Kochbücher lesen

Lieben Sie es auch, in Kochbüchern zu lesen? Also ich meine nicht in Kochfibeln, in welchen sich Rezepte an Rezepte reihen. Nein, ich meine diese, welche zwischendurch mit Informationen zu den Lebensmitteln und den Geschichten und Legenden, welche sich um Gerichte ranken, aufwarten. Darin kann ich mich stundenlang vertiefen. Oder besser gesagt, bis mein Hunger so gross ist, dass ich selber zu den Pfannen greifen muss. Heute hatte ich es bequem, während ich las, respektive immer wieder vorlas, kochte Roberto unser Nachtessen. Dies deckte sich - ausser dass es vorzüglich schmeckte - in keiner Art und Weise mit meinem Lesestoff. Während ich von dem nötigen Lüftchen las, welches durch verschieden Täler und über Hügel streift, um dann -  angelangt im Parmatal - mit seiner Würze den Parmaschinken zu trocknen, bereitet Roberto einen Merluzzo mit Kräuterkruste im Ofen zu, dazu gab es Peperonata. Wir geben uns lediglich am Freitag oder Samstag der "Völlerei" hin, ansonsten sind wir ziemlich "schlank" unterwegs. Aber zurück zum Lesen der Kochbücher. So las ich heute die hübsche Legende über die Entstehung der Tortellini, oder auch, dass der Sieg und der Erfolg der französischen Küche auf die Kultur der italienischen Renaissance zurückzuführen sei. Denn, Katharina von Medici, die Gattin Heinrichs II. von Frankreich, brachte ausser Musikern, Malern und Schauspielern auch Köche aus Italien in die Ehe mit und führte in der französischen Gesellschaft die gastronomische Tradition und Raffinesse festlicher Veranstaltungen ein. Auch weiss ich jetzt, woher die Pizza Margherita ihren Namen hat, und bin auf das älteste italienische Tomatenrezept gestossen. Natürlich bin ich bei den einen oder anderen Rezepten hängen geblieben, und mein Einkaufszettel für morgen wurde immer länger und länger; und ich bin erst beim Kapitel des Gemüses. Aber wir haben ja Zeit, obwohl wir am 18. Mai wieder offiziell den Betrieb aufnehmen. Aber bei geschlossenen Grenzen wird sich bei uns nicht viel tun. Doch auch was das Kochen anbelangt, wären wir bereit. Und wenn mir zwangsläufig noch mehr Zeit gegeben wird, dann wage ich mich an das Kochbuch, welches ich von meinem Sohn Christoph zu Weihnachten bekam. Darin sind vorwiegend alte piemontesische Rezepte, mit den nötigen Erklärungen zur Entstehung und den richtigen Produkten aus den Tälern und Dörfern des Piemonts.

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