Tätschfalle, oder wer andern eine Grube gräbt . . .

Heute geht es um die Trappola per i topi, Mausefalle, oder in gutem Berndeutsch: Tätschfalle.  Unser Hund Tirass, welcher übrigens in italienischer Sprache erzogen wird, ist momentan in den Flegeljahren. Alles, was er gestern noch konnte, ist heute total vergessen. So auch das Wissen, dass die Küche, der Tisch und das Frühstücksbuffet für ihn absolut tabu sind. Und es war vor wenigen Tagen, als Roberto mich beim Nachtessen fragte: „Wo isch eigentlech der Räschte vom Aprikosechueche?“ Und jetzt wurde mir so einiges klar. Denn, ich hatte am Morgen beim Abräumen des Morgentisches beim Anblick des verrutschten Tischtuches und der Aprikosenflecken darauf das Gefühl, Roberto hätte es so ziemlich eilig gehabt. Nicht mal Zeit, um ordentlich abzuräumen. Auch mutmasste ich, dass die Gäste den Kuchen wohl ganz vertilgt hätten. Alles falsch. In einem unbeobachteten Moment hat unser Tirass sich Zutritt zur Cantina verschafft und die Aprikosenwähe vernascht.

 

Das Meiden der Tabuzonen hat unser Hund einerseits mit einem strengen „No“ und mit Zitronensaft drapierten Haushaltstüchern gelernt. Ich mochte mich aber erinnern, dass mir vor zig Jahren mal ein Hundebesitzer erzählte, mit einer Mausefalle auf dem Tisch platziert, würde der Hund – einmal ob dieser Falle gehörig erschreckt – nie mehr in Versuchung kommt. Nun denn, in einem von Tirass unbeobachteten Moment ging ich ans Werk.  Schön bereitgestellt an neuralgischen Stellen mit einem feinen Häppchen, warteten die Fallen zum Zuschnappen und zum Hund erschrecken.

Nicht ganz ohne Stolz erzähle ich euch nun, dass mein Hund nicht darauf hereinfiel. Den ganzen Morgen über ignorierte er die guten Dinge auf der Falle - sie blieben liegen. Bis, ja, bis ich eilends das rufende Handy nehmen wollte, und prompt mit der anderen Hand in die Falle griff.  Wie lautet das Sprichwort treffend? „Wer andern eine Grube gräbt  . . .“ . Ich werde wohl wieder auf den Zitronensaft zurückgreifen und hoffen, dass der Flegel sich aufs Gehorchen besinnt.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Fehlmann Werner (Freitag, 08 Juni 2018 08:44)

    Eine herrliche Story, das lustige italienische Wort für Mausefalle..! Ebenso belusigt mich „stuzzicadenti“ � das brauche ich, hefftig ausgesprochen..! als Schimpfwort: das gab schon manchen Lacher � wenn ich erkläre was es heisst � Leider reichen meine italienisch Kenntnisse nicht viel weiter..! Sooo nun bin ich das Comming out auch los..� lg Werni