sind zwar die Mauern fast trocken, aber eine nasse Periode könnte uns wieder zurückwerfen.

Wie verheerend die Regenfälle während der acht Wochen Ende Jahr waren, zeigem sich darin, wie viele Strassen wegen der Erdrutsche immer noch geschlossen sind. So auch die offizielle Strasse nach Montabone - sie wird es wohl noch ein halbes Jahr lang sein. So ist es vor allem unsere Strasse und diejenige auf der gegenüberliegenden Seite von uns, welche befahrbar sind. Jedoch, wenn ergiebig Schnee fällt, dann werden diese zwei einzig offenen Strässchen zur Herausforderung.

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Rückblende

Oh je, schon so lange habe ich euch keine Neuigkeiten mehr zukommen lassen. Was soll ich sagen. Zuerst einmal allen viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr. Bis zum 15. Januar darf man dies - so steht es irgendwo geschrieben - noch wünschen. Bei uns waren die Zeiten sehr turbulent. Einerseits hielt, und hält uns noch, der Gesundheitszustand von Tirass in Trab. Andererseits war es ein tolle Zeit mit meiner Familie und unseren Neujahrsgästen. Doch alles der Reihe nach. Tirass hatte nach wie vor alle zwei Wochen seine Epilepsie-Anfälle. Nach einer Erhöhung der Medikamente hatten wir einen anderen Hund. Das will heissen, dass sich Tirass total veränderte. Er war den ganzen Tag nicht er selbst, wankte und wollte überhaupt nicht auf Wanderung. Der Grund: nur eine kleine Erhöhung der Dosierung und eine - uns unerklärliche - Gewichtsabnahme führte dazu, dass die Dosis zu hoch war. Wir machen uns riesige Sorgen, und am kommenden Mittwoch wird er von Kopf bis Fuss untersucht. Wir sehen, dass er sich nicht wohl fühlt. Und wir müssen uns wohl in nächster Zeit die Frage stellen, wie viel wir unserem Tirass noch zumuten können. Wir hoffen einfach, dass nach den Untersuchungen der Tierarzt eine gute und behandelbare Erklärung für seine Schwäche hat.

Nachdem wir den 24. Dezember in trauter Zweisamkeit verbrachten, freuten wir uns auf die Ankunft von Christoph mit seiner Partnerin Nana und ihrem Sohn Kota. Er ist ein toller Junge von 5 Jahren, und fordert mich - sprachlich - ganz gehörig. Denn er beherrscht neben Japanisch noch Englisch. Und trotzdem mein Englisch nicht gerade rühmenswert ist, hatten wir tolle Tage zusammen. Er liebt unseren Hund, und Tirass selber ist so tolerant und ruhig unserem kleinen Kota gegenüber. Ja, und plötzlich waren sie da, die "grossmütterlichen" Gefühle. Wenn er seine Hand auf den Spaziergängen einfach so in meine stahl, lief mir das Herz über, man könnte ihn immer wieder in die Arme nehmen. Am 26. reisten dann Thomas mit seiner Marielle an - die Familie war komplett. Ich habe so das Gefühl, dass mir der Himmel diese zwei Frauen für meine Söhne gesandt hat.

Am 30. Dezember kam ich etwas ins Trudeln. Nana hatte eine veritable Magengrippe, die Neujahrsgäste waren unterwegs. Kurzerhand wurde die kleine Familie in unser eigenes Gästezimmer gezügelt, damit meine gute Seele Diana die Zimmer für die Gäste vorbereiten konnte. Gegen Mittag war auch Roberto mit dieser Magengeschichte ausser Gefecht gesetzt. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich etwas nervös wurde. Schlussendlich aber hatten wir alles im Griff. Christoph und Nana reisten mit Kota einen Tag später als geplant mit meinem Auto in Richtung Zürich.

Doch auch zwei unserer Gäste ereilte das gleiche Schicksal, "Montezumas" Rache suchte auch sie heim. So kam es, dass auch unsere Neujahrsgäste die Heimreise einen Tag später antraten. Der Arzt in Montabone bestätigte unsere Befürchtung; es war ein Virus in Umlauf. Zum Glück hatten wir tolles Wetter, so spielten wir mit unseren gesunden Gästen einige Partien Petanque - für mich das erste Mal.

Und nun? Nach einer weiteren Woche "Ferien" in Rupperswil sind wir nun wieder daheim. Und bereits jetzt laufen die Vorarbeiten für die neue Saison. Das eine oder andere Zimmer muss neu gestrichen werden. Vor allem aber kümmern wir uns die nächsten Tage um unseren Tirass. Drückt uns die Daumen.

 

 

 

 

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Deckel

Nach über zwei Wochen sind wir wieder daheim in Montabone angekommen. Zwischen meinem Bad im eisigen Waldsee und heute liegen wundervolle Wintersonnentage im Wallis und etwas kühlnasse im Aargau. Das kühle Nass hält sich hier immer noch. Ich weiss kaum mehr, was hinter dem nächsten Hügel liegt. Es kommt mir so vor, als ob über das Piemont seit Wochen ein Deckel aus Regen, Wolken und Nebel gefallen ist. Und so ist es, seit Anfang November haben wir mehr oder weniger Dauerregen. Das Problem ist, dass Laub wischen kaum möglich ist. Und auch Reinigungsarbeiten, welche durch das Sandstrahlen im Weinkeller bitter nötig sind, nicht ausgeführt werden können. Heute wollte ich mit dem Hund dem Bormida entlanglaufen, doch der Weg ist immer noch gesperrt. Auch die Alternativroute über einen Hügel wurde mir vereitelt, dort ist die Strasse unterbrochen. Ueberall ist man am Auf- und Wegräumen. Die Strasse, welche nach der Autobahn über die Hügel zu uns führt, ist ebenfalls geschlossen. Dies, weil das Wasser die Strassenlöcher so ausgewaschen hat, dass daraus Strassengruben entstanden sind. Doch die Italiener sind fix, wenn es um den Einbau von Strassenbelag geht.

Es gibt auch Lichtblicke. So sind die Arbeiten im Weinkeller quasi abgeschlossen, Ende Woche können wir wieder einräumen. Und gegen das Wochenende hin soll endlich wieder die Sonne scheinen. Das stimmt hoffnungsfroh, und ich freue mich jetzt schon auf die Aussicht am frühen Morgen. Gross ist die Vorfreude auch auf den 25. Dezember. Ab dann reist meine Familie für gemütliche Feiertage an.

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Eisiges Bad

Wie ihr wisst, bin ich wieder in Montana. Tirass und ich geniessen den Schnee und unternehmen lange und wunderschöne Wanderungen. So auch heute Morgen, es sollte einen ausgeschilderten Weg von 9 km entlang gehen. Wunderbare Winterlandschaft und tief verschneite Wälder. Ja, und dann kamen wir an diversen kleinen und zugefrorenen Waldseen vorbei. Schon beim ersten See kam Tirass wahrscheinlich ein verführerischer Duft entgegen, er musste sicherheitshalber an die lange Leine. Beim nächsten See war er noch neugieriger, und schwupps, rutschte er in den See. Anstatt subito kehrt zu machen, versuchte er, auf die nächste Eisplatte zu klettern,  welche natürlich unter seinem Gewicht nachgab; er entfernte sich immer mehr vom Ufer. Zwei Mal ging er ganz unter Wasser, und ich vermochte ihn nicht an Land zu ziehen. Ohne viel zu überlegen, stieg ich ebenfalls ins Wasser, und versank sofort bis zu den Knien im Schlamm. Das Wasser reichte mir bis über die Hüfte und stank fürchterlich faulig. Schlussendlich hatte ich Tirass endlich wieder in Richtung Land dirigiert, und er schaffte es aus dem Wasser. Ich hingegen stand immer noch im stinkenden Schlamm, denn das Bort war abschüssig und vereist.  Es machte sich bei mir etwas Verzweiflung breit, im eisigen Wasser zu stehen, und keine Hilfe in der Nähe. Als ich endlich an Land sass, kam Tirass herangetrottet, und was macht der Hund? Er schüttelt sich. Nun war auch noch der Rest von mir nass.

Meine wohlig warm gefütterte Winterstiefel waren eiskalt und pflotschnass. Aber es blieb mir nichts anderes übrig, als mit dem ebenfalls triefenden Hund den rund 4 km langen Weg in Richtung Auto zu marschieren.

Wir sind beide wieder trocken, und gönnten uns bereits etwas Gutes auf den Schreck. Tirass ein feines Hundebisquit, ich ein traumhaftes Vermicelles.

Vor kurzem ist Roberto aus Italien eingetroffen, es ist alles wieder in Ordnung. Ab Morgen soll es die ganze Woche traumhaft sonnig sein - aber definitiv kein Badewetter mehr.

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Wenn es mit dem Verputz nicht so einfach ist

Der Weinkeller: Wir wissen ja, dass alles gut wird. Aber es ist schwer vorstellbar, dass am 20. Dezember alles tiptop sein soll. Doch Stevo wird es richten.
Der Weinkeller: Wir wissen ja, dass alles gut wird. Aber es ist schwer vorstellbar, dass am 20. Dezember alles tiptop sein soll. Doch Stevo wird es richten.

 

Bei unserer Abwesenheit vor zwei Wochen hatte Stevo im Sinn, mit dem Aushub bei der Einfahrt für die Verlegearbeiten zu beginnen. Im Wissen darum, dass Regen angesagt war, haben wir gemeint, er könne doch bei Schlechtwetter rasch den sehr groben Verputz im Weinkeller entfernen, und durch eine neuen, glatten versehen. Von einer glücklichen Fügung bei so viel Regen zu sprechen, ist wohl etwas übertrieben, aber diese grossen Niederschlagsmengen haben - nachdem der Verputz im Weinkeller weg war - die Schwachstellen aufgezeigt. Hinter der Mauer war die Drainage zu ungenügend, oder kaum vorhanden. So hat sich die Mauer wie ein Schwamm mit Wasser gefüllt. Jetzt haben wir einfach wieder viel Schutt und Schlamm. Stevo, der wusste, dass wir nicht mit so etwas gerechnet hatten, meinte munter: "Keine Sorge, in drei Wochen sieht alles genau so aus, wie es sein soll, und auch ein Teil der Einfahrt ist fertig." Er ist wohl der Beste. Wir wissen ja, dass er Recht hat, aber im Augenblick haben wir genug von Schlamm, Regen und Schutt im und ums Haus. Gemeinsam haben wir uns entschlossen, die Arbeiten im Frühstückszimmer um ein Jahr zu verschieben. "Mau im Winter e kei Baustell", waren Robertos Worte. Ich stimme ihm zu. Klar wäre die Renovation des Frühstückzimmers so das Tüpfelchen auf dem i gewesen, aber es sieht ja noch recht gut aus, und kann ruhig noch eine Saison im jetzigen Gewand erscheinen. Auch Stevo kann sich dann mehr Zeit für den Rest der Einfahrt nehmen. Ihr merkt, wir lassen wie Tirass auch, die Ohren etwas hängen. Ihm gefällt es absolut nicht, immer nur auf den Strassen ausgeführt zu werden. Aber abseits der befestigten Strassen ist es entweder zu gefährlich, zu schlammig, oder dann sind die Jäger unterwegs. Während Roberto noch das eine oder andere zu erledigen hat, reise ich am Samstag wieder ins Wallis, es sind sonnige Wintertage vorausgesagt. Das hebt meine Stimmung und Tirass' Ohren. Er liebt den Schnee und die Berge. Roberto folgt dann nächste Woche. Am 8. Dezember geht es dann für die ordentlichen Ferien nach Rupperswil.

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Rutschgefahr

Nach wochenlangen Regenfällen ist es nicht verwunderlich, dass die Hänge im Piemont ins Rutschen kommen. Keiner unserer Nachbarn kann sich an solche Wassermassen erinnern. Rund 140 Strassen sind gesperrt, viele Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten, und es ist kein Ende des Regens in Sicht.

Nach wundervollen Wintertagen in Montana hat uns Montabone seit gestern wieder. Wobei, am liebsten hätten wir gerade wieder kehrt gemacht. Ihr könnt euch die Schlammmassen nicht vorstellen. Unsere Strasse ist im Augenblick die einzige Verbindung nach Montabone, es herrscht also reger Verkehr. Die, welche die Situation kennen, können sich vorstellen, dass es beim Kreuzen die eine oder andere brenzlige Situation gibt. Denn auch unser Strässchen wurde nicht von rutschenden Hängen verschont, der Schlamm wurde aber bereits weggeräumt. Trotzdem ist es noch enger als vorher. Und bei uns? Hinter dem Haus hat eine kleine Mauer dem Wasserdruck nicht stand gehalten, und bei der Einfahrt sind einige Steine heruntergepurzelt. Ungemütlicher sieht es bei den Bäumen aus, der eine oder andere steht durch die kleinen Rutsche etwas schief da. Stevo wird diese nun so rasch wie möglich fällen, nicht dass sie uns aufs Dach kippen oder die Elektroleitung kappen. Eigentlich gehört ja der Hang hinter unserem Haus Beppo, aber dem ist das Ganze anscheinend egal, und es ist ihm ganz recht, wenn wir das Ganze in die Hand nehmen. Wie es sonst mit den Arbeiten bei uns so steht, erzähle ich morgen. Nur so viel: auch hier hat der Regen Regie geführt. Nun noch ein paar "Rutschbilder".

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Wintermärchen

Wie bereits im letzten Eintrag erwähnt, machen wir momentan einige Tage Pause in Montana. Es ist ein absolutes Wintermärchen, welches wir hier erleben. Zuerst einen Tag Schneefall, dann ein Tag purer Sonnenschein, dann wieder Schneefall. Euch muss ich nicht erklären, wie es einen Tag nach intensivem Schneefall aussieht. Einfach traumhaft. Tirass und ich verbringen Stunden im Schnee, die Winterwanderwege sind einmalig. Leider kann Roberto nicht mittun, wie er gerne möchte, er ist erkältet. Morgen kommen die Schneeschuhe zum Einsatz,  dann können wir noch etwas höher hinaus. Da die Wetteraussichten im Wallis recht gut sind, werden wir eventuell noch zwei oder drei Tage anhängen, denn in Montabone regnet es sozusagen ununterbrochen. Und Schneefall mit zwischendurch Sonne ist definitv verlockender.  Und hier noch zwei Eindrücke von unseren "Winterferien".

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Kleine Pause

Wir haben für diese Saison unsere letzten Gäste verabschiedet, und urplötzlich ist es sehr still geworden. Kein Frühstück mehr richten, die Zimmer sind alle bereit für einen kurzen Winterschlaf, und Stevo ist bereit, um mit den diversen Arbeiten zu beginnen. Wir dürfen wiederum auf eine tolle Saison zurückblicken, und auch die Aussichten auf das 2020 geben zur Freude Anlass.

Dieses Jahr müssen wir die Arbeiten relativ gut planen, da wir uns einerseits über Silvester wieder über ein volles Haus freuen können, andererseits wir die Einfahrt von der Strasse bis zum Haus neu gestalten möchten. Also, für einige Zeit wird die Zufahrt nicht möglich sein. Wir hoffen einfach, das Wetter spielt mit. Neben der mit Steinplatten ausgelegten Einfahrt wird auch der kleine Fussweg zu unserem Grundstück, welcher am grossen Tor vorbeiführt, wieder neu gemacht. Damit Stevo bereits die eine oder andere Arbeit in Angriff nehmen kann, "verschwinden" wir für eine Woche, und tauchen - so weissagen es die Wetterfeen - zum ersten Mal in diesem Jahr in den Schnee ein. Es geht nämlich nach Montana. Im Dezember dann sind wir wie gewohnt für eine Woche im Aargau.

Restauriert wird in diesem Winter das letzte der Zimmer im Gästehaus, nämlich das Frühstückszimmer. Darauf freue ich mich riesig. Ja, und dann bekommt auch unser Weinkeller einen neuen Verputz und Anstrich.

Ihr seht, es läuft wieder einiges, und die Gäste dürfen auf das Neue in der kommenden Saison gespannt sein. Was bleibt, ist unsere Freude am Tun und die Vorfreude, wenn es ab dem 1. März wieder heisst: Benvenuti a Casa Fossello. Doch so lange mache ich natürlich im Blog nicht Pause. Da gibt es über die Baufortschritte sicherlich das eine oder andere zu berichten und zu bebildern. Also: a dopo.

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Haarig

Dieser Eintrag ist wohl etwas ungewöhnlich, ist aber nicht an den Haaren herbeigezogen. Er hat einen fülligen Ansatz, verdünnt sich in der Mitte, bis er zum Schluss hin wiederum an Volumen gewinnt. Das Ganze begann vor gut 12 Jahren. Damals war ich der Meinung, lange Haare würde ich niemals tragen können, zu fein seien meine. Der Zufall wollte es, dass ich in Wildegg den Bericht über eine Neueröffnung eines Coiffeursalons schreiben musste. Und der Haarkünstler Engin Mert sprach immer wieder von seiner Schnitttechnik und das Erlernte in Italien und anderswo. Und so kam es, dass er das für mich Unmöglich scheinende wahr machte, und mir mit seinem Wissen vom Kurzhaarschopf zu voluminösen schulterlangen Haaren verhalf. Leider zog er ins Ausland. Ich hatte jedoch das  Glück, eine seiner Schülerinnen zu finden. Nun, kaum in Italien, musste ich natürlich zum Coiffeur, pardon, hier heisst er ja Parrucchiere. Und in den letzten zwei Jahren wurden meine Haare immer mehr zu Härchen, der Schnitt war einfach nicht der Richtige. Roberto könnte hier ein Lied davon singen, wie ich ihm mit meinem Problem wohl auf die Nerven ging. Immer wieder musste er sich Bilder von früher ansehen. "Lueg, das cha doch nid si, dass es hüt so schütter usgseht", war meine Rede.

Und dann war es wiederum Enging Mert, welcher mir den richtigen Tipp gab, wo es in meiner Umgebung einen Coiffeursalon gab, welcher nach dem gleichen Prinzip die Haare schneidet und pflegt. Es war übrigens ein absoluter Zufall, dass ich Engin auf Facebook gefunden habe.

Nach nur zweimaligem Besuch in dem von ihm genannten Salon in Asti waren die Erfolge bereits zu sehen - ich bin wieder rundum zufrieden - Roberto wohl auch. Also, liebe Damen - und natürlich auch Herren -, wenn ihr mit euren Haaren und dem Schnitt Probleme habt, dann geht einfach für eine Beratung zu Engin Mert, Personal Hair Designer, Lindenhofstrasse 15, 8001 Zürich. 

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Günther

Günther haben wir von den Vorbesitzern der Casa Fossello übernommen. Er wurde nicht aktiv in das Uebernahmeprotokoll wie etwa die Betten, die Nachttische, die Tische oder Stühle übernommen, er war einfach da. Etwas blass stand er mal dort, mal hier. Er war und ist so durchscheinend und nichtssagend, dass man ihn glatt übersieht  - vor allem, wenn man nach ihm sucht. Denn, wenn wir ihn brauchen, dann dringend. "Weisch du, wo der Günther isch?" meine schon fast verzweifelte Frage gestern. "Nei, i ha ne vor es paar Tag im Chäller gseh", gab Roberto zur Antwort. Zum Glück für euch reden wir immer noch Schweizerdeutsch miteinander, sonst müsste ich das hier direkt übersetzen. Aber zurück zu Günther. Vor allem, als wir unseren Keller ausräumen mussten, da wir alles mit Plattenboden versehen wollten, war Günther für einige Zeit unauffindbar. Zuletzt haben wir ihn an seinem angestammten Ort vermutet, aber infolge der Züglete wurde er ohne Murren seinerseits an einem anderen Ort deponiert. Ihr werdet vielleicht denken, dass wir nach ihm rufen könnten. Doch Günther ist weder eine Katze noch ein Hund, er steht einfach nur so rum. Und wenn er einen Duft von sich lässt, dann liegt das in unserer Verantwortung, er kann rein gar nichts dafür. So suchten wir gestern wieder einmal nach Günther. Und siehe da, Roberto fand ihn fast auf Anhieb. Er war da, wo er eigentlich schon immer stand, auf dem Regal in unserem neuen Keller. Günter ist wirklich sehr blass, ja schon fast wässerig, aber hat so um die 65% Alkoholgehalt. Und das nicht nur vorübergehend, sondern für immer. Na ja, bis die Flasche halt leer ist. Und duften tut er nur dann, wenn wir den Deckel nicht richtig auf die Flasche schrauben. Aber Günther leistet uns gute Dienste, wenn wir etwas entfetten müssen. Ob es ein Badezimmerplättli ist, um einen neuen Seifenhalter zu montieren, oder wie gestern, als wir unsere neue Beschriftung vor dem Haus auf eine Holzplatte kleben mussten.

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Stunden der Ungewissheit

Es war vor einigen Tagen, als unser Tirass wieder einmal einer seiner viel zu vielen Epilepsieanfälle hatte. Die momentanen Medikamente scheinen einfach nicht zu helfen, ab Montag stellen wir dann die Medikamentation um. Aber zurück zum Tag des Geschehens. Nach seinem Anfall schien er gut erholt, und strebte auf noch etwas wackeligen Beinen dem offenen Tor zu, welches zum Feld unterhalb unseres Hauses führt. Für uns eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, dort irgendwie weiterzukommen. Nun, Tirass in seiner Verwirrtheit - wir vermuten, er hatte nochmals einen Anfall - schaffte das für uns Unmögliche. Doch damals wussten wir das noch nicht. Wer bereits bei uns war, weiss, dass unser Grundstück sehr steil ist, und der Waldrand, resp. die Felswand den Abschluss bildet. Auf die andere Seite bildet ein tiefer Graben die Grenze. Vergebens riefen wir nach unserer Fellnase, die Suche mit Scheinwerfer waren ebenfalls negativ, denn inzwischen war es am Eindunkeln. Roberto war sich sicher, dass unser Tirass in einem seiner Anfälle einem Herzstillstand erlegen sei. Nach einer weiteren erfolglosen Suche beschloss ich, die Strasse herunterzufahren. Vielleicht hatte er ja einer der "Schluchten" überwunden. Doch kein Hundehaar von Tirass war zu sehen. Also fuhr ich die Strasse auf der gegenüberliegenden Hangseite noch hoch. Dort stoppte ich einen Autofahrer und fragte ihn, ob er eventuell einen frei laufenden Hund gesehen hätte. Natürlich war die Antwort ein "No". Aber er fragte nach der Rasse unseres Hundes und der Adresse. Unverrichteter Dinge kehrte ich nach Hause zurück. Roberto rechnete schon lange nicht mehr damit, den Hund lebend anzutreffen, in mir sträubte sich alles dagegen. Auch war kein Darandenken, einfach ins Bett zu gehen.  Ausgerüstet mit einer warmen Decke machte ich es mir auf dem Liegestuhl bequem. Wer weisse vielleicht rief Tirass nach uns in der  Nacht. Was rief, war mein Telefon, um ein Uhr in der Nacht. Der Mann, welchen ich auf der Strasse in Richtung Montabone angetroffen habe, hatte unseren Hund auf den Heimweg angetroffen und festgehalten. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie erleichtert wir waren.

Und der Mann, welcher unseren Tirass gefunden hatte war kein geringerer, als der zweite grosse Winzer von Montabone - ihm ist ein grosser Weineinkauf gewiss.

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Mein Fels in der Brandung

Wer Roberto kennt, weiss, dass er ein eher ruhiger Typ ist. Und man meint, es könne ihn nicht so viel aus der Ruhe bringen. Er ist wirklich mein Fels in der Brandung. Wenn ich aus irgend einem Grund - und das kommt ab und zu vor - hypere, dann ist Roberto da, und bringt mich mit seiner ruhigen und bedachten Art wieder auf den Boden zurück. Nur bei einer Sache sind die Rollen umgekehrt - soweit das überhaupt möglich ist. Gerade heute Abend ist es wieder passiert. Es bahnte sich ein veritables Gewitter an, und auch der Fussballmatch Armenien-Italien stand kurz bevor. Es braucht bei diesen Wetterverhältnissen kein überirdisches Gefühl um zu wissen, dass über kurz oder lang der Fernsehempfang über die "Schüssel" gestört sein wird. "Urlare" heisst fluchen, und das begann bei Roberto schon einige Zeit vor dem Gewitter. Denn zu allem andern sich anbahnenden Uebel waren die Batterien bei der einen Fernbedienung - es braucht für einen gemütlichen Fernsehabend deren vier - am Anschlag. Doch nach der Auswechslung funktionierte das Ganze für kurze Zeit einwandfrei. Das Gewitter war es, welches Roberto vollends aus der Fassung brachte. Ich will jetzt hier nicht wiedergeben, was er alles über Italien, das wackelige Netz etc. sagte. Sie wissen, "urlare" heisst fluchen. Aber es ist wie bei dem Tunnel, wo von Ferne her ein Lichtlein blinkt. Mein Fernseher in der Küche. Den brauche ich nur, um Musik zu hören, und die Sender kommen über das Kabel. Dieser kleine, kaum von Roberto beachtete Ferseher kann nur wenige Sender empfangen, aber an diesem Abend brachten sie das Spiel auf RAI 1. Nun sass Roberto - mehr oder weniger ruhig - auf einem Küchenstuhl, und schaute sich nun völlig ruhig den Matche an. Wieso in aller Ruhe? Italien gewann natürlich.

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Das Lüftchen erzählt vom Herbst

Wir haben zwar immer noch sommerliche Temperaturen mit viel Feuchtigkeit. Doch gerade heute wehte ab und zu ein kühles Lüftchen von den Bergen her. Der Vorbote für den nahenden Herbst. Und auch die Wetteraussichten zeigen, dass es langsam aber sicher dem Herbst entgegen geht. Einerseits bin ich froh, dass die monatelange Bruthitze mit über 40 Grad im Schatten vorüber ist, in welcher man den Tag hindurch draussen kaum was machen konnte. Und auch mit Tirass müssen wir nicht mehr nur in den frühen Morgen- und späten Abendstunden wandern gehen; jetzt sind wir wieder etwas flexibler. Die Nächte mit kaum unter 30 Grad gehören der Vergangenheit an. Für unsere Gäste diese Saison kein Thema mehr, in den Gästezimmern halten die Klimaanlagen die Hitze fern. Wir in unserem Haus hingegen, sind noch nicht soweit.

Seit rund einer Woche sind wir PET-frei unterwegs, die Wasserstationen wurden installliert. Nun können unsere Gäste auswählen, ob sie stilles Wasser zimmerwarm oder gekühlt, und Sprudelwasser gekühlt haben möchten. Einfach die Taste gedrückt, die Karaffe daruntergestellt, und - voilà - der Durstlöscher sprudelt. Doch nicht nur die kühleren Temperaturen heissen wir willkommen, sondern auch unsere zahlreichen Gäste, bis Ende Oktober sind wir quasi ausgebucht - da herrscht Freude und auch Dankbarkeit, dass unsere Casa so gut besucht ist. Habt vielen dank ihr lieben Gäste. Ach ja, wie letztes Jahr haben wir auch heuer über die Silverstertage geöffnet. Ideal für Gruppen bis maximal 8 Personen, um bei uns gemütliche und ruhige Feiertage mit Weinreise oder Besichtigungen zu geniessen

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2500 Kilometer

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Ohne Pet-Flaschen

Ihr könnt euch vorstellen, dass bei uns eine grosse Zahl an Pet-Flaschen anfällt. Sie werden zwar auch hier recycelt, aber wir haben seit längerer Zeit kein so gutes Gefühl mehr dabei. Zwar könnte man, gemäss Gemeindeverwaltung, das Leitungswasser trinken, aber ab und zu riecht dieses leicht nach Chlor, und das wiederum sorgt ebenfalls für etwas Skepsis. Nun haben wir die Lösung gefunden. Künftig wird unser Trink- und Kochwasser durch ein Filtersystem "geschleust" - dem Trinkgenuss steht dann nichts mehr im Wege. Kommt hinzu, dass unsere Gäste an der künftigen Wasserstation dann zwischen Frizzante kühl, Frizzante normal und Naturale wählen können. Das Wasser wird zudem regelmässig untersucht, und auch die Filter in regelmässigen Abständen ausgewechselt.

Wir haben nicht nur ein besseres Gefühl, auch die Schlepperei mit den Pet-Flaschen hat ein Ende. Nur der Ferragosto kommt uns noch etwas in die Quere bei all dem, was wir vorhaben. Wie gewohnt sind über diese Tage die Italiener in den Ferien - wir müssen uns noch etwas mit dem Einbau gedulden.

Die heissesten Tage haben wir hinter uns, die Temperaturen sinken vor allem in der Nacht auf angenehme 18 bis 20 Grad. Am Tag sind es noch rund 30 bis 32 Grad. Dank den Klimageräten in den Zimmern wurde es für unsere Gäste nie unangenehm. Und das Gute daran, der Strom dazu kommt vom Hausdach. Ihr seht, lauter gute Nachrichten. Ausser, dass Roberto im Augenblick eine Sommergrippe "ausbrütet". 

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Familienferien

Der Wanderurlaub liegt schon in weiter Ferne. Das Nachhausekommen war nicht gerade das, was wir erwartet haben. Während unserer Abwesenheit hatte der Buchsbaumzünsler ganze Arbeit geleistet, und unsere acht wunderschön gross gewachsenen Buchskugeln waren nur noch jämmerlich verdorrte Dinger. Da gab es nur noch eines: aus den Kübeln hieven und in der Feuerstelle verbrennen - und natürlich Ersatz beschaffen. Die neuen buchsähnlichen Pflanzen sollen nun resistent gegen den Zünsler sein. Nur sehen sie halt noch etwas klein aus, aber sie sollen schneller wachsen als der Buchs. Während der Zünsler ganze Arbeit leistete, war Stevo mit unserem Keller und dem neuen WC noch nicht so weit, wie wir es uns gewünscht hätten. Kam hinzu, dass die Zeit langsam knapp wurde, in drei Tagen wurden die nächsten Gäste erwartet. Da mussten wir nun alle auf gut Deutsch etwas in die "Hosen". Neue Pflanzen setzen, jäten, mähen, den Staub von Stevos Kellerarbeit eliminieren, und, und, und . . . Zwei Stunden bevor unsere Gäste eintrafen, war alles fertig. Die Gäste, das waren meine Söhne und die WG-Gspänli von Christoph. Einen Tag später traf dann noch seine Freundin mit ihrem kleinen Sohn ein - die Familie war komplett. Das Planschbecken für den Kleinen war so gross, dass auch die Erwachsenen Gefallen daran fanden. Das Problem war nun, die rund 3500 Liter Wasser  nach und nach so abzulassen, dass es uns nicht den ganzen Hang wegschwemmte.

Seit zwei Tagen haben wir wieder Normalbetrieb, die Saison beginnt dann so richtig wieder Ende August. Bis dahin müssen wir noch den einen oder anderen "Bürokram" erledigen. Auch bereitet uns "Tirass" grosse Sorgen, seine Anfälle werden wieder sehr häufig. Zwar erholt er sich schneller davon als noch vor einem halben Jahr, aber sie sind trotzdem zu häufig. Wir hoffen auf Besserung mit den neuen Medikamenten, drücken Sie uns, resp. Tirass, die Daumen.

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Von 280 auf 1500

Es ist weder ein Stresspegel, noch eine Schrittzahl, sondern ganz einfach die Höhenmeter, welche wir getauscht haben. Kurz, von den piemontesischen sommerheissen Hügeln in den kühleren Bergsommer von Montana im Wallis. Wir haben uns selber zwei Wochen Auszeit genommen, und sind der sommerlichen Hitze mit über 40 Grad am Tag, und kaum Abkühlung unter 30 Grad im Piemont entflohen. Unsere Gäste haben die neu installierte Klimaanlage zu schätzen gewusst. Bevor es am 15. Juli mit einigen Anreisen wieder mit der Saison weitergeht, wandern wir auf bekannten und teils unbekannten Wegen im Gebiet von Montana. Stevo ist, wie bereits das letzte Mal erzählt, derweil dabei, unseren Keller in "schön" zu verwandeln. 

Es ist hier schlichtweg herrlich. Natürlich wird es auch am Nachmittag ordentlich warm, aber wir starten jeweils so gegen halb Neun, und sind dann im frühen Nachmittag wieder daheim. Eine Dusche, ein kurzes Nickerchen, und dann steht Einkaufen in Montana fürs Nachtessen auf dem Programm. Nicht so tierisch ernst, wie das jetzt tönt, da liegt ein Kaffe mit einem traumhaften Kuchen bei "Taillens" - dem wohl besten Cafè in Montana - drin. Wenns später wird bei unserem Rundgang durch das Dorf, geniessen wir den Apero mit bester Aussicht auf die Promenade. Ab und zu gehen wir auch auswärtes essen, aber die Preise erschrecken uns jeweils ein bisschen, so, dass wir mehrheitlich daheim essen. Aber ein- oder zweimal beim Argentinier einkehren, liegt drin. Und das alles natürlich mit "Tirass". Er schätzt die Kühle sichtlich, vor allem dann, wenn wir einem Wasser entlang wandern, wird er schlichtweg zum Wasserhund. Doch was sollen all die Zeilen, ich lege noch einige Bilder bei, damit ihr euch einen abgerundeten Eindruck von unserer tollen Zeit machen könnt.

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Sommer ist, wenn . . .

. . .  unser "Tirass" keine Lust mehr hat, mit seinem Lieblingskong zu spielen. Sommer ist, wenn wir früh um Sechs mit "Tirass" auf Tour sind, da es sonst zu heiss wird. Sommer ist, wenn unsere Gäste bereits am frühen Morgen froh sind, wenn sie am Schatten frühstücken können. Aber es ist noch nicht Sommer. Immer wieder macht entweder der kühle Wind, Wolken oder zwischendurch Regen diesem aufkeimenden Gefühl einen Strich durch die Rechnung. Es ist zwar recht warm - wenn der Wind nicht bläst - aber wir sind weit weg von den gewohnten über 30 Grad am Schatten. Aber auch weit weg davon, um in Klagen auszubrechen. Wir sind es halt einfach etwas anders gewohnt, sind jedoch gewiss, dass der gewohnte Sommer noch Einzug halten wird. Dann, wenn die Temperaturen in Richtung 40 Grad klettern, und um die Mittagszeit der kurze Weg von der Haustüre bis zur schattigen Pergola zur Mutprobe wird. Dann, wenn bis spätestens 9 Uhr alle Arbeiten im Freien erledigt sein müssen. Dann, wenn die Temperaturen auch nachts nur knapp unter 30 Grad sinken. Ja, dann ist wirklich Sommer. Und wir? Wir verziehen uns im Juli während rund 10 Tagen ins kühlere Montana im Wallis. In dieser Zeit wird unser Stevo für einmal nicht das Gästehaus verschönern, sondern in unserem Haus tätig sein. Doch vorher möchten wir bis Ende Juni mit unseren Gästen noch etwas Sommer geniessen, und hoffen, dass er endlich und endgültig Einzug hält. So, dass man die lauen Abende in vollen Zügen geniessen kann. Nach dieser kurzen Auszeit in den Bergen im Juli sind wir dann ab dem 15. Juli bis Ende November da für unsere Gäste. Und wenn sich der Herbst wie im letzten Jahr wiederholt, dann freuen wir uns schon jetzt auf lange und laue Abende, farbenprächtige Wochen, und natürlich auf einen guten Jahrgang 2019.

 

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Wieder daheim

Vor rund eineinhalb Jahren hat Robertos Vater den Wunsch geäussert, er möchte von Neuhausen zu uns ziehen. Nach 60 Jahren in der Schweiz kam er sozusagen wieder heim, denn er wurde in Asti geboren. Natürlich entsprachen wir seinem Wunsch, und so zog er in eines unserer Gästezimmer ein. Mit dabei sein kleines, gelbes Rüstmesserchen. Ich seh ihn heute noch, wie er mir am grossen Küchentisch das Gemüse rüstete und die eine oder andere Handreichung tätigte. Zu den Gästen war er der besorgte und sehr charmante Capo, welcher sich immer wieder danach erkundigte, ob wir denn alles zur Zufriedenheit machten.  Es ging ihm soweit gut, so dass wir schon daran dachten, für ihn eine kleine Wohnung in Acqui Terme zu mieten. Dort hätte er es viel näher zu seinen Verwandten gehabt, und diese wiederum auch zu ihm. Wir sahen ihn schon mit den anderen Pensionären Boccia spielen, und ja, den Lebensabend in seiner Heimat geniessen. Doch unvermutet verschlechterte sich sein Gesundheitszustand sozusagen von einem Tag auf den andern, was einen Umzug in die Altersresidenz in Acqui Terme unumgänglich machte. Leider mussten wir vor zwei Wochen von Riccardo Abschied nehmen. Doch für ihn hat sich der Kreis unserer Meinung nach perfekt geschlossen. Wir durften ihn auf dem Friedhof in Visone, dem Nachbarort von Acqui Terme,  bestatten. Dort, wo seine Eltern, Grosseltern, Cousinen und Cousins, kurz, die ganze Familie mütterlicherseits ihre Ruhe gefunden hat. Riccardo ist wirklich nach Hause gekommen.

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Alarm im Einkaufszentrum

Es war schon eine etwas ungemütliche Situation. Ich stand mit andern Kunden an der Käse- und Fleischtheke, das Nümmerchen in der Hand, und gleich wäre ich an der Reihe gewesen. Da sagte der Verkäufer unvermittelt, wir sollen uns doch bitte zur Kasse und in Richtung Ausgang begeben. Da kam auch noch der Chef und sagte mit Nachdruck dasselbe. Also liessen wir unsere Einkaufswagen stehen - das Nümmerchen behielt ich natürlich noch - und verliessen zügig das Einkaufszentrum. Draussen angekommen wurden wir alle an die äusserste Ecke des Parkplatzes geführt, am weitesten Weg vom Zentrum. Zuerst standen wir alle etwas ratlos und mit einem mulmigen Gefühl da. Vor allem machte ich mir auch Sorgen um mein Auto in der Tiefgarage. Bald wurden wir darüber aufgeklärt, dass es lediglich eine Uebung war. Bis auf den Chef war auch das ganze Peronal mit ihren Kassen in den Armen versammelt. Der letze, welcher bei uns ankam, war der Chef. Gerade so, wie es sich für einen Kapitän ziemte. Die Erleichterung, dass es sich lediglich um eine Uebung handelte, war bei allen zu spüren,  sofort war die Stimmung wieder gelöst, und der Ruf nach einem Cafè als Entschädigung wurde vom "Kapitän" mit zustimmendem Nicken zur Kenntnis genommen.

Während die einen an der Bar ihren Cafè schlürften, suchten die anderen ihre Wägelchen, und setzten den Einkauf fort. Natürlich war mein Nümmerchen nun Schnee von gestern, und es wurde neu gezogen. Uebrigens eine gute Sache bei den Theken. Da gibt es kein Vorpreschen, es geht alles schön der Reihe nach.

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Vor dem grossen Tief

Ich "schiniere" mich ein wenig, dass ihr so lange auf einen neuen Eintrag warten musstet. Doch auch hier fliegt die Zeit "il tempo vuole". Besonders dann, wenn man Gäste begrüssen darf, und verabschieden muss. Denn irgendwie wachsen mir alle ans Herz. Die, welche mich schon länger kennen, wissen, dass ich eine "Gluggere" bin. Zufrieden bin ich erst, wenn alle meine Gäste das Gewünschte bekommen und zufrieden sind. Aber eigentlich schweife ich ab, ich wollte über unseren Frühling berichten, bevor das Genuatief über uns hinwegzog. Noch sind von Weitem dunkle Wolken zu sehen, doch wir haben das Gröbste hinter uns, und freuen uns auf sonnige und warme Tage. Die hatten wir schon vorher, davon zeugen die Bilder, welche ich nachfolgend zeigen werde. Und wer nicht genau weiss, was mit den freien Tagen im Mai und Juni zu machen, dem sei gesagt, dass wir vom 5. bis 11. Mai sowie infolge einer Annulation vom 6. bis 16. Juni noch Zimmer frei haben. Uf wiederluege oder "a dopo"

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Mir gefällts

Derweil sich der Brotteig noch einige Zeit gehen lässt, und der Bounet im Wasserbad bei 145 Grad seinem Garende nähert, will ich euch wie versprochen die Aktualitäten berichten. Doch zuerst zum Bounet. Es ist ein typisch piemontesischer Dessert, welchen unsere Gäste morgen - wenn sie dann noch mögen - serviert bekommen. Der Bounet ist einfach ausgedrückt ein Schokoladepudding in unendlichen Varianten an weiteren Zutaten. In Kürze werde ich meine Variante in der Rubrik "Rezepte aus unserer Küche" vorstellen. Doch nun zu unseren Projekten. Stevo ist heute mit der schönen Natursteinmauer und dem Parkplatz fertig geworden. Ein richtiges Prunkstück, fast zu schade, um Autos darauf abzustellen. Stevo wäre eigentlich schon früher fertig geworden, wenn wir nicht immer noch das eine oder andere gehabt hätten. Sei es die Installation der Ablaufvorrichtung unserer neuen Kombination im Frühstückszimmer, welche immer wieder einen Gang in den Baumarkt nötig machte. Oder das Montieren einer Solarlampe für den Parkplatz, die Reparatur des Rasenmähers, und, und, und . . .   Auch die Photovoltaikanlage ist installiert, nun muss einfach noch die zuständige Elektrofirma den Zähler installieren. Wir sind also endgültig bereit, in die neue Saison zu starten, welche für uns und die ersten Gäste jedoch schon vor einer Woche begonnen hat. Wir sind sozusagen warm gelaufen. Nun freut euch mit mir an den Bildern des neuen Parkplatzes und des Stromspenders auf dem Dach des Gästehauses.

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Erwischt

 

Der Fahrausweis, schon fast eine endlose Geschichte. Doch bei mir zeichnet sich ein Ende ab. Mein Schweizer Permis ist bei den Behörden betreffend Ausstellung eines italienischen Fahrausweises, ich kurve im Augenblick mit einer zweiseitigen Bestätigung herum, welche bescheinigt, dass der Wechsel läuft.

 

Roberto hatte da noch ein Problem. Sein Heimatschein war nur in deutscher Sprache abgefasst, derweil meiner in allen vier Landessprachen ausgestellt war. Nun verlangte das Büro UPA – sozusagen das Strassenverkehrsamt – eine Uebersetzung des Heimatscheins von Roberto, welche er dann in einer anderen Amtsstelle in Alessandria bestätigten müsste. Wir wussten genau, dass dieses Büro in Alessandria sicher noch andere Bedingungen stellen würde, weshalb Roberto der Einfachheit halber einen neuen Heimatschein bestellte, welcher in ebenfalls allen vier Landessprachen abgefasst war. Nun fährt auch er mit einer zweiseitigen Bestätigung herum, bis der italienische Fahrausweis eintrifft.

 

Das war aber vor rund einer Woche noch nicht so, da fuhr Roberto noch mit einem nicht mehr gültigen Fahrausweis aus der Schweiz herum. Ja, und es kam, wie es kommen musste: die Carabinieri winkten uns in Alessandria heraus. Es gab ein Hin und Her, es wurden hohe Bussen angedroht, und schlussendlich wollten die Carabinieri den Fahrausweis von Roberto einziehen. Wir hatten die ganze Zeit das Gefühl, dass die Uniformierten nicht ganz wussten, was sie nun machen wollten. Das Ganze zog sich mittlerweile eine halbe Stunde hin, und daheim wartete unser Vierbeiner auf uns. Roberto war nicht ganz die Ruhe selbst, aber er war sehr beherrscht – chapeau. Nachdem Roberto den Polizisten erstaunlich ruhig erklärte, sie könnten den Fahrausweis gerne behalten, nur müssten sie ihm erklären, wie er – da er diesen Ausweis zur Umschreibung ja benötigte – diesen dann der UPA vorlegen sollte. Nach einem langen Gesicht des Carabinieri und einer noch längeren Diskussion mit seinem Kollegen in ihrem Wagen, kam er dann forschen Schrittes auf unser Auto zu, und erklärte Roberto, er solle die Angelegenheit nun in Ordnung bringen, händigte ihm den Ausweis mit der Ermahnung aus, dass ab sofort ich das Lenkrad übernehmen solle. Und ich konnte es nicht lassen, und meinte zu Roberto: “Ich darf von Gesetzes wegen ja mit deinem Auto gar nicht fahren. Frag ihn mal, wie wir das jetzt lösen sollen.” Ein kurzes und gezischtes “Hör auf” liess mich vermuten, dass wir uns einfach nur davon machen sollten. Gesagt, getan. 

 

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Frühlingstaumel

In den vergangenen Tagen verwöhnt uns die Natur mit Frühling pur. Blühende Bäume, Sträucher, ja ganze Wälder befinden sich im Blütenkleid. Ich weiss manchmal gar nicht, wohin zuerst schauen. Die am Text anschliessende Bilderauswahl vermag die Wirklichkeit kaum zu wiederspiegeln, es ist einfach nur prächtig. Meine Wanderungen mit Tirass führen mich im Moment über Hügel und Kuppen, von einem Dorf zum andern. Das geht aber nur, wenn man einen lieben Chauffeur zur Hand hat, welcher uns an einem gewünschten Ort absetzt, und dann wieder an irgend einer anderen Stelle wieder abholt. So starteten Tirass und ich vor zwei Tagen im schönen Fontanile, um dann drei Stunden später in Alice bel colle von Roberto wieder abgeholt zu werden. Es ist eine etwas abgewandelte Variante einer meiner Träume. Seit Jahren hege ich den Gedanken, für einige Zeit auf Wanderung zu gehen. Nicht ziel- und kopflos, sondern gut vorbereitet, damit das Wandererlebnis im Vordergrund stehen kann, und nicht von der Herbergensuche überschattet wird. Es soll aber auch kein Pilgerweg sein, sondern ganz einfach eine tolle Wanderroute, welche im späten Herbst und anfangs Frühjahr bewältigt werden kann. Denn zu Beginn der Saison in unserem schmucken B&B müssen wir wieder zurück sein.  Mal sehen. Und wenn nicht, dann ist das auch kein Unglück, wir erleben auch hier viele tolle Wanderstunden.

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Lorzenzos Schulter

Lorenzo ist bei einem Sturz in einem seiner Rebberge auf die Schulter gefallen. Und zwar genau auf jene, welche ihm sowieso mit der Arthrose Kummer bereitet. Und wie es hierzulande - wenn man eine "normale" Krankenversicherung hat - so ist, muss er lange auf einen Arzttermin warten. Ausser natürlich bei einem absoluten Notfall, oder wenn man bei einem Ereignis die Versicherungsstufe wechselt, und selber in die Tasche greift. Nun, Lorenzo wollte das nicht, und jedes Mal, wenn wir ihn sahen, klagte er über seine Schmerzen in der Schulter. Und da kam mir in den Sinn, dass ich in der Schweiz immer wieder von Leuten gehört habe, dass sie auf die Pferdesalbe schwören. Nun, eine Pferdefachfrau kannte ich, und so habe ich mich kurz über diese Pferdesalbe informiert. Sie soll ja anscheinend Wunder vollbringen. Da habe ich natürlich für Lorenzo und für uns gleich mit zwei Töpfe dieser wunderbaren Pferdesalbe bestellt.

Als wir unserem Nachbarn die Salbe übergaben, schaute er ziemlich ungläubig, ja fast ängstlich, auf die Dose, auf welcher natürlich ein Pferd abgebildet war, und in grossen Lettern "Pferdesalbe" prangte. Wir sahen, dass ihm das Ganze überhaupt nicht geheuer war. Doch Roberto beruhigte ihn und meinte, er brauche dieses Wunderding gerade selber. Lorenzo war nicht restlos überzeugt, und wir wissen nicht, ob er diese etwas streng riechende Salbe auch wirklich braucht. Wie auch immer, in den letzten Tagen schien es ihm besser zu gehen. Und wenn Roberto etwas geflunktert hatte, so holte ihn diese kleine Lüge kurzerhand ein. Seit einer grossen Wanderung mit unserem Tirass schmerzt Roberto das eine Knie. Nun, ich habe ja zwei Dosen dieser Wunder-Pferdesalbe bestellt, und so reibt Roberto sein Knie zwei Mal täglich ein. Ob es besser geworden ist? Schon, aber ob es wirklich die Pferdesalbe war, oder eventuell doch das Voltaren?

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Frühlingswandern mit Tiefgang

Schon vor ein paar Tagen sind wir auf Wanderung im Naturpark von Vinchio gewesen. Unser gemeinter Rundgang hätte rund 15 Km lang sein müssen, aber wir waren schon nach rund einer Stunde wieder am Ausgangspunkt zurück. Also haben wir uns entschlossen, nochmals einen anderen und weiteren Weg zu suchen. Also, wir hätten uns den ganzen Tag in diesem Naturpark aufhalten können, so viele verschiedene Wege gibt es. Von einem wunderschön sonnigen Höhenweg führte unsere Wanderung weit hinab auf den Talgrund, welcher uns mystischer nicht erscheinen konnte.  Und überall erzählten die blumigen Boten vom nahen Frühling. Ich habe einfach am Schluss einige Bilder belegt, damit ihr euch selber einen Eindruck machen könnt. Im Frühsommer und später muss es noch schöner sein. Erst im Nachhinein wurde uns bewusst, dass wir das "Tal des Todes" durchschritten haben. Der Name folgert aus der Geschichte, denn im Jahr 935 hatte Aleramo dort die Sarazenen besiegt und für immer vertrieben. Jedes erste Wochenende im Mai wird dieses Ereignis gefeiert, und zwar eine ganze Nacht lang. Nachfolgend ein Ausschnitt aus den Berichten, was in dieser Nacht alles passiert. Mal sehen, ob es uns gelingt, diese Nacht mitzuerleben:

Mittelalterliche Nacht der Geschmäcker und Traditionen zum Gedenken an den
Sieg über Sarazenen-Raubtiere, der 935 auf den Hügeln von Vinchio durch
Aleramo stattfand, ist die Stadt mobilisiert. Das historische Zentrum ist
mit Fackeln beleuchtet, und über zweihundert Figuranten reproduzieren einige
Epochen des mittelalterlichen Lebens und die auffallenden Phasen der Schlacht
zwischen den Aleramici und den Berber-Invasoren, die zu ihrer endgültigen
Vertreibung führten. Für eine Nacht füllen Waffen- und Bogenschützen, Pferde und Reiter, Jongleure
und Fahnenträger die Altstadt von Vinchio bis zum Morgengrauen mit einer
fast unwirklichen Atmosphäre. In den mittelalterlichen Läden und Tavernen
werden typische Gerichte der Region, Tajarin und Etappe ', Risotto mit
Spargel, Kutteln, Kichererbsen mit Rippchen, Agnolotti, Bruschetta, Vitello
Tonnato, Spargel frittata, Salzkrumen, Farinata, Saracen Cake verkostet ,
Friceu-Desserts und viele andere lokale Spezialitäten, begleitet von erlesenen
Weinen aus den Hügeln der Vinchies.

 

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Viel Arbeit für Stevo

Ihr wisst, Stevo ist unser guter Geist des Anwesens. Er weiss, wo was zu tun ist, aber er nimmt sich manchmal auch etwas zu viel vor. Vor allem hat er nicht nur uns, welche nach ihm rufen, sondern so die einen oder anderen "Stranieri" und Eingesessenen in Montabone, die ebenfalls auf seine gute Arbeit angewiesen sind. Kommt hinzu, dass bei uns immer wieder Unvorhergesehenes passiert, welche seine Aufmerksamkeit erfordert.  So würde es bis zur Ankunft unserer ersten Gäste ziemlich knapp, wenn er die ganze Fassade des Gästehauses restaurieren müsste. So hat er nun etwa die Hälfte geschafft, und uns gefällt es sehr gut. Ich habe wie gewohnt Bilder am Schluss beigefügt. In den nächste Tagen erstellt Stevo dann noch unseren Parkplatz für die Gäste neu. Bis anhin wucherte auf dem Platz das Unkraut ungehindert, ein Plattenbelag wird diesem nun Einhalt gebieten. Auch der unschöne "Maschendrahtzaun" wird einer kleinen Mauer Platz machen. Aber auch auf dieser wird wieder ein Zaun installiert, so, dass keine Tiere wie Wildschweine unser Terrain betreten können. Von wegen Tieren: kürzlich habe ich den Wassernapf von Tirass vor der Haustüre aufgehoben und mit Frischwasser aufgefüllt. Und als ich diesen wieder hinstellen wollte, sah ich, dass darunter eigentlich ein grosser Feuersalamander sass . . . Der Schrecken kam im Nachhinein. Wobei sie ja für uns nicht gefährlich und eigentlich ganz schöne Tiere sind. Aber so ganz daran gewöhnt habe ich mich noch nicht.

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Zwischenspiel

Wie im letzten Jahr, haben wir auch in diesem Jahr ein Fass mit Boden gefunden. Will heissen, dass wir einen baulichen Mangel gefunden haben, welcher sich aber gut beheben lässt. Einzig Stevo kommt dabei mit seinen normalen Arbeiten ziemlich in Verzug. Es ist so: schon des öftern haben wir ab und zu ein feines Düftchen vor unserem Haus festgestellt, dies aber dem Wetter oder dem Bauernhof im Tal zugeschrieben. Nun wurde aber dieses Düftchen immer penetranter, bis Stevo mal nachschaute. Konkret, er griff zur Schaufel und machte sich an die Arbeit. Was er antraf, war einer der Kammern unserer Kläranlage, welche zwar einen Zufluss aufwies, jedoch der Abfluss wesentlich höher lag und auch nicht angeschlossen war. Kurzum das Ganze Wasser lief seit zig Jahren in das Erdreich. Nun wollten wir aber der ganzen Geschichte auf den Grund gehen, und bestellten eine Kanalreinigungsfirma mit Kanalfernsehen. Ihr wisst, die italienische Variante von Lüpold aus Möriken. Inner kurzer Zeit fand man den Standort der ersten Kammer, und was wir da zu Gesicht bekamen, liess uns die Haare zu Berge steigen. Ein Zufluss ja, aber die Abflussrohre fehlten komplett. Der Clou war natürlich noch, dass sich das Ganze rund 1,5 Meter unter der Erdoberfläche und so halb unter dem Autounterstand befand. Da waren vorgängig viel Grabarbeiten notwendig. Die Kammer wurde ordentlich gespült, und durch das Erdreich ein Tunnel gebohrt, um die Rohre fachgerecht verlegen zu können. Nach rund einer Woche ist nun alles in Ordnung, und Stevo konnte sich wieder der Fassade widmen. Vorher jedoch half er noch rasch, unserem Nachbarn Angelo einen Baum zu fällen. Der hatte ihn durch das Tor erspäht, und packte die Gelegenheit beim Schopf, um ihn um Hilfe zu bitten. Und zusammen mit Roberto war die Arbeit dann schnell getan. Ach ja, zur Sicherheit haben wir noch die Abflüsse des Gästehauses überprüfen und spülen lassen, da ist alles im grünen Bereich. Ich lege euch noch ein paar Bilder bei. Und in den nächsten Tagen folgt dann das Ergebnis der Fassadenrestauration.

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Es kommt gut.

Fontanile
Fontanile

Nachdem es letzte Woche wiederum geschneit hatte, und die Schneeschuhe täglich im Einsatz waren, verwöhnt uns seit gestern das Wetter wieder mit Sonnenschein und den Tag hindurch mit schon fast frühlingshaften Temperaturen - wenn da dieses kühle Windchen nicht wäre. Der Schnee weicht auf den Rebwegen nun dem Match. Die Schneeschuhe weichen den hohen Stiefeln. So bewegen wir uns im Moment vorwiegend auf asphaltierten Strässchen, und so habe ich gestern einen neuen Rundweg mit toller Aussicht entdeckt, und zwar in Fontanile.

Unser sonnige Lage und die dadurch angenehmen Temperaturen machen es Stevo und seinem Mitarbeiter leichter an der Fassade zu arbeiten. Im Moment klopft und hämmert es an unserem Gästehaus herum, und wenn man sich ein erstes Bild macht, könnte man fast meinen, wir hätten den Abbruch beschlossen. Aber in kurzer Zeit wird die Fassade so aussehen, wie wir uns das vorstellen. Letztes Jahr hat ja Stevo ein "Schaustück" für uns gemacht.Aber ihr geht sicher mit mir einige, dass es wiederum grosse Vortellungskraft braucht, um an das gute Ende zu glauben.

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Ein Zughund und ein Auto in Schieflage

Der Winter ist nun auch bei uns angekommen. War der Schnee in den letzten zwei Jahren - jaja, wir sind nun schon im dritten Jahr hier - am nächsten Tag schon fast wieder weg, bleibt er dank den tiefen Temperaturen liegen. Klar, an den Sonnenhängen schwindet er schon etwas, aber im Grossen und Ganzen haben wir immer noch Winterwunderland. Am vergangenen Mittwoch legte sich innert weniger Stunden ein 20cm weisser Teppich über das Piemont - und die Strassen. Wohlgemerkt, wir selber befinden uns nur auf 280 Meter über Meer. Mir war so Anfang Nachmittag das sich anbahnende Verkehrschaos völlig egal. Vergnügt schritt ich mit Tirass die zugeschneite Strasse hinauf, mit einem Davoser-Schlitten mit extra breiten Kufen; ein Geschenk meiner Schwester. Tirass zog den Schlitten mühelos den Berg hinauf, obwohl er anfänglich schon etwas schief das Gefährt hinter ihm beäugte. Die Abfahrt war dann für mich schon etwas arg schnell, wie gesagt, die breiten Kufen . . . . Für meinen Hund eine ungewohnte Sache, und er wollte mich partout vom Schlitten runterhaben. Nach einigem Zureden, vielen "Gudis" und etwas gemütlicherer Fahrt, kamen wir wohlbehalten daheim wieder an.

Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir noch keine Sorgen um Roberto, der war in Alessandria bei seinem Vater im Spital. Nichts schlimmes, nur ein Eingriff, welcher regelmässig durchgeführt werden muss. Es war drei Uhr am Nachmittag, als ich von ihm hörte: "I starte öppe am viertel ab". Je später es wurde, umso mehr "Spatzig" baute ich in die Fahrt ein. Etwas später losgefahren, die schlechten Strassen, Stau . . . . Normalerweise dauert die Fahrt rund 30 Minuten. Um 18 Uhr machte ich mir doch ernsthafte Sorgen, und rief an. Was dann durch den Lautsprecher kam, möchte ich hier nicht wiedergeben. "Maledizione e Urlare" heisst Fluchen und Schreien. Und genau das hörte ich, bevor wieder aufgelegt wurde. Es war so: Roberto bog nach langer Fahrt in Eis und Schnee in unser schmales Strässchen ein, und prompt kam ihm ein Auto entgegen, welches - aus gutem Grund - nicht ausweichen wollte. Also setzte Roberto etwas zurück, und rutschte im tiefen Schnee die Böschung hinunter. Das war der Zeitpunkt meines Anrufes. Das Auto befand sich in arger Schräglage. Natürlich war "unser" Stevo rasch zur Stelle, schnappte sich bei mir die warme Winterjacke für Roberto und eilte ihm zu Hilfe. Doch auch er konnte nicht viel ausrichten. Der Landwirt etwas oberhalb des Geschehens hatte die Situation beobachtet. So startete er seinen Traktor - die Bauern haben hier im Winter meist einen Pflug vorgespannt - und kam zu Hilfe. Rasch wurde unser Auto aus der misslichen Lage befreit, ein Aufatmen auf allen Seiten. Und so kam es, dass wir am nächsten Tag ein "Dankeschön" vorbeibrachten und dann in gemütlicher Runde bei Piero und Angela bei Kaffee und Kuchen in ihrer grossen Küche sassen.

Ich füge noch einige Bilder von unserem Winter dazu, welcher übrigens in der kommenden Wochen nochmals ein paar Centimeter Schnee liefern will.

 

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Tirass

Unser Tirass: Stolz und ab und zu etwas stur - wir möchten ihn nicht anders haben.
Unser Tirass: Stolz und ab und zu etwas stur - wir möchten ihn nicht anders haben.

Seit Juli 2017 bereichert unser Grosser Schweizer Sennenhund "Tirass" unser Leben. Ja, in der gästefreien Zeit bestimmt er es sozusagen auch. Täglich bin ich mit ihm bis zu 10 km unterwegs, wir sind also ziemlich fit. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich dann ganz gerne die Beine etwas hoch lagere, er aber bereits wieder mit dem Ball im Maul auf ein Spiel wartet. Aber da ich - meistens - sein Chef bin, bestimme ich, wann und wie gespielt wird. Wir üben natürlich auch das ganze Gehorsam-ABC mit dem Hundetrainer, und der ist meist zufrieden. Wer die Rasse kennt, weiss, dass unser Tirass ein gehöriger Sturschädel sein kann. Das tönt alles nach Idylle, aber vor rund einer Woche hat Tirass uns einen ganz gehörigen Schrecken eingejagt. Er hatte mitten in der Nacht einen epileptischen Anfall. Wer dies kennt, weiss, wie schlimm das ist. Noch eine geraume Zeit danach war er völlig orientierungslos, bellte alles und uns an, und musste im Haus zuerst alles neu beschnuppern. Natürlich war unser erster Gang am nächsten Morgen zum Tierarzt. Er bestätigte unsere Befürchtung. Und erst im Nachhinein wurde es uns klar, dass er bereits vor einem halben Jahr einen Anfall hatte, wir diesen aber einem Insektenstich zuordneten. Jetzt hoffen wir, dass die Abstände nicht kleiner werden. Denn dann können glaub ich Tirass, und wir auf jeden Fall, ganz gut damit leben. Vor allem aber braucht unser toller Hund so keine Medikamente.

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Gute Erfahrung

Und Schwupps, sind wir bereits im neuen Jahr gelandet. Es war einiges los an Weihnachten, und vor allem übers Neujahr. Der 24. und 25. Dezember war dem Vater von Roberto gewidmet. Sein Gesundheitszustand erlaubt es ihm leider nicht, auch nur für kurze Zeit zu uns hoch zu kommen, wir sind einfach nicht dafür eingerichtet. So haben wir Geburtstag am 24. und Weihnachten mit gemeinsamen Essen in der Altersresidenz gefeiert. Vom Essen her nicht gerade in Highlight, aber es wäre auch zuviel verlangt gewesen. Am 26. Dezember trudelte dann mein Sohn mit Freunden ein, kulinarisch gewannen wir  schnell wieder an Höhe, wir wurden in den Restaurants so richtig verwöhnt.

Ja, und dann war auch schon der 28. Dezember da, unsere Neujahrsgäste trafen ein, sieben Personen an der Zahl. Mir war etwas Bange, denn es war sozusagen eine Premiere, so tief im Winter die Casa für Gäste zu öffnen. Waren die Zimmer warm genug, wird es unseren Gästeb nicht langweilig - es hatten ja nicht alle Geschäfte geöffnet. Doch meine Sorge war unbegründet, es war wohlig warm, und Roberto konnte sogar zwei Weinreisen anbieten. Zudem gaben die Städte auch über diese Tage so einiges zum Schauen und Lädele. Die Silvesterfeier richteten wir auf Wunsch der Gäste bei uns aus, es war ein ruhiges und "verspieltes" Uebertreten ins neue Jahr. Im Gästebuch darf ich wieder zufriedene Einträge der Gäste vermerken. Fazit: Wir werden auch über den  Jahreswechsel 2019/2020 unsere Casa wieder öffnen. Seit Ende Dezember werden wir mit wunderbarem Wetter verwöhnt, die Sonnenaufgänge sind sensationell, und an den Sonnenuntergängen kann man sich kaum satt sehen. Ich lege ein Bild bei. Dazwischen nehmen wir es diese Woche noch etwas gemütlich, lange Spaziergänge mit dem Hund, und ein Mittagsschläfchen auf dem Liegestuhl an der Sonne. Ab nächster Woche gehen die Arbeiten am Gästehaus weiter, die Fassade wird restauriert. Wollten wir anfänglich nur die Rosenstöcke entfernen und die Originalmauer dahinter wieder sichtbar machen, haben wir uns nun entschieden, die ganze Fassade in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen.

 

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"Terra" ist bezugsbereit

Es ist für uns schon fast ein wenig vorgezogene Weihnachten. Heute ist unser viertes Zimmer fixfertig geworden, es kann bezogen werden. Stevo hat wieder einmal gezeigt, was er kann. Und seine Idee, das uralte Treppenhaus endgültig mit einer Mauer zum Verschwinden zu bringen, war grandios. So hat auch dieses Zimmer einen speziellen Schrank bekommen. Aber seht doch einfach die Bilder an, da erübrigt sich jeder Kommentar. Halt, noch etwas ganz Wichtiges. Konnten wir in den letzten zwei Jahren nur 3 Doppelzimmer offiziell anbieten, so sind es nun deren vier. Wir freuen uns auf ein volles Haus im 2019 und wünschen frohe Festtage. Unsere werden mit Besuch von meinem Sohn und Freunden sicher fröhlich sein, und übers Neujahr sind wir ausgebucht. Diejenige, welche uns kennen, werden sich natürlich fragen, warum ich denn nur von einem Sohn schreibe. Nun keine Angst, da liegt kein Zerwürfnis vor, der jüngere ist für ein halbes Jahr zum Studium in Tokio, und geniesst ein paar Weihnachtstage in Thailand. So, und nun die Bilder.

 

 

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Wie die Zeit vergeht

Also, ihr müsst schon entschuldigen, dass ich so lange nichts mehr von mir hören liess. Am 26. November war es das letzte Mal. Inzwischen hat sich so das eine oder andere getan, inkl. unsere Ferien in der Schweiz. Aber der Reihe nach: Wir haben endlich unsere italienischen Autonummern inkl. Autos. Das hatte bei unseren Schweizferien den Vorteil, dass wir bei eventuell unkonventionellen Fahrmanövern sicherlich entschuldigt wurden. Das war aber nach drei Tagen schon vorbei. Denn, welcher Italiener trägt schon auf seiner Heckklappe die Aufschrift: "Ihre Auszeit im Piemont www casafossello.it". Wie auch im letzten Jahr wurden wir vom Wetter nicht gerade verwöhnt, ganz anders von unseren Gastgebern. Wir haben uns so richtig wohl in Rupperswil gefühlt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Am vergangenen Sonntag war es für uns wieder Zeit, den Heimweg anzutreten. War unser Tirass zu Beginn der Reise noch ganz fidel, so lugte uns bei der Ankunft in Montabone ein Häufchen Elend entgegen. "Roberto, mit dem Hund stimmt was nicht, wir müssen zum Tierarzt", war meine Feststellung - und dies an einem Sonntag. Doch der Arzt von Tirass beorderte uns subito nach Acqui Terme. Fazit: 41 Grad Fieber und einen kranken Magen. Unser Vierpfoter hatte sich eine veritable Erkältung zugezogen.  Das kommt davon, wenn Hund Schnee frisst und aus einem eiskalten Weiher trotz einem strengen "No" Wasser trinkt. Nun, er ist wieder ganz der Alte, verjagt die fremden Katzen, geniesst die langen Spaziergänge und übt mit mir den Gehorsam, wenn es den unbedingt sein muss.

Und die Renovation? Ja, die wurde heute durch Stevo abgeschlossen. Morgen kommt noch seine Frau Diana vorbei, um dem Ganzen den nötigen Glanz zu verleihen. Dann heisst es um- und einräumen sowie die neuen Vorhänge anzubringen. Spätestens übermorgen zeige ich euch die ganze Herrlichkeit.

Am 8. Januar, wenn Stevo mit Familie aus den Ferien retour ist, geht es dann weiter mit den Winterarbeiten.

 

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Wieder viel Schutt und Staub

Einige von euch wissen, das wir noch ein viertes Zimmer haben. Da dieses einerseits noch nicht beim Tourismusamt in Asti gemeldet ist, und andererseits recht renovationsbedürftig war, haben wir dieses nur selten vermietet. Und wenn, immer mit dem Hinweis auf den Zustand des Zimmers. Vor zwei Wochen ist Stevo mit Presslufthammer und anderem Gerät angerückt, um aus dem Zimmer ein Juwel zu machen. Doch bevor dies Wirklichkeit wird, muss wie gewohnt sehr viel Schutt weggeräumt werden. Warum der Verputz überall so arg aufplatzte, und es für mein Empfinden immer etwas eigentümlich roch - Roberto konnte zwar nie etwas Unpassendes riechen - wurde beim Entfernen der Holzvertäfelung ersichtlich. Wie erwartet war alles relativ feucht, die Holzleisten innen völlig grau. Kam hinzu, dass dieser Raum vor über 200 Jahren wohl die Küche gewesen sein musste, der Kamin für den Herd wurde nie richtig zugemauert. So konnte immer etwas Feuchtigkeit eindringen.

Nun sind die Lecks geschlossen, morgen wird wieder einmal sandgestrahlt, bevor dann Stevo mit der Feinarbeit beginnen wird. So wird dieses Zimmer ebenfalls mit dem Originalmauerwerk aufwarten, und so das eine oder andere "Caché" haben. In zwei Wochen muss Stevo fertig sein, damit noch Zeit für die Einrichtung bleibt. Denn, wir haben über Silvester unsere Casa voll ausgebucht. Wir versuchen, wie es so läuft, und wenn es den Gästen gefällt, werden wir wohl diese Feiertage in unser Angebot aufnehmen.

Doch jetzt erst einmal ein paar Bilder des Zimmers.

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Finster wars

Wir hatten in den letzten Tagen ein Hin und Her mit unseren Autos. Irgend eines war immer in der Garage. Ob für die Winterpneus, welche wir hier ja ab dem 15. November zwingend montiert haben müssen, oder für die Reperatur der Sturmschäden. Der eine fährt, ohne dass man den Schlüssel betätigen muss, der andere braucht den Schlüsseldreh. Ende letzte Woche kam es dann, dass auch der sturmgeschädigte Wagen fertig war. So fuhren wir zu zweit vom Carossier los, und ich sah, dass ich sozusagen keinen Sprit mehr im Tank hatte. Beim Einbiegen in den "Schleichweg" nach Montabone hielt ich an, um Roberto davon in Kenntnis zu setzen. Der hielt hinter mir, und meinte: "Fahr du nach Hause, ich gehe rasch tanken, aber lass mir den Autoschlüssel da". "Der ist in meiner Handtasche, ich brauche sie nicht (die Handtasche", war meine Antwort. Roberto fuhr los, ich stieg ins hintere Auto rein, und ihr könnt euch denken was ich sah, respektive eben nicht erblickte: Den Autoschlüssel. Roberte hatte in kurzerhand abgezogen und eingesteckt. Da sass ich nun im Stockfinstern. In der Handtasche lag nicht nur der Autoschlüssel, sondern auch die Handys fuhren mit Roberto zur Tankstelle.

Vor meinem inneren Auge sah ich, wie Roberto tankte, gemütlich nach Montabone hoch fuhr, und eventuell etwas erstaunt darüber war, dass ich noch nicht da sei. "Der merkt doch nicht, dass er den Autoschlüssel in der Tasche hat", sinnierte ich - natürlich immer noch im Dunkeln.

Ein paar hundert Meter weiter unten wusste ich von einem Haus, also machte ich mich auf in Richtung dieser Casa. Die vorbeifahrenden Autos reagierten nicht auf meine Haltezeichen, sondern rauschten  im Regen an mir vorbei. Ob ich bei dieser Finsternis wegen einer sehr dunkel gekleideten Person angehalten hätte? Endlich kam das Haus in Sicht - auch dort herrschte Finsternis. Aber da kommt ja ein Wagen den Berg hinunter. Jetzt nahm ich mir ein Herz, und stellte mich auf die Strasse. Eine etwas unsicher scheinende Dame liess die Scheibe runter, und ich erzählte ihr von meiner Situation. Rasch war ihr Handy zur Stelle, und ich konnte endlich Roberto erreichen. "Wo bisch du?", war seine Begrüssung. "Ja, wo ächt, uf em Wäg zum ne Telefon, du hesch der Outoschlüssel", war meine nicht gerade freundliche Antwort. Er stand schon längst wieder beim stehen gelassenen Auto, denn mein Roberto war kaum bei der Tankstelle, als er den Autoschlüssel in seiner Tasche bemerkt. Flugs liess er nur wenige Liter Moscht ins Auto, um so rasch wie möglich zurückzufahren. Aber da war ich ja schon weg. Mit etwas Verspätung kamen wir dann daheim an, gerade recht, um - mit nur einem Auto - mit meinem Sohn etwas Feines essen zu gehen. Natürlich musste ich mir noch anhören, dass man sich in solchen Fällen nicht vom Objekt entfernt. Aber mal ehrlich, das hätte unter Umständen Stunden dauern können . . . .

Jetzt sind wir für ein paar Wochen wieder nur mit einem Auto unterwegs, da bleiben wir höchstens gemeinsam im Finstern stehen. Der zweite mit dem AG-Schild ist in die Heimat zurückgekehrt.

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Angelo und Lorenzo

Ich habe euch schon so Einiges über unsere Nachbarn erzählt. Angelo, der Hüter der Ruine gleich nebenan, Lorenzo, welcher tagsüber da ist, und zu seinen Rebbergen und Haselnusshainen schaut. Beide sind hier oben aufgewachsen und kennen sich wohl in- und auswendig. Sie sind nicht gerade dicke Freunde, und beide beschweren sich ab und zu bei uns über den anderen. Man könnte meinen, sie kämen so gar nicht miteinander aus. So war nach dem grossen Sturm Lorenzo sehr aufgebracht darüber, dass Angelo nicht schon längst den schräg wachsenden Baum oberhalb der Strasse fällen liess. Der Baum hing wirklich sehr schief über der Strasse, und wenn ein nächster Sturm diesen Baum fällte, wäre Montabone und wir hier ohne Strom, Lorenzo ohne Garage und auch sein Haus würde in Mitleidenschaft gezogen. "Dieser Sturkopf", schimpfte Lorenzo, "der wartet, bis es zu spät ist. Nur, weil ihn jedes Bäumchen das er fällt, an seine Jugendzeit erinnert." Nun, diese Zeit ist längst vorbei, und die Bäume schiessen in den Himmel - und manchmal ziemlich schief. Und Angelo?

Der meinte völlig ruhig: "Der Baum wird nicht fallen, der ist schon so viele Jahre schief". Nun, wir, welche noch nicht lange hier sind, meinen, dass die Schieflage doch ziemlich ungemütlich sei. Erst die Intervention der Gemeinde brachte Angelo zu Einsicht, und den ganzen Tag über war die Feuerwehr damit beschäftigt, den Baum zu fällen. Wenn sich die zwei Streithähne am Morgen noch gehörig die Meinung sagten, so waren sie am Nachmittag wie ein Herz und eine Seele dabei, den zersägten Baum beiseite zu schieben, und Ordnung zu schaffen. Hier geht vieles nur gemeinsam, und man schaut in solchen Situationen über die "Schattenseiten" des anderen hinweg.

 

Wir bevorzugen beim Bruder von Angelo - Beppo - die etwas andere Variante, als den Gang zur Gemeinde. Stevo schneidet die Bäume, welche die Stromleitung zu unserem Haus bedrohen, selber. Beppo kann dann das Holz abholen.

 

Ach ja, ich habe ja euch von den Sturmschäden berichtet. Die haben sich heute etwas schwerer als gemeint gezeigt. Unser Dach wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, es klafften grosse Löcher darin. Es ist bereits wieder eingedeckt - Stevo sei Dank. Zum Abschluss noch einige Bilder.

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Durchgerüttelt

Es hat uns in den vergangenen Stunden ganz schön durchgerüttelt und auch ziemlich durchnässt. Und doch hatten wir grosses Glück. Das begann schon damit, dass sich Stevo keine Minute  zu früh von uns verabschiedetet und das Gelände verliess. Kaum abgefahren hoben die Windböen unsere Balkonüberdeckung, welche aus Glas bestand, einfach ab. Wo vor Kurzem noch Stevo und Roberto standen, war nun ein Meer von Scheibenteilen. Weit herum wurden die Glasteile geschleudert, wir  waren zum Glück bereits im Haus. Natürlich ahnten wir nichts Gutes ob dem ganzen Geschepper, aber wir hüteten uns, das Haus zu verlassen. Das Ausmass zeigte sich dann heute Morgen nach einer schlaflosen Nacht. Die einzigen, welche zufrieden in ihren Schlaflager ruhten, respektive laut schnarchten, waren unsere Vierbeiner. Lauter Glasscherben vor dem Haus, für unseren Hund hiess es: entweder knapp der Hausmauer entlang nach draussen gehen, oder dann im Haus bleiben.  Von den fünf Sonnenschirmen und ihren schweren Eisenfüssen fehlte jede Spur, wir fanden sie ennet der Mauer. Einige hatten einen recht langen Flug hinter sich. Ein Balkonglas bohrte sich richtiggehend in das Heckfenster unseres Autos, so dass die ganze Heckscheibe aus tausenden von Scherben bestand. Zum Glück hielt das montierte Bild auf der Scheibe die Scherben zusammen, morgen überlassen wir das Entfernen dem Glaser. Doch einige Gläser schleiften über das ganze Auto, so dass wir nun zuerst den Wagen in die Carrozzeria bringen müssen.

Das tönt zwar alles recht arg, aber niemand ist zu Schaden gekommen, die Antworten der Versicherungen war beruhigend: "Schicken Sie uns Bilder und Rechnung, wir erledigen das".  Ja, und auf den ganzen Schrecken folgte dann ein wunderbarer Tag, welcher uns wieder mit dem Piemont versöhnte. Nun hoffen wir, dass die recht reichlich vorausgesagten Regenmengen an uns vorbeiziehen werden.

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"Sidefin"

Ich habe mich immer etwas "schiniert", wenn unsere Gäste die Regione Fossello hochgefahren sind, sie war doch recht holperig. Ja, das eine Schlagloch war schlichtweg gefährlich. Die übelsten Stellen hat Stevo etwas entschärft, aber das hielt nicht allzu lange. Und eines Tages, als wir runterfahren wollten, war die Strasse gesperrt infolge Bauarbeiten. "Lorenzo, die machen die Strasse neu, das ist aber eine Freude", jubelte ich bei unserem Nachbarn. "Ach weisst du, es stehen die Wahlen an", meinte er beruhigend. Wobei, dass nach so vielen Jahren die Strasse einen neuen Teerbelag bekommt, erstaunte auch ihn trotz Wahlen ein wenig. Ich sage euch, beim Einbiegen in die Regione Fossello geht es nun "sidefin" die Kurven hoch - bis der alte Belag wieder beginnt. Aber egal, die gröbsten Löcher sind weg. Wir freuen uns riesig, dass unsere Gäste nun fast lautlos über den neuen  Belag in Richtung unserer Casa Fosselo gleiten können.

Und sonst? Da lassen wir unsere Gäste auf der Wanderung rund um Strevi schrumpfen, und da ist noch dieser wunderbare Herbst. Aber schaut selber auf den Bildern.

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Etwas unglücklich geparkt

Die ist wohl der letzte Eintrag in diesem Jahr, welchen ich ohne grosse Winterausrüstung draussen verfassen kann. Wie in der Schweiz, ist auch hier noch einmal der Sommer zurückgekehrt. Vor wenigen Tagen hat unser Weinbauer Maurizio seine letzte Ernte eingefahren - mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Alle sind hoch zufrieden mit dem Jahrgang. Lange konnte beispielsweise der Barbera seine letzte Reife bekommen, kühle Nächte und trockene, warme Tage waren ideal dazu. Doch das hat ja eigentlich nichts mit meinem Problem, dem Parken, zu tun. Meistens, wenn ich etwas in Eile bin, passiert etwas so blödes, dass ich die vermeintlich eingesparte Zeit um ein Vielfaches verloren habe. Ob es der Mixer ist, welchen ich nur noch schnell hinter der Kaffeemaschine hervorholen möchte, und dies dann gleich mit dem vollen Wasserbehälter der Kaffeemaschine tue, oder halt etwas gar schnell am Rand des Waldweges parken möchte.

Eigentlich wollte ich ja nur mit unserem Tirass oberhalb  von Montabone vor dem anstehenden Tageswerk eine ausgiebige Runde drehen. Aus Rücksicht auf die Weinbauern, welche das von mir ausgewählte Weglein ab und zu befahren, wollte ich unser Auto ganz am Rande parken. Nun, es war so nahe am Rande, dass urplötzlich nichts mehr ging, ich sozusagen in der Luft hing. Ich war auf einem Erdhügel aufgefahren, das eine hintere Rad hing in der Luft. Was tun? Natürlich Stevo und Roberto anrufen, und selber mit dem Hund den geplanten  Spaziergang machen. Jedoch nicht in gedachter Richtung, sondern bergab zu unserem Daheim. Denn dort waren die Gäste im Begriff, ihre Koffer zu packen, um abzureisen. Roberto also hoch mit Stevo zu unserem "aufgebockten" Wagen, und ich in Windeseile hinunter zu unseren Gästen. Ich hatte Glück im Unglück, dem Auto ist nichts passiert, und die Gäste waren noch weit davon entfernt, reisefertig zu sein.

Jetzt schreibt sich das ganze so einfach, aber mittendrin im Geschehen war ich schon zemlich ausser mir. Es wäre für uns persönlich ja nicht so schlimm gewesen, wenn das Auto grösseren Schaden genommen hätte, da wir ja im Oktober resp. im November ein neues sowie ein gebrauchtes Auto bekommen. Aber in der Schweiz wartet mein Sohn auf dieses Auto, da sein altes den Geist aufgegeben hat.

Nicht, dass uns der Franzose nicht mehr gefällt, aber es ist für uns einfach zu umständlich zu einer italienischen Nummer zu kommen. Deshalb unser Umdenken.

 

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Wo ist der Brasato?

Wie ihr wisst, bieten wir seit dieser Saison den Gästen am Ankunftstag das Nachtessen an. Obwohl wir ja als B&B dies nicht dürften. Natürlich haben dann auch die bereits anwesenden Gäste die Wahl, wieder bei uns zu essen. Da kommt dann öfters eine schöne Tavolata zusammen. Diese Art zu speisen soll ja im Kommen sein.

Es war vor ein paar Tagen, als wir für sechs Gäste das Nachtessen kochen durften, auf dem Menüplan stand ein reichhaltiges Vorspeisenbuffet, Pasta mit Tomatensalsa, Brasato mit Rosmarinkarotten. Als Dessert wurde ein Honigparfait mit Zwetschensauce gereicht. Roberto marinierte den Brasato mit Gemüse und Wein einen Tag im Voraus, und widmete ihm während der Kochzeit seine gesamte Aufmerksamkeit. Ich indessen war anderweitig beschäftigt, und als mir Roberto beschied: "Ich gange jetzt zum Vater uf Acqui Terme", war ich mit keinem Gedanken beim Brasato. Dieser war nämlich in der Zwischenzeit zart gekocht, und Roberto legt ihn in der Küche in eine Tiefe Schüssel zum Auskühlen. Denn, etwas abgekaltet lässt sich der Brasato viel besser schneiden.

Ich war kurz vor dem Nachtessen gerade beim Decken des Tisches für die Gäste, als Roberto um die Ecke bog und fragte: "Wo hesch der Brasato häre ta?". Ich hatte gar nichts irgendwohin getan, und den Brasato hatte ich überhaupt nie gesehen - nur das leere Gefäss. Es geschahen gleich darauf zwei Dinge: wir schauten unseren Tirass an, welcher zufrieden auf dem Rücken in den Abend hinein schlummerte, gleichzeitig wurde uns klar, dass unser Hauptgang bereits vertilgt war. Roberto, eigentlich ein gemütlicher Zeitgenosse, geriet nun schon etwas aus der Fassung. Aber es obsiegte die Einsicht, das Schimpfen das zarte Stück Brasato nicht wieder zum Vorschein brachte, und wir nach einer Lösung suchen mussten. Der Krux bei der Sache war, dass unsere Gäste bereits wussen, dass ein Brasato auf der Speisefolge stand. Glücklicherweise haben wir den einen und anderen guten Draht zu den Restaurantbesitzer in Acqui Terme. Und so half uns Giorgio vom "Nuovo Ciarlocco" mit einem grossen Stück Brasato aus der Patsche, und die Gäste mussten auf nichts verzichten. Natürlich erzählten wir vom Missgeschick, denn mit fremden Federn möchten wir uns nicht schmücken.

Wir haben unseren Tirass eigentlich schon so weit, dass er nichts mehr aus der Küche klaut. Jedoch, wenn er merkt, dass wir beide total abgelenkt sind, und mit keinem Gedanken an die Dinge in der Küche denken, schlägt er zu.

Wir sind am Lernen, unsere Sinne für die Verführungen von Tirass zu stärken. Denn, wenn wir extra unserem Hund etwas Tolles hinstellen, damit er es nimmt, und wir ihn dann ob dem Geschepper, dem Zuschnappen der Falle, dem stinkenden Zitronenlumpen etc. vom Tun hindern wollen, ignoriert er diese Verführungen über Stunden. Ergo müssen wir alles, was ihn gelüsten könnte, nicht mir stehen lassen. Andere Vorschläge?

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Pläne

Kaum ist Stevo von seinen Ferien retour, ist er mit uns schon die Planung angegangen, was denn über Winter alles erledigt werden sollte. Und da wir uns etwas viel vorgenommen haben, schliessen wir unser B&B bereits im November. Was wir alles machen? Also, die Einfahrt ab Strasse bis zu unserem Tor wird mit Steinen ausgelegt. So sieht das Ganze zum einen einladender aus, zum andern entfällt die lästige Jäterei. Letztes Jahr, als alles knochentrocken war, hielt sich auch das Unkraut in Grenzen, doch dieses Jahr wuchs es uns fast über den Kopf. Schliesslich werden wir auch nicht jünger - wie fühlen uns nur so. Nach einem Tag Unkraut jäten tut dann der Rücken schon ordeli weh. Man könnte natürlich auch mit giftigem Zeugs dem Unkraut Herr werden, aber "verbrannte Erde" sieht scheusslich aus. Unser Nachbar hat diesen Frühling ein ganzes Feld mit wohl sehr starkem Unkrautvertilger behandelt. Man durfte während Wochen das Gebiet nicht betreten, und nun sieht man den schwarzen Schandfleck von weit her. Was er damit bezweckt hat, ist uns schleierhaft. Aber ich schweife ab, wir sind ja am Renovieren. Im Gästehaus wird das kleine, inoffizielle Zimmer endlich renoviert. Auf dieses freue ich mich am meisten. Und eigentlich wollten wir schon letztes Jahr den unteren Teil der Fassade beim Gästehaus neu gestalten. Die Rosenbeete müssen leider weichen, damit die Mauer trocken wird, und Stevo wird dann auf der ganzen Länge die ursprüngliche Mauer wieder hervorholen. Ihr seht es ist "un sacco di lavoro", welche da auf uns zukommt. Und da wir eventuell über Silvester das Haus voll haben, muss vor allem das Zimmer fixfertig sein. Daher schliessen wir wie eingangs erwähnt bereits im November.

Doch, noch ist es nicht soweit, der Sommer kommt nochmals mit voller Kraft retour mit Temperaturen weit über die 30 Grad. Und wir dürfen uns über eine tolle Buchungslage freuen.

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Staubige Füsse

Ich hab es sicherlich schon erwähnt, dass unser Hund bei Temperaturen um und über 30 Grad den Tag lieber am Schatten verschläft, und nur etwas ganz Spannendes ihn in Bewegung setzen kann. Daher beschränken sich unsere Spaziergänge auf den frühen Morgen und späteren Abend. Vor kurzem habe ich einen schönen Rundgang über die Hügel von Acqui Terme und Strevi entdeckt. Schön ausgeschildert, jedoch ohne Angabe der Länge. Und da ich unseren Vierbeiner nicht über Gebühr bei hohen Temperaturen anstrengen wollte, gab es die Wanderung in zwei Etappen. Sie ist rund 8 km lang und ist aus meiner Sicht aus gesehen einfach traumhaft. Ich wage mir kaum vorzustellen wie es ist, wenn im Herbst klare Sicht herrscht, und sich der Alpenkranz zeigt.  Ob ich da vor lauter Ah und Oh noch vorwärts käme? Für unsere Gäste, welche gerne wandern, ein Muss. Heute wie gestern standen überall die Traktoren mit ihren Anhängern bereit, um die Reben aus der Lese aufzunehmen. Die Moscatotraube war reif. Ich könnte euch noch so vieles erzählen, aber schaut doch einfach die Bilder an, sie sprechen für sich. Was das alles mit staubigen Füssen zu tun hat? Ganz einfach. Jedes Mal, wenn ich auch von nur kurzen Ausflügen mit unserem Hund retour komme, muss ich mir die Füsse waschen, der Staub von den trockenen Wegen dringt überall rein. Selbst wenn ich den kurzen Weg bei uns zum Feigenbaum gehe - der trägt im Moment supersüsse Früchte  - ist danach ein Fussbad fällig. So, aber jetzt die Bilder.

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Etwas viel Geschirr

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Kurz vor der Lese

Schon bald werden die ersten Traubensorten gelesen, im Moment herrscht sozusagen Ruhe vor dem Sturm in den Rebbergen. Wobei Sturm für das Gewusel und das fröhliche Rufen und Geplauder nicht der richtige Ausdruck ist. Das Grün der Rebstöcke wird durch Rot, Blau, Türkis, Gelb und vielen Farben mehr der Hemden und Shirts belebt - für mich ein schöner Anblick. Unser Nachbar Lorenzo ist nicht unzufrieden mit dem Jahrgang, er vermutet aber, dass letzte Jahr besser gewesen sei.

Stürme, die hatten wir in letzter Zeit häufig. Kaum ein Gewitter zog vorbei, ohne dass es von veritablen Regen- und Windstürmen begleitet wurde. Nun scheint etwas Ruhe einzukehren, und die Wetteraussichten sind weiterin sonnig und sommerlich warm. Auch gut für den Wein.

Auch Ferragosto haben wir "heil" überstanden. Wir wissen ja mittlerweile, dass kaum jemand erreichbar ist während dieser Zeit. Und war ich letztes Jahr einfach nur gespannt, als die Jäger regelmässig auf Wildschweinepirsch gingen, begrüssten wir die Jäger dieses Jahr mit Freude. Denn es ist wirklich nicht gemütlich, wenn man fast täglich auf Wildschweine trifft. Zum Glück zeigt mir Tirass jedes Mal an, dass da etwas ist, aber geheuer ist es mir nie. Ich habe auf  meinen früheren Wanderungen kaum so viel gesungen und gepfifen, wie diesen Frühling und Sommer. So hört mich das Wild wenigstens kommen.

Und unsere Gäste? Da ist Jubel angesagt, wir können bis jetzt auf eine tolle Saison zurückblicken, und auch der Herbst bringt uns viele Besucher.

 

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Wieder da

Endlich kann ich wieder in die Tasten greifen, der neue Laptop ist installiert. Klar hätte ich auch über das Natel einen Blogeintrag schreiben können, aber das lange Eintippen auf diesen kleinen Tastaturen ist nicht so mein Ding. Und da unser IT-Mann zuerst versucht hat, unserem alten Ding wieder Leben einzuhauchen, dauerte es halt seine Zeit, bis auch er meinte, ein neuer wäre gar nicht schlecht. Und jetzt switchen wir zwischen Italienisch und Deutsch auf unserem neuen hp. Vor allem wird es spannend, wenn wir die an sich italienische Tastatur auf Deutsch umschalten. ä, ö und ü sucht man vergebens, das @ findet sich auch nicht so leicht, und y und z sind gerade vertauscht. Jetzt zieren halt unsere Tastatur so das eine oder andere Kläberli, was den hinter den Tasten wirklich steckt.

Ich muss euch sicherlich nichts über die herrschende Hitze erzählen, dieses Jahr ist es aber hier mit der Feuchtigkeit zusammen etwas schwieriger zu ertragen. Unsere zwei Vierpfoter verkriechen sich tagsüber. Tirass wird in den frühen Morgenstunden ausgiebig ausgeführt, dazwischen etwas Unterhaltung im kühlen Haus, und dann erst beim Eindunkeln ist es für ihn draussen wieder erträglich. Aber der Spaziergang am frühen Morgen ist jeweils wunderbar, die tollen Sonnenaufgänge verzaubern mich immer wieder. Nicht so zauberhaft finde ich zwischendurch das Geraschel im nahen Gebüsch. Vor allem dann, wenn unvermittelt daraus ein stattliches Wildschwein auftaucht.

Zu unserer Freude sind wir auch jetzt gut gebucht, unsere Gäste geniessen jeweils die warmen Abende bis tief in die Nacht hinein bei Kerzenschein bei uns. Ich lege ein Bild bei zum etwas gluschtig machen, und verspreche, die neue Tastatur nun wieder regelmässig für die Blogeinträge zu nutzen.

 

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Die Gedanken in Lenzburg

Kurzentschlossen haben wir unsere gästefreien Tage für einen kurzen Wanderurlaub in Crans-Montana genutzt. Schön war's, wir genossen die kühlen Nächte und die anngenehme Wandertemperatur. Erholt und voller Freude für die Ankunft unserer Gäste sind wir nun wieder hier - jedoch, meine Gedanken schweifen immer wieder ab zum Geschehen in Lenzburg. Was über viele Jahre hinweg ein fester Bestandteil in meinem beruflichen wie privaten Leben war, ist heute nun weit entfernt.  Da werden in der Fremde viele tolle Erinnerungen wach. Meinem Sohn, welchem ich  mit Stolz und auch feuchten Augen applaudierte, wie er als Jungtambour am Zapfenstreich auftrat. Die Umzüge, die fröhlichen Menschen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit, das Feuerwerk und der einzigartige Umzug mit den Laternen. Am letzten Manöver vor zwei Jahren wusste ich ja schon von unserem Umzug ins Piemont, aber machte mir natürlich noch keine Gedanken übers nächste Manöver. Aber da wir das Haus voller Gäste haben, ist an ein Dabeisein nicht zu denken. Doch die Bilder werde ich mir anschauen, und die Erinnerungen mit einem wehmütigen "Honululu" begrüssen.  Und in zwei Jahren? Ich werde planen und mir die Zeit frei halten. Allen Lenzburgern, welche diese Zeilen lesen, wünsche ich ein tolles Jugendfest mit farbenfrohem Manöver. HONOLULU!!!

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Temporale

Gestern war - zwar mit viel Wind - ein herrlicher Sommerabend. Wir genossen diesen, und waren gerade gemütlich beim z'Nacht, als Stevo eintraf. Wir waren der Meinung, alles sei fixfertig für den morgigen Tag vorbereitet. Das Betonieren des Fundamentes zur neuen Stützmauer war geplant. Doch Stevo kam mit einigen ultragrossen Planen und meinte, dass ein Gewitter kommen werde. Natürlich zückten wir beide unsere Handys und befragten unsere Wetterapp. "Ja, ein bisschen Regen ist angesagt, aber nur ein paar Tröpfchen", meinten wir beide beschwichtigend. Nun denn, wir reden Stevo prinzipiell nicht in sein Tun rein, und liessen ihn gewähren. Und mitten in der Nacht dankten wir beide im Stillen diesem umsichtigen Mann - es goss in Strömen, ein richtiger Gewittersturm fegte über Montabone. Hätte Stevo den Hang nicht abgedeckt, da wäre so einiges ins Rutschen gekommen. Und heute Morgen erinnerten nur noch abgebrochene Zweige und etwas Schlamm auf der Strasse an das Unwetter. Natürlich konnte sich Stevo ein Lächeln nicht verkneifen, als er heut Morgen eintraf. Kurz darauf kam auch schon der erste LKW mit Beton. Eine Millimeterarbeit mit diesem Gefährt zu uns, der zweite folgte sogleich. Schaut euch die Bilder von dieser Aktion an.

Eine Stunde später war das Fundament gegossen, und die Ungetüme schoben sich langsam aber sicher wieder raus. Einzig ein kleiner Kratzer an einer Dachrinne ist geblieben. Nicht der Rede wert.

Und heut Abend die gleiche Situation, Stevo kam mit den grossen Planen angefahren. Seine Frau Diana habe da so eine Ahnung, meinte er lächelnd. Nun denn, auf ans Auslegen des Regenschutzes. Wobei, so einfach war das auch nicht, fegt doch immer noch ein stürmischer Wind durch die Hügel.

Und wenn Dianas Gefühl Recht behält, können wenigstens Roberto, Tirass und Kater Alex ruhig schlafen. Bei mir ist das was anderes. Bei Gewittern zieht es mich jeweils in die Küche, und bei einem Kaffee warte ich das Ende des Geschehens ab. Ja, ich fürchte mich bei Blitz und Donner.

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Instabil

Im April hat es bei uns an manchen Tagen wie aus Kübeln gegossen, ihr durftet damals in der Schweiz ein Müsterchen Frühsommer geniessen. Das viele Nass hat bewirkt, dass Teile einer Stützmauer ins Rutschen gekommen sind. Ein Augenschein durch Stevo hat ergeben, dass die ganze Mauer etwas instabil ist, also steht eine etwas grössere Sanierung an. Da wir für die nächsten Tagen sowieso unser Gästehaus schliessen und das Wetter nichts als Sommer pur anbietet, machte sich gestern Stevo mit seinen Männern an die Arbeit. Der eine oder andere Baum musste weichen, damit sich der Bagger von der steilen Wiese her vorarbeiten konnte. Zur besseren Illustration lege ich am Schluss noch Bilder bei.

Und da wir gerade so schön am Geld ausgeben sind, kommt am Mittwoch dann noch der Monteur für die Alarmanlage. Wir sind zwar mit unserem Tirass sehr gut bewacht, doch bei unserer Abwesenheit ist es vielleicht ratsam weiteren Schutz zu haben. Wobei, wenn wir hier von Einbrüchen hören, dann sind meist Geräteschuppen betroffen. Beliebt sind Motorsägen, allerhand anderes Werkzeug, ja sogar ein Traktor wurde schon mal abtransportiert. Nun ist es aber keine Anlage, welche bei Gefahr lauthals zu hupen beginnt, und sich ja eh niemand darum kümmert. Nein, diese hupt zwar im Hausinnern, und meldet unverzüglich dem nächsten Polizeiposten das Vorkommnis. Die Bestätigung der Polizei kam mittels eines wunderschönen Dokumentes mit Goldrand und Bändeli darum - italienisch halt.

Und wenn alle hier so schön an der Arbeit sind, verabschieden wir uns für vier Tage nach Crans-Montana in die Wanderferien. Wir freuen uns riesig auf ein paar Tage Auszeit. Die erste Saisonhälfte war in allen Belangen super, ab Mitte Juli geht es dann bis Ende November weiter. Die einen oder anderen, welche unsere "Familienzusammensetzung" kennen werden sich fragen, was denn aus Kater Alex wird. Nun, Stevo wird nicht nur die Mauer im Auge behalten, sondern auch noch Alex füttern und mit Streicheleinheiten verwöhnen. Was würden wir nur ohne diesen Mann machen, er ist einfach Gold wert.

 

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Eim mulmiges Gefühl in Montabone

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Die Sache mit dem Nachtessen

Neben der Bewilligung für die Führung eines B&B haben wir natürlich auch so einige Auflagen bekommen. So beispielsweise, dass wir nur drei Zimmer anbieten dürfen. Das vierte ist für - na ja. Auch müssen wir durchs Jahr hinweg 3 Monte den Betrieb schliessen. Das Positive an diesern Vorschriften ist, dass wir dadurch von der Mehrwertsteuer befreit sind. Und das will etwas bedeuten, denn immerhin beträgt diese 22 Prozent. Eine weitere Einschränkung ist, dass wir keine Essen, ausser natürlich das reichhaltige Frühstücksbuffet, anbieten dürfen. Aber mal ehrlich. Wer am Anreisetag etwas müde ankommt, will ja nicht gleich wieder "vo Huus", und ein Restaurant aufsuchen. Also bieten wir für die Neuankömmlinge das Nachtessen an. Und natürlich dürfen dann auch die bereits anwesenden Gäste mit von der Partie sein. Da ist es in den letzten 3 Monaten schon vorgekommen, dass wir eine ordentliche Tafel beieinander hatten. Ich persönlich liebe ja solche Tavolatas. Und wenn dann keine "Neuen" zu erwarten waren, kamen doch die Gäste auf die Idee, nach dem Frühstück abzureisen, um dann am Nachmittag  - natürlich von der Reise völlig ermattet  - wieder anzukommen. Roberto und ich wissen, dass sich unsere Kochkünste sehen und geniessen lassen können. Aber die piemontesische Küche hat so viel Genussvolles parat. Es wäre schade, diese Köstlichkeiten nicht zu entdecken. Deshalb gibt es halt Augenblicke, in welchen wir mit fast aufgeweichtem Herz doch Nein sagen, und wenn gewünscht auch das Taxi bestellen, oder gar selber chauffieren.

Heute hat es auch wieder ein Rezept auf die Homepage geschafft, das Spargeltörtchen auf einem Robiolaspiegel - en Guete.

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Tätschfalle, oder wer andern eine Grube gräbt . . .

Heute geht es um die Trappola per i topi, Mausefalle, oder in gutem Berndeutsch: Tätschfalle.  Unser Hund Tirass, welcher übrigens in italienischer Sprache erzogen wird, ist momentan in den Flegeljahren. Alles, was er gestern noch konnte, ist heute total vergessen. So auch das Wissen, dass die Küche, der Tisch und das Frühstücksbuffet für ihn absolut tabu sind. Und es war vor wenigen Tagen, als Roberto mich beim Nachtessen fragte: „Wo isch eigentlech der Räschte vom Aprikosechueche?“ Und jetzt wurde mir so einiges klar. Denn, ich hatte am Morgen beim Abräumen des Morgentisches beim Anblick des verrutschten Tischtuches und der Aprikosenflecken darauf das Gefühl, Roberto hätte es so ziemlich eilig gehabt. Nicht mal Zeit, um ordentlich abzuräumen. Auch mutmasste ich, dass die Gäste den Kuchen wohl ganz vertilgt hätten. Alles falsch. In einem unbeobachteten Moment hat unser Tirass sich Zutritt zur Cantina verschafft und die Aprikosenwähe vernascht.

 

Das Meiden der Tabuzonen hat unser Hund einerseits mit einem strengen „No“ und mit Zitronensaft drapierten Haushaltstüchern gelernt. Ich mochte mich aber erinnern, dass mir vor zig Jahren mal ein Hundebesitzer erzählte, mit einer Mausefalle auf dem Tisch platziert, würde der Hund – einmal ob dieser Falle gehörig erschreckt – nie mehr in Versuchung kommt. Nun denn, in einem von Tirass unbeobachteten Moment ging ich ans Werk.  Schön bereitgestellt an neuralgischen Stellen mit einem feinen Häppchen, warteten die Fallen zum Zuschnappen und zum Hund erschrecken.

Nicht ganz ohne Stolz erzähle ich euch nun, dass mein Hund nicht darauf hereinfiel. Den ganzen Morgen über ignorierte er die guten Dinge auf der Falle - sie blieben liegen. Bis, ja, bis ich eilends das rufende Handy nehmen wollte, und prompt mit der anderen Hand in die Falle griff.  Wie lautet das Sprichwort treffend? „Wer andern eine Grube gräbt  . . .“ . Ich werde wohl wieder auf den Zitronensaft zurückgreifen und hoffen, dass der Flegel sich aufs Gehorchen besinnt.

 

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Gipfeli us der Büchs

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Ungewohnte Wettersituation

Wir wurden im vergangenen Jahr punkto Wetter so richtig verwöhnt, und starteten natürlich mit den so etwa gleichen Vorstellungen in die neue Saison. Aber weit gefehlt. Die Vegetation liegt zurück, das Wetter zeigt sich von seiner wechselhaften Seite, und manchmal ist es schon recht kühl. Auch heute, macht sich die kalte und windige Sophie alle Ehre. Und man möchte doch für seine Gäste optimale Bedigungen haben. Aber da rufe ich mir immer den Satz einer lieben Freundin in Erinnerung, die sagte: "Bea, du vermietisch Zimmer nid schöns Wätter."  Und trotzdem ist es eine ungewohnte Situation für uns.

Aber was man ganz sicher bei uns bekommt, ist gute Laune und so einiges an Rüstarbeit. So haben sich unsere Gäste vergangene Woche ein gemeinsames Kochen gewünscht. Zuerst wurde am grossen Tisch viel geschnipselt und gehackt, dann gemeinsam gekocht, und schlussendlich in gemütlicher Runde mit den anderen Gästen gespeist. Und dank Erich und Peter haben wir tolle Aufnahmen unserer Casa bekommen. Sie schickten ihre Drohnen immer wieder los, und schossen spektakuläre Bilder. Ich lege einige davon bei sowie andere Impressionen von der letzten Woche.

Bei uns herrscht im Moment Hochbetrieb und ihr habt sicher Verständnis dafür, dass meine Einträge nicht so regelmässig erscheinen.

 

 

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Das "Wahrzeichen" musste gefällt werden

Wer bei uns schon zu Besuch war weiss, dass am Eingang zu unserer Casa Fossello ein alter, zweigeteilter Baum stand. Wie zwei zum Viktoriazeichen erhobenen Finger stand er wohl schon Jahrzehnte da. Doch er war morsch, und man wusste nie, wann er umfällt. Diesem Umstand wollten wir zuvorkommen, und so rückte Stevo mit seinem Mitarbeiter vergangene Woche mit Baumsäge, Seilen etc. an, um den Baum zu fällen. Während der eine Teil sich rasch ergab und zu Boden fiel, leistete der andere ungeahnten Widerstand. Zuerst versuchten sie, mit einem an Stevos Lieferwagen angebundenen Seil, den Baum zu fällen, doch vergebens – das Seil riss kurzerhand. Da muss ein Traktor mit Stahlseil her, entschieden die Männer. Es verging ein halber Tag mit viel Säbelarbeit am Stamm, bis auch dieser Baumteil endlich nachgab. Zu allem Unglück streifte er ein kleines Pälmchen von unserem Nachbarn Angelo. Ihr wisst, der, welcher seine Ruine pflegt. Die paar Blätter, um welche das Pflänzchen nun ärmer ist, bedauerte Angelo so sehr, dass wir ihn seitdem nicht mehr gesehen haben. Wobei, vielleicht kann es auch an seiner neu entfachten Liebe liegen. Er hat nämlich seit einigen Monaten eine Freundin. Und da ist es begreiflich, dass seine Ruine etwas in den Hintergrund tritt.

 

Doch zurück zum Baum. Die oberen zwei Teile waren nach zwei Tagen weg, nun folgte das Meisterstück, den Stamm mit seinem riesigen Umfang zu fällen. Scheibe um Scheibe sägte Stevo heraus, immer wieder ruckelte der Traktor mit der Seilwinde am Stamm. Dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, fiel auch dieser knirschend und mit einem grossen Gepolter zu Boden.  Einen Tag später fuhr dann ein Kranlastwagen zu uns hoch - der hatte bestimmt weit mehr als die erlaubten 3,5 Tonnen – und holte den Stamm ab. Doch so rasant, wie das jetzt tönt, überwand der LKW die Kurven und Steigungen nicht. Das dauerte so lange, dass ich ihn auf dem Liegestuhl die Mittagszeit geniessend hörte, und trotzdem bis zu seinem Eintreffen kurz einnickte. Ich habe so einige Bilder über diese Aktion gemacht, welche ich euch nicht vorenthalten will. Voilà

 

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Treue

Es ist dieses Jahr das erste Mal, dass ich einen Blogeintrag draussen schreibe. Es ist - endlich - tolles Wetter, und die Temperaturen lassen uns lange draussen verweilen. Gerade habe ich gesehen, wie viele treue Leser meine Einträge haben, das hat mich ziemlich überrascht, ja sozusagen umgehauen. Da muss ich mir aber ganz ordentlich Mühe geben, um euch bei der Stange zu halten. Nein, im Ernst, ich danke euch allen von Herzen, dass ihr meine Geschichten aus der Casa Fossello mitverfolgt. Das spornt an. Grosse Freude bereitet es uns auch, dass wir Gäste von unserem ersten Jahr auch in dieser Saison wieder begrüssen dürfen - treu halt.

Viele Gäste sind natürlich auch gwunderig über die Gründe, wieso es uns ins Piemont verschlagen hat. Meistens kommt natürlich auch das Risiko zur Sprache, welches so ein neuer Lebensabschnitt mit sich bringt. Auch dieses "Risiko" hat die Treue - oder nennt es auch Liebe - zum Thema. Wir beide waren in der Schweiz sehr engagiert in unseren Berufen und Freizeitaktivitäten, sahen uns oftmals während den Wochentagen selten. Und dann hier. Wir sind tagtäglich zusammen, oftmals nur wir beide. Pardon, da sind ja noch Hund und Katze. Das war wirklich eine Situation, in welcher wir nicht wussten, ob wir diese meistern würden. Ich kann euch alle beruhigen, es klappt wunderbar. Denn das B&B Casa Fossello ist unser Projekt, an welchem wir gemeinsam arbeiten. Vielleicht ist es für den einen oder anderen Gast verwunderlich, wenn er mich bei eher "gewichtigen" Arbeiten ertappt, derweil Roberto die Wäsche zum Trocknen aufhängt. Für beide kein Problem, wir ergänzen uns vorzüglich, da braucht es keine grossen Worte.  Treu? Nun, im landläufigen Sinn hat dies nichts damit zu tun. Aber, wenn man es so sieht, dass die Treue gegenüber unserem gemeinsamen Entscheid, mit all unseren Kräften, Ideen und Fähigkeiten ein erfolgreiches B&B zu führen, gemeint ist, dann sind wir in diesem Bereich sehr erfolgreich.

Mittlerweile ist es hier draussen Finster geworden, ich wünsche euch eine gute Nacht und einen tollen  Sommer-Sonntag.

 

 

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Das Warten hat ein Ende

So auf den Ende des Regens habe ich wohl noch nie gewartet. Tagelang goss es bei uns in Strömen, die Wanderungen mit dem Hund mutierten zur Schlammschlacht. Langsam aber sicher hatte ich genug von Regenstiefeln, -hosen und -jacken. Genug von Hund abtrocknen und der leisen Angst, dass sich unsere Zisterne in der Cantina mit rund 9000 Litern Fassungsvermögen so füllt, dass wir das Wasser abpumpen müssen. Das alles ist seit Gestern kein Thema mehr - der Frühling hält endlich Einzug, und wird kurzerhand zum Frühsommer. Während vor einem Jahr die Glyzinien bereits zum zweiten Blühen ansetzten, gucken momentan die ersten Blättchen heraus. Was gestern noch Braun war ist heute schon Grün, und was gestern noch einer Schlammpiste glich, ist schon fast ausgetrocknet. Unsere Gäste geniessen das Frühstück draussen, und lassen den Tag in den Liegestühlen ausklingen - so muss es sein. Wir selber sind momentan vor eine zusätzliche Herausforderug gestellt. Die Hoffnung, dass sich Robertos Vater bei uns erholt, hat sich zerschlagen. Er möchte aber nicht zurück in die Schweiz, wo er alleine ist, sondern hier bei uns und seinen Verwandten in der Nähe bleiben. Unsere Infrastruktur ist für einen Rollstuhl denkbar ungeeignet überall hat es eine Stufe oder Treppe. In der Schweiz ist man dann schnell zur Hand mit den Alters- und Pflegeheimen, im Gegensatz zu hier. Da legen die Leute die Stirn in Falten, wenn man von einer "Casa die riposa" spricht. "Es gibt gute und es gibt schlechte", ist die einfache Antwort. So genannte Altersresidenzen sucht man hier vergebens. Doch wie herausfinden, welche "Casa di riposa"  gut und oder schlecht ist? Wir versuche es erst gar nicht, sondern wählen eine andere Variante. Die lautet: eine grosszügige und behindertengerechte Wohnung in unserer Nähe mieten mit einer 24 Stunden-Betreuung durch eine italienische Betreuungsperson, welche in der Pflege ausgebildet ist. Jetzt werden wahrscheinlich einige von euch die Stirn in Falten legen und sich sagen. "Das ist doch ungemein teuer".  Nein, für schweizerische Verhältnisse überhaupt nicht, für hiesige schon. Wir hätten nicht gedacht, dass wir hier noch auf Wohnungssuche gehen.

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Sprachliche Verirrungen

Die Saison hat uns fest im Griff, was uns natürlich riesig freut.  Wir nehmen uns aber auch trotz des Kommen und Gehens für unsere Gäste viel Zeit. Einige sind liebe Bekannte von uns, andere haben das Interview im Radio gehört, sind vom Hörensagen hier, oder haben eines der Inserate gelesen. Und oft bekomme ich zu hören: "Du redsch sicher perfekt Italiänisch". Nun ja, so perfekt auch wieder nicht, aber ich kann mich mittlerweile auch telefonisch mit den Italienern unterhalten. Das war für mich das Schwierigste, kein sichtbares Gegenüber zu haben, um zu Parlieren. Lange Zeit musste immer Roberto neben dem Telefon sitzen, damit ich notfalls den Hörer an ihn weitergeben konnte. Ich muss zwar immer noch wie ein Schiesshund aufpassen, was da aus dem Lautsprecher kommt, aber es geht immer besser.

Aber, wenn ich dann auch mit Gegenüber so richtig in Schuss bin, passieren mir die einen oder anderen Fehler. So habe ich kürzlich gesagt, dass ich nun mit meinem "Carne", anstatt mit meinem "Cane" spazieren gehe. Die Antwort kam prompt: "Natürlich nimmst du dein Fleisch mit", begleitet von einem freundlichen Lächeln. Der Spaziergang fand dann mit Hund statt, beide waren wir mit "unserem Fleisch" unterwegs. Ich nehme mal an, dass ich doch noch ab und zu zum Schmunzeln Anlass gebe, aber es ist ja nie böse gemeint. Und mittlerweile ist es auch den Montabonesern aufgefallen, dass die Frau in der Casa Fossello die Sprache versteht und spricht. Warum ich das weiss? Fuhren sie mit dem Auto früher mit einem freundlichen Winken an mir vorbei, so wird vermehrt angehalten, die Autoscheibe runtergekurbelt und ein paar Worte gewechselt. Nicht ganz unschuldig dabei ist mein Hund, der mittlerweile eine stattliche Grösse angenommen hat. Immer wieder werde ich gefragt: "Sta ancora crescendo?" Wächst er noch? Ja, Tirass wächst noch ein Stückchen, und ich kann ihn jetzt schon über den Rücken streicheln, ohne mich zu bücken. Er ist so ein schöner Hund, mit ein wenig Fleisch auf den Rippen - welches er  auf unseren Spaziergängen auch mitnimmt.

 

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Hin und her

Endlich komme ich wieder dazu, euch vom Geschehen rund um unsere Casa Fossello zu berichten. Es war wirklich ein Hin und Her, ein Pendeln zwischen der Schweiz und Italien. Das erste Mal war ein Vergnügen, ich überraschte meine Schwester zum Geburtstag.  Am nächsten Tag gab es im Landgericht in Lenzburg das verspätete Geburtstagsessen für meinen Sohn Thomas. Zurück daheim, startete am nächsten Tag Roberto seinen "Ausflug" in die Schweiz, der Vater war im Spital. Aus zwei Tagen wurden deren vier, mittlerweile machte ich mir schon etwas Gedanken betreffend die Osterfeiertage. Ab Karfreitag bis Ende Mai haben wir volles Haus. Kommt hinzu - einige von euch wissen es - dass ich doch ein  ziemlicher Angsthase bin, wenn ich so alleine hieroben bin. Auch wenn mein Tirass mittlerweile ein hervorragender Wächter ist, ist es mir des Nachts ab und  zu nicht so geheuer. Und letzte Nacht war besonders, da waren die Jäger mit ihren Scheinwerfern auf Wildschweinjagd.

Doch heute Nachmittag war Roberto wieder da - samt Papa. Der ist zwar noch etwas schwach, aber er freute sich riesig, dass er reisen durfte. So ist er nun nicht mehr alleine, und hat nicht nur uns, sondern so einiges an Verwandtschaft in Acqui.

Und so ganz nebenbei ist nun auch unsere Laube zum "Stallzimmer" fertig geworden, ich lege euch ein Bild bei.

 

 

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Endspurt

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Acqui Terme retour

Auf einem meiner Handys bekomme ich alle Monate Bericht darüber, wo ich mich in den vergangenen 30 Tagen aufgehalten habe. So im Frühling und Sommer sah dies noch recht interessant aus. Sehr oft Orte in der Deutschschweiz, ab und zu das Wallis, und einige Destinationen abseits unserer normalen Routen in Italien. Dies war einerseits meinen Arzt- und Spitalbesuchen in der Schweiz geschuldet, andererseits auch, weil wir schlichtweg durch die Coronamassnahmen keine Gäste begrüssen konnten.

Nun, der September liest sich völlig anders. Ich komme mit meinem Wägelchen kaum über das Einkaufsgeschäft Bennet in Acqui Terme und über den Markt im Städtchen im Besonderen nicht hinaus. Wenig Kilometer, viel zu tun, noch mehr zum Einkaufen. Beim Einkaufen gibt es auch noch eines zu beachten. Da wir ja - wie schon mehrmals erwähnt - als B&B nur Frühstück und sonst nichts an kulinarischen Köstlichkeiten anbieten dürften, gestaltet sich dieser relativ kompliziert. Wir können nur Fakturen zu den Einkäufen für einen Steuerabzug geltend machen, welche lediglich Waren für das Frühstück beinhalten. Das heisst, ich kaufe entweder zwei Mal hintereinander ein, oder trenne diese bei der Kasse, und zahle zwei Mal. Mit dem "Frühstückskassenzettel" kann ich dann zur Information gehen, und mir eine Rechnung ausstellen lassen. Diese kann man dann bei der Steuererklärung in Abzug bringen. Ich habe zu Beginn unseres Wirkens gedacht, ich könnte auf dem gesamten Einkaufszettel die anderen Dinge durchstreichen, und ein neues Total reinschreiben? Nein, leider nicht. Kurz: da wiehert der Amtsschimmel oder was immer für ein Esel. 

Wir erleben hier weiterhin einen farbig schönen Herbsttag nach dem andern. Wunderbar, wenn dies noch zwei Wochen anhalten wüde. Dann lassen wir zwangsläufig unsere Saison ausklingen. Das Beste waren unsere Gäste, sie haben viel Farbe und Fröhlichkeit in unsere Casa gebracht. Das Schönste sind die bereits getätigten Reservationen fürs nächste Jahr. Habt alle vielen Dank.

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Viel Fleisch und andere Dinge

"Also du hast schon etwas nachgelassen, was die Blogeinträge betrifft", stellte vor kurzem ein Gast fest. Und ja, er hat völlig recht. Ich bin nicht unbedingt schreibfaul geworden, ich greife immer wieder in die Tasten. Am liebsten natürlich, um Reservationsanfragen positiv zu beantworten. Darum werde ich euch hier und jetzt auf den neuesten Stand bringen. Zuerst das Neueste von der Gästefront. Es ist schlichtweg herrlich,  Rloberto und ich fühlen uns wieder wohl in unserer Haut. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen. Wir freue uns ob den liebgewonnen Gästen - ja Freunde - welche uns regelmässig besuchen, und sind gwundrig, wenn wir Gäste begrüssen dürfen, welche zum ersten Mal bei uns sind. Ihr könnt mir glauben, es ist immer wieder spannend, sich auf das Neue einzustellen. Spannend aber auch, zu erfahren, wie es den "Wiederkehrenden" im letzten Jahr so ergangen ist. Ich habe es sicherlich schon mehr als einmal erwähnt, ich könnte mir keine schönere Arbeit vorstellen, als bei uns Gäste willkommen zu heissen, und ihnen hoffentlich unvergessliche Tage zu bereiten.

Ihr werdet jetzt vielleicht denken: "und wo bleibt das mit dem Fleisch"? Das kommt jetzt. Unser riesengrosser Tirass hat vor rund 2 Wochen keinen Happen Trockenfutter mehr gegessen. "Gudis" schon noch ein bisschen, aber die Hauptmahlzeiten verschmähte er. Anderes Futter mit viel Brimborium serviert liessen ihn völlig kalt. Vielleicht ein bisschen davon, aber dann war auch gleich wieder fertig. Am vierten Tag wurde es mir etwas mulmig, und der Tierarzt wurde zu Rate gezogen. "Füttere ihm Frischfleisch mit Gemüse", war die kurze Antwort. Das funktionierte, und unser Hund kann es seitdem kaum mehr erwarten, bis der Topf mit frischem Fleisch, Fisch, Gemüse, Früchte etc. vor ihm steht. Kurz, wir "barfen" - und sind auf diesem Gebiet absolute Anfänger. Anstelle des Mittagsschläfchens hiess es nun, Lektüre über das Barfen zu suchen. Um ganz sicher zu sein, dass dem "Hundele" auch nichts fehlt, hat Roberto am Samstag einen Termin bei der Spezialistin. Ich darf derweil für unsere neuen Gäste zu den Töpfen greifen. Ach ja, und ins "Aquafit" geht Tirass auch noch. Ihr wisst ja, dass er an den Hinterläufen eine Schwäche hat. Das sollte sich hoffentlich mit dem Laufband im Wasser verbessern. Ihr seht, nicht nur unseren Gästen lassen wir nur das Beste angedeihen, auch unser Wächter der Casa Fossello soll fit sein. Und zum Schluss noch eine Erwähnung: der Herbst im Piemont ist schlichtweg sensationell.

 

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Gute Nachrichten

Heute Morgen früh ging ich relativ beschwingt noch vor Sonnenaufgang mit unserem Tirass auf Tour. So früh muss das im Moment sein, da es sonst für ihn zu heiss ist, um durch die Rebberge und Wälder zu streifen. Doch die Beschwingtheit hatte einen ganz besonderen Grund. Der Präsident des Piemonts, Alberto Cirio, hat heute Morgen bestätigt, dass über 83% der Piemonteser ab 12 Jahren ihren Impfzyklus abgeschlossen haben. Bei den über 60-jährigen sind es sogar über 90%. Und wohlbemerkt, das Piemont ist die grösste Region Italiens. Also für mich ein Grund zur Freude. Vor allem auch, weil die Zahlen für sich sprechen. Hoffen wir das Beste. Und das Ding mit dem Zertifikat beeinträchtigt nicht wirklich. Rasch das Handy gezückt, das Zertifikat geöffnet - und es hat sich. Oder halt das ausgedruckte Formular hergezeigt - und es hat sich auch.

Nun, ich habe ja im Titel von Nachrichten - also Mehrzahl - gesprochen. Die zweite "gute" Nachricht ist für die, welche noch freie Tage haben, und nicht genau wissen, wohin des Reiseweges. Aufgrund einer Stornierung haben wir vom 10. bis 14. September wieder zwei Zimmer frei. Wir freuen uns auf euch - a dopo :-)

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Personalsuche

Knapp zwei Wochen weilten wir in Montana. Unser Haus und Kater Alex wussten wir in guten Händen, und wir konnten der Sommerhitze entfliehen. Herrlich, die kühlen Nächte und die idealen Wandertemperaturen. Dass es zwischendurch regnete oder etwas neblig war störte uns überhaupt nicht. Nun sind wir wieder zurück, es ist immer noch heiss, und geregnet hat es auch schon seit einigen Wochen nicht mehr.

Bereits durften wir wieder Gäste beherbergen, in einer Woche geht es dann in die gut gebuchte Herbstsaison. Vorher jedoch möchten wir noch gerne ein Problem lösen. Es ist so, wenn wir lediglich ein oder zwei Zimmer besetzt haben, dann kann ich das Putzen der Zimmer mit etwas Organisation um die anderen Dinge herum die es zu tun gibt, relativ gäbig erledigen. Wenn dann aber An- und Abreisen sich rege abwechseln, alle Zimmer belegt sind, und noch Nachtessen gekocht werden müssen, dann bin ich froh, wenn ich die Zimmer einer guten Fee übergeben kann. Dies ist eigentlich Diana, aber sie kann nur Samstag und Sonntag. Aber was schreibe ich da von "müssen" Nachtessen kochen. Das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Ich meinte natürlich, jemanden zu finden, sei keine Hexerei. Oh, wie ich mich geirrt hatte. Da kam als erstes Tiziana, empfohlen von den Besitzern des Dorfladens. Voller Elan schaute sie sich das Ganze an, und ich dachte schon, dass Problem wäre erledigt. Doch, ich hatte die Rechnung ohne Ferrero gemacht. Die suchten nämlich auch Leute fürs Weihnachts- und Ostergeschäft. Klar, dass wir mit dem Angebot von ein paar Stunden in der Woche und auch nur während der Saison das Nachsehen hatten. Doch Tiziana hörte sich um, und empfahl uns Svetia. Sie sei wirklich "brava". So kamen heute beide angefahren. Doch schon vor dem ersten Cafe meinte Svetia bedauernd, sie könne nicht zu uns kommen, da ihr Chef das nicht möchte. Es ist so, sie arbeitet bei einem Weinbauern, und die Arbeit in den Rebbbergen ist wirklich anstrengend. Svetia hätte dann während der Mittagspause bei uns die Zimmer reinigen wollen. Wir verstehen den Chef von Svetia sehr gut, und bedauernd verabschiedeten wir Svetia. Doch nächste Woche sollte es klappen, wurde uns versprochen.Silvia sei auch "brava" und kenne die Materie. Auf jeden Fall mache ich wieder Cafe und ein paar Güetsis dazu. Vielleicht klappt es ja wirklich.

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Unter südlicher Sonne

Vom Sommer mit seinen vielen Sonnenstunden und hohen Temperaturen trennen euch nur etwa 5 Stunden. Wer schon bei uns war, weiss, dass bei uns alles andere als Gedränge herrscht. Ruhe, absolute Alleinlage, max. 6-7 Gäste. Trotzdem ist das schöne Städtchen Acqui Terme in nur 10 Autominuten erreichbar. Wir haben seit Wochen herrliches Sommerwetter, so wie es sein sollte. Selten ein Gewitter, dafür ein angenehmes Lüftchen, gegen abend manchmal etwas auffrischend, was einem erholsamen Schlaf zuträglich ist. Unsere Zimmer sind - bis auf das Terra - mit Klimaanlagen ausgestattet. Noch mehr Entscheidungshilfen? Nachfolgend ein paar Einträge aus dem Gästebuch. Bis zum 26. Juli haben wir noch freie Zimmer - also, auf in den Sommer.

 

Ein Paradies auf Erden

Hier stimmt einfach alles! Nur ungern verliessen wir nach einer Woche diesen Ort im Piemont. Das Frühstück ein Traum, Apéros und Abendessen eine kulinarische Tour durch die piemontesische Küche. Beatrice ist eine ausgezeichnete Köchin und auf Roberto ist Verlass, wenn es um die Weine und Destillate geht. Nochmals vielen Dank, Beatrice und Roberto, ihr seid ein wunderbares Gastgeberpaar, das die Casa Fossello mit seiner Herzlichkeit zu einem ganz besonderen Ort macht.

Regina und Aschi

 

Traumhafte Aussicht

Eingebettet in die wunderbare hügelige Landschaft des Piemont mit traumhafter Aussicht liegt die Casa Fossello. Ein Ort der Ruhe und Besinnung. Ein südliches Ambiente in Zimmer und Garten, sehr sauber und gepflegt. Die kulinarische Seite lädt zum feinem reichhaltigen Frühstücksbuffet mit selber gebackenem Brot, zu gluschtigem Apero riche und bei Anreise  zum Nachtessen mit italienischen Spezialitäten aus der Gegend.

 

Bereits zum 3. Mal durften wir die Gastfreundschaft von Beatrice und Roberto erleben – ganz gemäss ihrem Motto «wir lieben was wir tun» - und wir freuen uns schon wieder auf das nächste mal.

 

„Wir lieben was wir tun“

  Dies durften wir einmal mehr erfahren.

 Ein netter Empfang, geschmackvoll eingerichtete Zimmer, das liebevoll zubereitete und sehr leckere Essen.  Die Gastgeber Bea und Roberto  lassen keine Wünsche offen. In der ruhigen und idyllischen Umgebung von Montabone genossen wir erholsame Tage.

 Herzlichen Dank - wir kommen wieder.

 

Nach Hause kommen

Der herzliche Empfang im Casa Fosello war wie "nach Hause kommen" und wir fühlten uns sofort wohl und gut aufgehoben. Das feine Essen war eine kulinarische Überraschung und verdient Höchstnoten.

 Herrlich am Morgen zu Erwachen und zu Wissen, dass ein reichhaltiges Frühstück "casa Fosello" mit selbst gemachten Broten (inkl. Zopf!), selbstgemachten Confitüren und einer Käse-Auswahl (die einem 5 Sterne Haus den Rang abläuft) auf uns wartet.

 Die wunderbare Lage, die bestens eingerichteten Zimmer, das riesige Badezimmer lässt keine Wünsche offen.

 Wir bedanken uns bei Euch beiden für Eure herzliche Gastfreundschaft, für die guten Ideen und für die Zeit, die wir zusammen verbringen konnten. Auf ein Wiedersehen - die Aussicht geniessen wir das nächste Mal :-)

 Casa Fosello: ihr seid eine Bereicherung.

 

 

 

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