Ein Zughund und ein Auto in Schieflage

Der Winter ist nun auch bei uns angekommen. War der Schnee in den letzten zwei Jahren - jaja, wir sind nun schon im dritten Jahr hier - am nächsten Tag schon fast wieder weg, bleibt er dank den tiefen Temperaturen liegen. Klar, an den Sonnenhängen schwindet er schon etwas, aber im Grossen und Ganzen haben wir immer noch Winterwunderland. Am vergangenen Mittwoch legte sich innert weniger Stunden ein 20cm weisser Teppich über das Piemont - und die Strassen. Wohlgemerkt, wir selber befinden uns nur auf 280 Meter über Meer. Mir war so Anfang Nachmittag das sich anbahnende Verkehrschaos völlig egal. Vergnügt schritt ich mit Tirass die zugeschneite Strasse hinauf, mit einem Davoser-Schlitten mit extra breiten Kufen; ein Geschenk meiner Schwester. Tirass zog den Schlitten mühelos den Berg hinauf, obwohl er anfänglich schon etwas schief das Gefährt hinter ihm beäugte. Die Abfahrt war dann für mich schon etwas arg schnell, wie gesagt, die breiten Kufen . . . . Für meinen Hund eine ungewohnte Sache, und er wollte mich partout vom Schlitten runterhaben. Nach einigem Zureden, vielen "Gudis" und etwas gemütlicherer Fahrt, kamen wir wohlbehalten daheim wieder an.

Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir noch keine Sorgen um Roberto, der war in Alessandria bei seinem Vater im Spital. Nichts schlimmes, nur ein Eingriff, welcher regelmässig durchgeführt werden muss. Es war drei Uhr am Nachmittag, als ich von ihm hörte: "I starte öppe am viertel ab". Je später es wurde, umso mehr "Spatzig" baute ich in die Fahrt ein. Etwas später losgefahren, die schlechten Strassen, Stau . . . . Normalerweise dauert die Fahrt rund 30 Minuten. Um 18 Uhr machte ich mir doch ernsthafte Sorgen, und rief an. Was dann durch den Lautsprecher kam, möchte ich hier nicht wiedergeben. "Maledizione e Urlare" heisst Fluchen und Schreien. Und genau das hörte ich, bevor wieder aufgelegt wurde. Es war so: Roberto bog nach langer Fahrt in Eis und Schnee in unser schmales Strässchen ein, und prompt kam ihm ein Auto entgegen, welches - aus gutem Grund - nicht ausweichen wollte. Also setzte Roberto etwas zurück, und rutschte im tiefen Schnee die Böschung hinunter. Das war der Zeitpunkt meines Anrufes. Das Auto befand sich in arger Schräglage. Natürlich war "unser" Stevo rasch zur Stelle, schnappte sich bei mir die warme Winterjacke für Roberto und eilte ihm zu Hilfe. Doch auch er konnte nicht viel ausrichten. Der Landwirt etwas oberhalb des Geschehens hatte die Situation beobachtet. So startete er seinen Traktor - die Bauern haben hier im Winter meist einen Pflug vorgespannt - und kam zu Hilfe. Rasch wurde unser Auto aus der misslichen Lage befreit, ein Aufatmen auf allen Seiten. Und so kam es, dass wir am nächsten Tag ein "Dankeschön" vorbeibrachten und dann in gemütlicher Runde bei Piero und Angela bei Kaffee und Kuchen in ihrer grossen Küche sassen.

Ich füge noch einige Bilder von unserem Winter dazu, welcher übrigens in der kommenden Wochen nochmals ein paar Centimeter Schnee liefern will.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Werner Fehlmann (Montag, 28 Januar 2019 10:20)

    Ja das ist ja eine aufregende Story..!� zum Glück � mit Happyend �
    Übrigens betreffend heftig fluchen�:
    Ich habe mir angewöhnt, in zorrniges und heftiges „Stuzzicadenti“ das macht bei uns in der Deutsch��mächtig Eindruck ��
    PS für Mitleser: es heisst Zahnstocher �