Mein Fels in der Brandung

Wer Roberto kennt, weiss, dass er ein eher ruhiger Typ ist. Und man meint, es könne ihn nicht so viel aus der Ruhe bringen. Er ist wirklich mein Fels in der Brandung. Wenn ich aus irgend einem Grund - und das kommt ab und zu vor - hypere, dann ist Roberto da, und bringt mich mit seiner ruhigen und bedachten Art wieder auf den Boden zurück. Nur bei einer Sache sind die Rollen umgekehrt - soweit das überhaupt möglich ist. Gerade heute Abend ist es wieder passiert. Es bahnte sich ein veritables Gewitter an, und auch der Fussballmatch Armenien-Italien stand kurz bevor. Es braucht bei diesen Wetterverhältnissen kein überirdisches Gefühl um zu wissen, dass über kurz oder lang der Fernsehempfang über die "Schüssel" gestört sein wird. "Urlare" heisst fluchen, und das begann bei Roberto schon einige Zeit vor dem Gewitter. Denn zu allem andern sich anbahnenden Uebel waren die Batterien bei der einen Fernbedienung - es braucht für einen gemütlichen Fernsehabend deren vier - am Anschlag. Doch nach der Auswechslung funktionierte das Ganze für kurze Zeit einwandfrei. Das Gewitter war es, welches Roberto vollends aus der Fassung brachte. Ich will jetzt hier nicht wiedergeben, was er alles über Italien, das wackelige Netz etc. sagte. Sie wissen, "urlare" heisst fluchen. Aber es ist wie bei dem Tunnel, wo von Ferne her ein Lichtlein blinkt. Mein Fernseher in der Küche. Den brauche ich nur, um Musik zu hören, und die Sender kommen über das Kabel. Dieser kleine, kaum von Roberto beachtete Ferseher kann nur wenige Sender empfangen, aber an diesem Abend brachten sie das Spiel auf RAI 1. Nun sass Roberto - mehr oder weniger ruhig - auf einem Küchenstuhl, und schaute sich nun völlig ruhig den Matche an. Wieso in aller Ruhe? Italien gewann natürlich.

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Kommentare: 1
  • #1

    Esther (Donnerstag, 05 September 2019 21:46)

    Ma, che temperamento!