06. Juli 2020
In letzter Zeit werden wir immer wieder aus der Schweiz angefragt, wie denn die Situation in Italien sei. Anfänglich haben wir etwas erstaunt darüber reagiert. Wir waren der Meinung, dass man doch sehr gut informiert sei. Doch, wir sind seit Juni mittlerweile zum zweiten Mal im Wallis in Kurzferien, sind wir eines anderen belehrt worden. Keine Information über den Belpaese, höchsten im Fernsehen Reklame über Oesterreich. Da sind wir doch etwas konsterniert, weil – aktuell – sind die...
17. Juni 2020
Endlich, am Samstag begrüssen wir unsere ersten Gäste in diesem Jahr – ein besonderer Augenblick. Die Freude ist gross, wir sind fast ein wenig nervös. In den letzten 10 Tagen haben wir Ferientage in der Schweiz genossen. Endlich konnte ich wieder meine Söhne und Schwestern sehen, es waren besondere Augenblicke. Mit einem etwas mulmigen Gefühl strebte ich am 7. Juni der Schweizer Grenze entgegen. Mulmig, weil die Grenze ja nur einseitig – von Italien – geöffnet war. Aber ich wusste,...
01. Juni 2020
Tolle Neuigkeiten heute Abend. In ganz Italien hat es heute nicht mehr als 178 neue Fälle gegeben. Und das bei rund 60 Mio. Einwohnern. Das sind seit Ende Februar die besten Zahlen überhaupt - das macht Freude. Aber noch mehr Freude bereitet mir, dass ich am kommenden Sonntag für ein paar Tage in die Schweiz reise, um endlich meine Söhne und Schwestern zu sehen. Zwar hätte ich als Schweizer Bürgerin schon immer einreisen dürfen, jedoch die Ausreise wäre dann in Italien mit einer...
09. Mai 2020
"Auso, wett mi gärn hesch, denn . . . ." Kennen wir diesen Satz nicht alle, egal in welchem Zusammenhang. Bei uns kommt dieser äusserst selten vor, und wenn, dann von Roberto, und nur - also wirklich, nur - wenn er beim Kartenspiel verliert. Und natürlich lass ich ihn nicht gewinnen, trotz aller Liebe. Denn, mein Roberto gewinnt sonst meistens. Aber bein Jokerspiel war es beispielsweise heute Abend schon etwas bitter für ihn, 12:2 Sonst gewinnt er ja regelmässig. Sei es beim Mühlespiel,...
05. Mai 2020
Lieben Sie es auch, in Kochbüchern zu lesen? Also ich meine nicht in Kochfibeln, in welchen sich Rezepte an Rezepte reihen. Nein, ich meine diese, welche zwischendurch mit Informationen zu den Lebensmitteln und den Geschichten und Legenden, welche sich um Gerichte ranken, aufwarten. Darin kann ich mich stundenlang vertiefen. Oder besser gesagt, bis mein Hunger so gross ist, dass ich selber zu den Pfannen greifen muss. Heute hatte ich es bequem, während ich las, respektive immer wieder vorlas,...
27. April 2020
Wenn ich jetzt in die Tasten greife, und zu erzählen beginne, wie enttäuscht die Italiener, wir, und ganz viele kleine Gewerbetreibende ob der so viel gepriesenen Phase 2 sind, dann kommt nichts Gutes dabei heraus. Unsere Hoffnung liegt nun auf dem öffentlichen und politischen Druck auf die Regierung, so doch die eine oder andere Massnahme zu lockern. Das Beispiel der Gärtnereien und der Baumärkte, welche - nach dem Entscheid, dass die Menschen wieder in ihre Gärten dürfen -...
16. April 2020
Unser Dialog neulich: Ich: Ich ga mi no schnäll ga zwäg mache. (Anmerkungen: also das geschieht jeden Tag) Roberto gibt sich erstaunt: Worum, wär chunnt? Ich: Eh, hüt chömi üser Gescht. Roberto: Ou, fasch vergässe. Was mache mer zum zNacht? Ich: Diversi Vorspise, es Crostata mit Spargle, es Tagliata, zum Dessert en Bounet Roberto: Guet, i höckle ou derzue. Liebe Lesende, das kommt davon, wenn man seit Wochen keinen anderen Menschen zu Gesicht bekommt, als den Partner, da kann es schon...
04. April 2020
Derweil Roberte sich einen Fussballmatch aus früherer Zeit - 2006 Halbfinal Deutschland-Italien an der WM- anschaut, versuche ich, mich nicht allzu sehr über das Gebahren einiger weniger Eidgenossen aufzuregen. Seit vier Wochen herrscht bei uns absolute Stille. Höchstens am frühen Morgen - wenn ich mit dem Hund auf Tour bin - wird diese unterbrochen durch Lastwagen, welche im Tal auf der Hauptstrasse von und nach Acqui Terme fahren. Ab und zu ein PW, aber der Fahrer muss wohl zur Arbeit....
30. März 2020
Wir können unverhofft endlich neue Gäste begrüssen. Wie bin ich nervös. Aber irgendwie will alles nicht wie gewohnt klappen. Mir zerreisst die Bettwäsche beim Anziehen - zu lange wurde sie nicht mehr gebraucht. Für den Willkommensaperitif können wir nur einen staubigen und dreckigen Schuppen anbieten, und das Gästehaus - ein Graus . . . . Zum Glück erwache ich inmitten meines wirklich schrecklichen Albtraums. Und ja, zum Glück ist alles nur ein Traum. So sehr ich mir es wünsche, dass...
18. März 2020
Zum ersten Mal in diesem Jahr schreibe ich den Eintrag draussen, wir geniessen Frühlings- ja fast Frühsommertage. Die Begleitmusik in der gewohnten Ruhe ist ein Weinbauer mit seinem Traktor, nichts Aussergewöhnliches. Man könnte fast vergessen, dass wir uns in einer ausserordentlichen Zeit befinden. Stevo ist an den Abschlussarbeiten, kein Problem, denn hier kann man sich sehr gut aus dem Weg gehen. Wir zupfen derweil Unkraut, mähen Rasen und Wege, und pützeln das Gästehaus heraus. Denn,...

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